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Bauen & Wohnen Ziervögel sind beliebte Haustiere
Mehr Bauen & Wohnen Ziervögel sind beliebte Haustiere
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00:00 26.01.2013
Wellensittiche lieben Pflanzen – manche sind jedoch giftig für die Tiere. Quelle: iStockphoto.com/ waldru
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Hannover

Welche Vögel kommen als Haustiere in Frage?

Grundsätzlich geeignet sind Wellensittiche, Kanarienvögel und Zebrafinken. Auch Nymphensittiche und Papageien können im Haus oder im Garten gehalten werden - diese Vögel benötigen allerdings deutlich mehr Platz. Abzuraten ist nach Ansicht des deutschen Tierschutzbundes von der Haltung von Waldvögeln oder Exoten, die aus dem Ausland importiert werden. Grundsätzlich gilt: Alle Ziervögel sind Schwarmtiere und sollten deshalb nicht allein, sondern mindestens paarweise leben.

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Wie sollten Ziervögel gehalten werden?

Käfige sollten an einem erhöhten, zugluftfreien, gleichmäßig warmen und trockenen Ort in der Wohnung stehen. Eine Seite sollte an eine Wand grenzen. Die Tiere sollten frische Luft und Tageslicht erhalten können. Ziervögel schätzen zwar die Gesellschaft von Menschen, mögen aber keine permanenten und zu lauten Umgebungsgeräusche. „Ein Platz in der Nähe des Fernsehers ist deshalb in der Regel ungeeignet“, sagt Züchter Wolfgang Ode aus der Wedemark. „Da bekommen die Tiere keine Ruhe, außerdem schadet ihnen die Strahlung.“ In Zimmern kleinerer Kinder, die viel toben, sind Ziervögel ebenfalls schlecht aufgehoben. Nachts brauchen die Tiere einen ruhigen und dunklen Ort zum Schlafen.

Sollen Ziervögel in der Wohnung frei fliegen?

Leben Ziervögel in einer großen Voliere, ist diese zum Fliegen meistens ausreichend. Wer jedoch Vögel in Käfigen hält, sollte den Tieren regelmäßig die Möglichkeit zum Freiflug bieten. Der Deutsche Tierschutzbund spricht sogar von einem „absoluten Muss“. Ode empfiehlt, die Vögel nur unter Aufsicht fliegen zu lassen. Wenn sie dann beispielsweise an einer Gardine hängen bleiben, kann man ihnen gleich helfen. Glasscheiben sollten zumindest in den ersten Monaten verhängt oder beklebt sein, damit die Tiere nicht dagegen fliegen. Selbstverständlich sollten alle Fenster und Türen beim Freiflug geschlossen sein. Für Vögel giftige Pflanzen wie Alpenveilchen oder Narzissen müssen entfernt werden. Brennende Kerzen, Zigarettenkippen und Alkoholreste gefährden das Leben der Tiere.

Worüber könnten sich Halter ärgern?

Vor allem Krummschnäbel wie Wellensittiche haben einen ausgeprägten Nagetrieb. Sie knabbern an elektrischen Leitungen, Tapeten oder Holzmöbeln und hinterlassen deutliche Spuren. Ode weist zudem darauf hin, dass Vögel auch beim Herumfliegen oder auf ihren Lieblingsplätzen in der Wohnung Kot ausscheiden. In der Mauser verlieren sie zudem viele Federn.

Darf man Ziervögel ineiner Mietwohnung halten?

Wenn der Mietvertrag dies nicht ausdrücklich untersagt, spricht zunächst nichts dagegen. Ode empfiehlt allerdings grundsätzlich, vor der Anschaffung mit dem Vermieter zu sprechen. Zu bedenken ist, dass Ziervögel vor allem in der Gruppe sehr laut sein können. Das kann zu Problemen mit Nachbarn führen, insbesondere wenn sich die Tiere draußen aufhalten. Gerichte haben in einigen Fällen bereits den längeren Aufenthalt von Ziervögeln im Freien untersagt.

Wie werden Ziervögel im Freien gehalten?

Ein geeigneter Lebensraum ist eine Voliere, die für Papageien und Nymphensittiche mindestens drei Meter lang und zwei Meter hoch sein sollte. „Je größer, desto besser“, betont Ode. Er rät außerdem zu einer doppelwandigen Voliere mit Zwischenraum, damit Raubtiere wie Katzen die Vögel nicht greifen können. Der Draht sollte nicht kunststoffbeschichtet sein, weil er ansonsten von den Vögeln angeknabbert wird. Empfehlenswert ist zudem eine Schleuse, damit die Tiere beim Betreten der Voliere nicht so leicht entwischen können. Ganz wichtig ist ausreichender Schatten sowie ein Schutzraum gegen Kälte und Nässe. Dafür genügt bereits ein kleiner Kasten. Je nach den Bestimmungen des Bundeslandes kann für den Bau einer Voliere eine Baugenehmigung notwendig sein.

Sebastian Hoff