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Bauen & Wohnen Versicherungen fürs neue Zuhause
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00:00 25.08.2012
Richtig versichert, haben Schäden für den Bauherrn keine finanziellen Folgen. Quelle: pics/Fotolia.com
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Hannover

Jede Baustelle birgt Gefahren: Bauteile können herabstürzen und parkende Autos beschädigen. Passanten können sich an unsachgemäß abgelegten Materialien verletzen. Helfer können beim Arbeiten zu Schaden kommen. Unter Umständen werden dann an den Bauherren hohe finanzielle Forderungen gestellt. „Wenn man selber baut, sollte man sich deshalb umfänglich absichern“, empfiehlt Kathrin Jarosch vom Informationszentrum der deutschen Versicherer. „Dabei muss jeder individuell abwägen, welches Risiko er tragen möchte.“

An einer Feuer-Rohbau-Versicherung zum Beispiel komme der Bauherr nicht vorbei, betont Andreas Gernt, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Allein schon deshalb, weil viele Banken Versicherungsnachweise als Sicherheit einfordern, bevor sie die Kreditzusage erteilen. Völlig überflüssig sei zwar keine der auf dem Markt angebotenen Versicherungen, meint Gernt. Welches Produkt von welchem Versicherer schließlich gewählt werde, hänge aber von vielen Faktoren ab, insbesondere von den Versicherungsleistungen und -prämien: „Es gibt keine einheitlichen Versicherungsbedingungen. Außerdem bestehen gewaltige Preisunterschiede. Bauherren sollten daher unbedingt mehrere Angebote miteinander vergleichen.“

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Fachartikel in Zeitschriften wie Finanztest oder Ökotest bieten eine erste Orientierung. Auf der Website www.klipp-und-klar.de der deutschen Versicherer findet sich eine Übersicht über die verschiedenen Versicherungsarten und -leistungen. Im zweiten Schritt sollte das Gespräch mit einem unabhängigen Berater oder einem Makler des Vertrauens erfolgen, die den individuellen Bedarf ermitteln. Geradezu für ein „Muss“ hält Gernt den Abschluss einer zumeist kostengünstigen Risikolebensversicherung oder Restschuldversicherung. Damit sind Angehörige finanziell abgesichert, falls der Hauptverdiener stirbt.

Für die Bauzeit sind folgende Versicherungen sinnvoll:

  • Bauherren-Haftpflichtversicherung: Der Bauherr ist immer persönlich für die Baustelle verantwortlich und sollte sich daher gegen eventuelle Haftungsansprüche Dritter absichern. Die Versicherung kostet etwa ein Prozent der Bausumme und schützt von Baubeginn bis zur Abnahme. Wichtig ist eine hohe Deckungssumme von bis zu drei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden.
  • Feuer-Rohbau-Versicherung: Sie schützt gegen Brände, Blitzeinschlag oder Explosionen. Eine Feuerversicherung kann im Rahmen einer längerfristigen Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden.
  • Bauleistungsversicherung: Damit werden Schäden reguliert, die beispielsweise durch Unwetter oder mutwillige Zerstörung verursacht werden. Diebstahl kann als weiterer Schaden zusätzlich versichert werden. Der Versicherungsschutz ist zeitlich begrenzt, die Prämien richten sich nach der Bausumme. In der Regel wird ein Selbstbehalt vereinbart.
  • Bauhelfer-Unfallversicherung: Helfer aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis, die unentgeltlich mitarbeiten, sind beim Bau immer herzlich willkommen. Sie sollten aber direkt bei der Berufsgenossenschaft angemeldet und - ebenso wie der Bauherr selbst - gegen Schäden finanziell abgesichert werden.
  • Glasversicherung: Eine Glasversicherung kann zusätzlich abgeschlossen werden, wenn Glasschäden voll ersetzt werden sollen. Im Rahmen der Bauleistungsversicherung ist dafür üblicherweise ein Selbstbehalt vorgesehen.
  • Haftpflichtversicherung für unbebaute Grundstücke: Eine Haftpflichtversicherung für unbebaute Grundstücke wird dann relevant, wenn mit dem Bau nicht unmittelbar nach dem Erwerb des Grundstücks gestartet wird.

Sebastian Hoff