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Bauen & Wohnen Reparieren statt austauschen
Mehr Bauen & Wohnen Reparieren statt austauschen
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16:55 19.08.2011
Ein- bis zweimal im Jahr sollten die Fensterbeschläge gefettet werden. Benutzt werden dazu handelsübliche Kriechöle oder Spezialprodukte der Fensterhersteller.Foto: Velux
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Die Fenster hängen schief, die Balkontür schließt nicht mehr richtig, der Wind pfeift durch die Ritzen und manchmal regnet es herein? Dann ist es Zeit für neue Fenster – oder für eine Reparatur. Alles, was an Fenstern kaputt gehen kann, lässt sich auch reparieren.

„Beschläge zu fetten ist unsere häufigste Reparaturarbeit“, sagt Tischlermeister Hanno Harder aus Wonnenberg. Er empfiehlt, dies einmal im Jahr entweder selbst zu erledigen oder in Auftrag zu geben. „Regelmäßig gefettet lassen sich die Fenster leichter bedienen, und die Beschläge verschleißen nicht so schnell.“ Harder empfiehlt Kriechöl für diese Arbeit, zum Beispiel WD-40 oder Silikonöl. Nach dem Fetten sollten die Beschläge ein paar Mal betätigt werden, damit sich das Öl verteilt.

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Auch für vermeintlich hoffnungslose Fälle gibt es Rettung. Morsche Holzteile können ganz ausgetauscht werden, oder die verrotteten Teile werden herausgeschnitten und durch spezielle Fensterspachtelmasse ersetzt, oder sie werden mit einer Kunststofflösung stabilisiert. Rahmen, die aus dem Leim sind, können mit dem Trennschleifer aufgeschlitzt werden. In den Schlitz wird dann ein verbindendes und stabilisierendes Holzsstück eingeleimt.

Für Heimwerker hat die Henkel AG eine Reihe von Anleitungen und Videos ins Internet gestellt.

Auch alte Isolierglasfenster, deren Scheiben Feuchtigkeit gezogen haben und die dadurch trübe geworden sind, können möglicherweise saniert werden. Dazu werden in die Ecken der äußeren Scheiben Löcher gebohrt, durch die erst Reingungsflüssigkeit und anschließend entmineralisiertes Wasser unter Druck gespült wird. Nach einer Trocknungszeit von ein bis zwei Wochen werden die Löcher mit Kunststoffstopfen geschlossen.

Die Stopfen haben künftig die Funktion eines Ventils: Weil durch die undichten Abstandshalter weiterhin Feuchtigkeit eindringen kann, sorgen die Stopfen dafür, dass die Feuchtigkeit auch wieder entweichen kann. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Aufwand eines Fenstertausches entfällt. Der Nachteil ist, dass die Isolierwirkung etwas nachlässt. Bei einer unbeschichteten Isolierglasscheibe sinkt der U-Wert bei dieser Art der Reparatur nach Anbieterangaben von etwa 3 auf 3,012, bei einer gasgefüllten Wärmeschutzverglasung sinkt er von etwa 1,1 auf 1,4 W/m2K.

Das Gas entweicht durch die Bohrungen, soweit es nicht durch die Abstandshalterundichtigkeit ohnehin schon entwichen ist. Die Wärmeschutzbeschichtungen dagegen befinden sich meistens auf der inneren Scheibe und werden deshalb von den Bohrungen nicht beschädigt.

Auch äußerlich stumpf gewordene oder verkratzte Scheiben können meistens in eingebautem Zustand wieder glatt poliert werden. Die Anbieter versprechen eine Oberflächengüte vergleichbar mit neuen Gläsern.

Während die Glassanierung eine Sache für Profis ist, können lädierte Fensterdichtungen auch problemlos in Eigenleistung erneuert werden. Die Dichtungsprofile sind als Meterware erhältlich. Die vorhandenen Dichtungen können beim Einkaufen als Vorlage dienen. Die alten Dichtungen werden einfach aus der Nut gezogen, die neuen eben so einfach eingedrückt und auf Stoß geschnitten. Bei einer professionellen Reparatur werden die Enden verschweißt, um eine dauerhafte Dichtigkeit zu gewährleisten.

Von Ralf C. Kohlrausch

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