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Bauen & Wohnen Zimmer mit Aussicht
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00:50 10.09.2011
Kompromiss: Die manuell bedienbare Markise mit Haltekrallen ist einfach zu bedienen: Fenster öffnen und Markise einhängen. Foto: Velux
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Während in den unteren Etagen bereits die Heizung angeworfen und über die Nachrüstung von Kaminöfen diskutiert wird, können die Dachgeschossbewohner die letzten Sommertage und den freien Ausblick genießen. Im Herbst wird ihnen die Sonne dann flach in die Dachfenster strahlen, und im Winter wird durch schlecht dämmende alte oder groß dimensionierte neue Dachfenster Wärme verloren gehen.

Dachfenster sollen Alleskönner sein: viel Ausblick bieten, aber die Sonne im Sommer aussperren und im Winter hereinlassen. Sturm, Hagel und Schnee standhalten und bei Regen nicht schnell verschmutzen oder gar laut trommeln. Die gute Nachricht: Das geht auch. Die schlechte: Das wird teuer.

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Allein für den Sonnenschutz rufen Markenhersteller Preise auf, für den die Bewohner unterer Etagen ganze Fenster kaufen können. Beim Sonnenschutz gibt es eine klare Aufgabenteilung, wie Velux-Produktberaterin Victoria Buchmüller erläutert. Sonnenschutz plus Ausblick liefern außen angebrachte Markisen. Weil die dann wie Segel im Wind stehen, eignen sie sich nur für gutes Wetter. Sonnenschutz plus Wetterfestigkeit liefern außen angebrachte Rolläden, die gleichzeitig im Winter eine zusätzliche Wärmedämmschicht darstellen und ein zusätzliches Hindernis für Einbrecher.

Sonnenschutz plus Licht bieten Screen genannte Gewebe, die außen vor der Scheibe angebracht werden. Sie sperren 95 Prozent der Wärmeeinstrahlung aus, lassen aber dennoch genug diffuses Licht durch, um den Raum zu erhellen und um darin Arbeiten bei Tageslicht zu ermöglichen. Rausschauen kann man aber auch durch einen Screen nicht.

Rollos werden innen angebracht und dienen in erster Linie der Verdunkelung. Besonders lichtdicht werden sie, wenn sie seitlich in Schienen geführt werden. Beim Wärmeschutz erreichen Rollos nur etwa ein Drittel der Wirkung von außen liegenden Rollläden. Ausblicke bieten sie ebenfalls nicht. Weil sie viel leichter zu montieren und zu produzieren sind, liegen sie auch preislich günstiger als Rollläden.

Wer will, kann die Bedienung von Rollladen oder Markise auch einer Automatik überlassen und Licht- und Wärmesensoren auf dem Dach montieren, die dann motorisch bei Überschreitung einer festgelegten Temperatur das Fenster abschatten. Das Sensorsystem liegt bei etwa 230 Euro und kommuniziert mit den Motoren per Funk. Vergleichbare Systeme gibt es zu vergleichbaren Preisen auch von anderen Markenherstellern. .

Wer am Bedienkomfort spart, kann auch erheblich am Preis sparen. Schon ab etwa zehn Euro gibt es außen liegende Fensterfolien der Firma exSun, die undurchsichtig sind, Sonnenlicht reflektieren und mit Saugnäpfen auf dem Rahmen befestigt werden. Auch in diesem Fall gilt allerdings, dass nicht nur mit der Sonne, sondern auch mit der Aussicht Schluss ist. Bauherren, die jetzt einen Dachboden neu ausbauen oder ein vorhandenes Fenster austauschen wollen, empfiehlt Buchmüller Fenster mit einem niedrigen G-Wert. Das sind Fenster, die einen niedrigen Durchgang für die Sonnenwärme bieten. „Dann bleibt schon beim Fenster die meiste Wärme draußen, und man hat trotzdem freien Ausblick.“

Von Ralf C. Kohlrausch

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