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Bauen & Wohnen Stagnation auf freundlichem Preisniveau
Mehr Bauen & Wohnen Stagnation auf freundlichem Preisniveau
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00:56 20.06.2009
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Der deutsche Wohnungsmarkt ist stabil, es hat weder Sinn, als Käufer auf sinkende noch als Verkäufer auf nennenswert steigende Preise zu warten. Auch die Nachfrage wird sich nicht wesentlich ändern, denn Mieter wie Wohneigentümer sind fast gleichermaßen zufrieden mit ihrer Wohnsituation. Zu diesem Schluss ist die Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen (LBS) in ihrem zehnten Jahresbericht zum deutschen Immobilienmarkt gekommen.

Obwohl vier von fünf 18- bis 34-Jährige von einem eigenen Haus träumen, besitzen bundesweit nur 43 Prozent der Haushalte Wohneigentum. 81 Prozent davon haben es zum ersehnten Häuschen geschafft, 19 Prozent haben eine Eigentumswohnung.

Städter sind Mieter

Dabei sind die Verhältnisse klar: In den Städten überwiegen die Mieter, und die Eigentümer haben in viel größerem Anteil Wohnungen; auf dem Lande ist es umgekehrt. Bremen ist dabei die Stadt der Häuslebauer: Hier haben immerhin 36 Prozent der Haushalte Eigentum, und 64 Prozent davon sind Häuser. Hannover liegt mit 23 Prozent Eigentümern und 51 Prozent Wohnungen im Mittelfeld. Die rote Laterne hängt in Berlin mit nur 13 Prozent Eigentümern.

Der Wert eines Hauses ist in Ostdeutschland am niedrigsten und steigt gegen den Uhrzeigersinn über Norden und Westen in den Süden an. Eine weitere Faustformel lautet: In den Städten ist es teurer als auf dem Lande. Die Immobilienpreise steigen stärker zu den regional verfügbaren Einkommen an, sodass in reichen Regionen wie Frankfurt oder München fast zwei vollständige Einkommen für eine Baufinanzierung nötig sind, in ärmeren ostdeutschen Gebieten reicht dagegen schon ein Drittel des Gehalts.

Insgesamt ist der Erwerb von Wohneigentum in Deutschland sehr viel günstiger geworden: So mussten für eine Finanzierung in Westdeutschland im Jahr 2006 monatlich 18 Prozent des Einkommens aufgewendet werden; 1996 war es noch fast doppelt so viel. Auch die Baupreise sind gesunken: Vor zehn Jahren lagen deutsche Häuser im europäischen Vergleich noch an der Spitze, aktuell kostet Wohneigentum im Durchschnitt aller Gebäudeformen 210.000 Euro in Deutschland. Großbritannien liegt mit 247.000 Euro schon deutlich darüber. Am teuersten sind Häuser mit 467.000 Euro derzeit im Luxemburg.

Während der typische Immobilienkäufer 38 Jahre alt ist, gibt es einen zweiten Markt für die Generation 50-plus. In dieser Altersklasse beobachten die LBS einen Hang zur ruhigen Stadtlage: Bevorzugt werden Klein- und Mittelstädte. Großstadtzentren dagegen müssen weiter mit Abwanderung rechnen.

Auch wenn sich die Mieter in Umfragen recht zufrieden mit ihrer Wohnsituation zeigen, ganz freiwillig ist die Entscheidung zum Mietezahlen nicht immer. Fast zwei Drittel der Mieter wären lieber ihre eigenen Herren und begründen das überwiegend mit der Altersvorsorge. Tatsächlich müssen Wohneigentümer ab 55 Jahren nur noch zwölf Prozent der Nettoeinkommen für die Wohnung ausgeben, bis zum Alter von 70 Jahren fällt dieser Wert auf acht Prozent. Bei Mietern ist es umgekehrt: Mit dem Älterwerden steigt die monatliche Belastung von 18 auch 30 Prozent. In der ersten Lebenshälfte sind aber die Mieter im Vorteil mit 17 bis 18 Prozent Wohnkosten, während die Käufer fast doppelt so hoch einsteigen.

Bauen für 1000 Euro

Bei den Baulandpreisen gibt es fast überall in Deutschland Schwankungen von etwa 100 Prozent. Die gute Nachricht: Fast überall in Deutschland ist es möglich, ein Einfamilienhaus mit Bauwerkskosten von 1000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu bauen.

Interessenten können das gut 50 Seiten starke Heft, randvoll mit Marktdaten, Fakten und Analysen sowie einer regional gegliederten Preisübersicht, kostenlos bestellen beim LBS-Versandservice, Stichwort Immobilienmarkt 2009, Werner-von-Siemensstraße 13, 53340 Meckenheim.

Von Ralf C. Kohlrausch

20.06.2009
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