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Bauen & Wohnen Wenn im Winter die Heizung ausfällt
Mehr Bauen & Wohnen Wenn im Winter die Heizung ausfällt
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00:00 26.01.2013
Der Lieblingsplatz in der Wohnung ist an kalten Wintertagen oft an der Heizung – vorausgesetzt, sie arbeitet richtig. Quelle: iStockphoto.com/piranka
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Hannover

Denn manche Probleme lassen sich schnell und einfach lösen. Bei anderen hilft es, wenn man die Fehlerursache eingrenzen und den Handwerker gezielt informieren kann.

Probleme mit der Heizung ließen sich grundsätzlich auf drei Themen eingrenzen, erläutert Matthias Bagnitz, Referent für Energie- und Wärmetechnik beim Zentralverband Sanitär-Heizung-Klima (ZVSHK) in St. Augustin: Entweder liege ein Fehler bei einzelnen Heizkörpern vor oder der hydraulische Abgleich stimme nicht oder der Heizungsbrenner arbeite nicht störungsfrei.

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Werden einzelne Heizkörper nicht warm, können ein klemmendes Thermostatventil oder ein defektes Ausdehnungsgefäß die Ursache sein. Häufig ist auch zu viel Luft im Heizkörper - in dem Fall ist in der Regel ein Gluckern zu hören. „Dann muss der Heizkörper entlüftet werden“, sagt Bagnitz. „Das kann man auch gut selbst machen.“ Dazu benötigt man meistens einen passenden Vierkantschlüssel, mit dem ein Ventil geöffnet wird. Sobald ein sauberer Wasserstrahl fließt, ist die Luft raus.

Doch selbst diese einfache Arbeit sollte mit Vorsicht vorgenommen werden, rät Bagnitz: „Denn nach dem Entlüften fehlt unter Umständen Druck in der Leitung.“ Dann muss zentral Wasser nachgefüllt und der Druck auf dem Manometer kontrolliert werden. Dieser sollte zwischen ein und zwei bar liegen. „Wenn man zu oft Wasser nachfüllen muss, stimmt etwas nicht“, warnt Bagnitz. Spätestens jetzt sollte ein Handwerker verständigt werden - zumal Leitungen schneller korrodieren, wenn häufig sauerstoffreiches Frischwasser ins System gelangt.

Falls einzelne Räume nicht warm werden, könne das an einem mangelnden hydraulischen Abgleich liegen, erläutert Bagnitz. Das Wasser suche sich immer den kürzesten Weg, unter Umständen komme daher bei abgelegenen Heizkörpern zu wenig an. Zusätzliche Widerstände können dieses Problem beheben. Deren Einbau sowie den hydraulischen Abgleich sollten aber auf jeden Fall Fachleute vornehmen, da dafür nicht nur handwerkliches Können, sondern auch Berechnungen nötig seien, erklärt Bagnitz. Ein hydraulischer Abgleich koste um die 1500 Euro und müsse in der Regel nur einmalig durchgeführt werden.

Werden alle Heizkörper nicht richtig warm oder fällt sogar die Heizung komplett aus, ist bei neueren Anlagen in der Regel der Brenner betroffen. „Die Behebung des Fehlers kann manchmal eine ganz banale Sache sein“, weiß Gerold Hapt, Heizungsexperte bei Haus und Grund in Berlin. Dann reiche es, einen Entstörungsknopf zu drücken. Helfe das nicht, sollte der Hausbesitzer keine eigenhändigen Reparaturen vornehmen. Manchmal genüge es, sich telefonischen Rat zu holen, sagt Bagnitz. Bei modernen Anlagen kann manche Störung sogar übers Internet ausgelesen und vom Fachmann am Computer beseitigt werden.

Je früher ein Fehler erkannt und behoben werde, desto seltener träten Folgeprobleme auf, betont Bagnitz. Er rät dazu, mit einem Installateur einen Wartungsvertrag abzuschließen und die Heizung regelmäßig und rechtzeitig vor dem Winter prüfen zu lassen: „Alles, was nicht unter Zeitdruck passiert, ist wesentlich besser.“ Das betreffe auch die Ausgaben, ergänzt Hapt: „Notdienste nehmen in der Regel kräftige Aufschläge.“ Er empfiehlt daher, vor einem solchen Einsatz nach den zu erwartenden Kosten zu fragen.

Auch Mieter können in Ausnahmefällen Notdienste verständigen, etwa wenn am Wochenende der Vermieter nicht zu erreichen ist oder dieser sich nicht rechtzeitig rührt, nachdem das Problem gemeldet wurde. Die Reparaturkosten müssten allerdings zunächst vom Mieter getragen werden, erläutert Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund e.V. in Berlin. Das Geld könne dann später vom Vermieter zurückgefordert werden.

Sebastian Hoff

26.01.2013
19.01.2013