Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Bauen & Wohnen Platz da!
Mehr Bauen & Wohnen Platz da!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:50 21.05.2011
Ein Zimmer, mehrere Funktionen: Durch eine Schiebetür werden Arbeits- und Wohnbereich voneinander getrennt.Foto: DIY/dpa/tmn
Anzeige

Meine Wohnung ist einfach zu winzig, und ich kann ja nicht alles wegwerfen.“ Diese Klage ist von Bewohnern von Einzimmerwohnungen oder kleinen Apartments oft zu hören, wenn es um das Thema Ordnung geht. Denn auf begrenztem Raum droht leicht das Chaos. Mangels Stauraum stapeln sich Schuhe im Flur, Koffer und Sporttaschen liegen herum, der Staubsauger, Schlafsäcke, Luftmatratzen, Wolldecken oder Spielzeug haben keinen festen Platz. Und die Arbeitsfläche in der Küche ist mit zahlreichen Utensilien vollgestellt.

Mit etwas Phantasie lässt sich das Chaos aber bekämpfen. „Um Rumpelkammer-Atmosphäre zu verhindern, muss in kleinen Wohnungen, in denen jeder Zentimeter zählt, für ausreichenden Stauraum gesorgt werden“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen). Viel Stauraum bietet etwa ein großzügiger Kleiderschrank im Flur, in dem Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, Schlafsack und andere Dinge Platz finden.

Anzeige

Außerdem sollte stets aufgeräumt werden und Dekoration recht reduziert sein. Je mehr Kleinigkeiten herumliegen, desto unruhiger und ungemütlicher wirkt die Wohnung auf Gäste. Eine platzschaffende Variante zum Kleiderschrank mit nur einer Höhe von etwa 180 bis 200 Zentimetern sind begehbare Schränke. „Bei dieser Schrankart kann mit Schiebetüren eine ganze Wand vom Raum abgetrennt werden“, erklärt die Innenarchitektin Anne Jung vom Beratungsunternehmen Form + Folgen in Wiesbaden. Der hinter den Schranktüren entstehende Schrankraum könne mit Regalen, Kleiderstangen und vorgefertigten Containern selbst gestaltet werden. Neben Kleidung finden in einem begehbaren Schrank auch andere sperrige Teile Platz. Die Weihnachtsdekoration zum Beispiel kann dann in nur mit der Leiter erreichbare Regale verstaut werden. Ein großer Spiegel an der Schiebetür vergrößere den Raum optisch. Kleiderstangen und Regale lassen sich auch leicht an Dachschrägen anpassen.

„Staubsauger und andere Putzmittel sollten aber nicht im Kleiderschrank oder in begehbaren Schränken aufbewahrt werden“, sagt Silvia Frank vom Deutschen Hausfrauenbund in Karlsruhe. Denn mit dem Staubsauger kann auch Ungeziefer aufgesaugt worden sein. Auch das Sammelsurium an Putzmitteln wird besser in einem speziellen Schrank oder in einer mit einer Tür abgetrennten Nische aufbewahrt. Bügelbrett und Bügeleisen finden in diesem Schrank ebenfalls Platz.

Eine kleine Küche oder Küchenzeile im Apartment braucht besonders viel Stauraum. „Hier sollte jeder Zentimeter ausgenutzt werden“, rät Geismann. In kleinen Küchen lasse sich zusätzlicher Stauraum gewinnen, indem die Lücke zwischen Oberschränken und Decke mit weiteren Schränken geschlossen wird.

Platz verschenkt werden sollte aber auch nicht in Eckschränken. Der Stauraum lässt sich durch Böden, Körbe oder Tabletts, die herausgeschwenkt, ausgezogen oder wie auf einem Karussell gedreht werden, zugänglich machen. Unter der Fensterbank kann in Hüfthöhe ein Rollcontainer untergebracht werden, der mit einem dicken Kissen auch als Hocker dient. Zugeschnittene Regalböden bieten Platz in ungenutzten Schrägen. Vorhänge helfen gegen die optische Unordnung.

Als Stauraum für Schlafsäcke, Luftmatratzen, Wolldecken oder selten benutzte Kleidung kann auch der Platz unter dem Bett dienen. „Neben klassischen Bettkästen unterm Bett kann in ausreichend hohen Wohnungen auch ein Hochbett aufgestellt werden“, empfiehlt Jung. Der Platz unter dem Hochbett bietet sich etwa für eine Couch an oder für einen Schreibtisch.“

Um Stauraum zu gewinnen, kann in das Zimmer auch ein Podest gestellt werden – eine angemessene Zimmerhöhe vorausgesetzt. „So lässt sich nicht nur Lagerfläche gewinnen, sondern es entsteht auch eine neue Raumsituation“, betont Jung. Podeste bieten eine Menge Stauraum. Stabile Klappdeckel können den Zugriff erleichtern, ähnlich den Ladeluken bei einem Frachtschiff.

Von Stephanie Hoenig/dpa/tmn

21.05.2011
14.05.2011