Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wohn(t)räume Bauen, kaufen und sanieren
Mehr Bauen & Wohnen Wohn(t)räume

Bauen, kaufen und sanieren

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Lohnenswert: Hausbesitzer profitieren von einer ganzen Reihe an Förderungen. Wer auf Klimaschutz und energetische Sanierung setzt, kann finanzielle Unterstützung beantragen.
Lohnenswert: Hausbesitzer profitieren von einer ganzen Reihe an Förderungen. Wer auf Klimaschutz und energetische Sanierung setzt, kann finanzielle Unterstützung beantragen. Quelle: iStockphoto.com/gerenme

Der Bau oder Kauf des eigenen Hauses ist für die meisten Menschen das größte Projekt ihres Lebens – auch finanziell betrachtet. Ob Baukindergeld, die neue Heizanlage oder die Dämmung des Dachs – der Staat bietet Bauherren und Hausbesitzern eine Reihe von Förderungen für verschiedene Zwecke, vor allem dann, wenn eine energetische Sanierung eines Altbaus ansteht oder mit dem Neubau aktiver Klimaschutz betrieben werden soll. Hier ein Überblick über die Fördermittel in der Region Hannover.

Baukindergeld: Jeder Kopf unter 18 zählt
Familien mit Kindern, die ein Haus oder eine Wohnung kaufen oder bauen und die nächsten zehn Jahre selbst darin leben werden, können bei der KfW-Bank unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss von 1200 Euro pro Kind und Jahr beantragen. Wichtig ist, dass die Baugenehmigung ab dem 1.1.2018 erteilt oder der Kaufvertrag frühestens am 1.1.2018 geschlossen wurde und das Kind sein 18. Lebensjahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollendet hat. www.hannover.de

Der Hannover-Kinder-Bauland-Bonus
Für förderfähig erklärte städtische Baugrundstücke bietet die Stadt Hannover einen Kinderrabatt an. Bauwillige mit Kindern unter 16 Jahren erhalten mit dem Hannover-Kinder-Bauland-Bonus einen Abschlag von 10 Prozent auf den Grundstückspreis pro Kind, allerdings maximal 40 Prozent für vier oder mehr Kinder. Einkommen oder Trauscheine spielen keine Rolle. Andere Förderungen mindern die Verbilligung nicht. Wird das geförderte Haus vor Ablauf von zehn Jahren veräußert oder die Eigennutzung aufgegeben, muss der Bonus anteilig zurückgezahlt werden. www.efh-buero.de

Wohneigentümer profitieren
Das Programm 124 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert den Kauf von selbst genutzten Eigenheimen und Eigentumswohnungen mit bis zu 100 000 Euro pro Vorhaben. Es ermöglicht ein Darlehen mit günstigen Zinsen. Auch wenn das KfW-Darlehen meist nicht den ganzen Preis der Immobilie abdeckt, kann es das Hauptdarlehen bei einer anderen Bank ergänzen. Gewählt werden kann zwischen zwei Kreditarten. www.kfw.de

Mit dem KfW-Effizienzhaus Tilgung sparen
Wer über den Erwerb oder den Bau einer Immobilie nachdenkt und den Standard eines KfW-Effizienzhauses oder eines vergleichbaren Passivhauses erreicht, erhält von der KfW-Bank eine Förderung. Diese besteht aus dem Förderkredit Energieeffizient Bauen (153) zu besonders günstigen Konditionen und einem Tilgungszuschuss. Je energieeffizienter die Immobilie ist, desto höher ist der Zuschuss. Der Förderkredit wird bis zu 120 000 Euro je Wohnung gewährt, der Tilgungszuschuss beträgt bis zu 30 000 Euro. www.kfw.de

NBank fördert alters- und behindertengerechtes Bauen und Modernisieren
Die Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) unterstützt das barrierefreie Bauen bei der altengerechten Modernisierung von Wohneigentum, aber auch bei der Schaffung von selbst genutztem Wohnraum für Haushalte mit Schwerbehinderten. So können Eigentümer, die ein selbst genutztes Haus altersgerecht modernisieren möchten, ein zinsloses, ab dem elften Jahr zinsgünstiges Darlehen in Höhe von 40 Prozent der Gesamtkosten in Anspruch nehmen. Vorausgesetzt, die zu finanzierenden Kosten je Wohnung betragen mindestens 10 000 und maximal 75 000 Euro.
Darüber hinaus fördert das Land den Neu-, Aus- und Umbau sowie den Immobilienkauf in Zusammenhang mit Modernisierung von selbst genutztem Wohnraum, wenn eine schwerbehinderte Person im Haushalt lebt. Erhältlich ist auch hier ein zinsloses, ab dem elften Jahr zinsgünstiges Darlehen. www.nbank.de

Besser spät als nie: Energetisch sanieren
Wer seine Immobilie energetisch sanieren will, obwohl es an Kapital und zinsniedrigen Krediten mangelt, kann auf finanzielle Unterstützung der KfW-Bank setzen. Der Kredit KfW 151 ist für Eigenheimsanierer gedacht, die einen KfW-Effizienzhaus-Standard erreichen wollen. Die Darlehensobergrenze liegt bei 120 000 Euro je Wohneinheit und enthält einen Tilgungszuschuss von maximal 48000 Euro. Der Kredit KfW 152 kommt hingegen bei der Durchführung von Einzelmaßnahmen infrage, beinhaltet aber nur einen kleinen Tilgungszuschuss von maximal 10 000 Euro und hat eine Kreditobergrenze von 50 000 Euro je Wohneinheit. Grundvoraussetzung für beide Kredite ist, dass die Beantragung über einen Energieberater und vor dem Beginn der Sanierung erfolgt. Zudem muss die Bauanzeige beziehungsweise der Bauantrag für das betreffende Wohngebäude vor dem 1.2.2002 erfolgt sein. www.kfw.de

Zuschuss für Wärmepumpenanlagen, Solarkollektoren & Co.
Mit Zuschüssen und Förderkrediten rechnen sich Solarthermieanlagen schneller als ohne. Wer eine bestehende Heizungsanlage mit so einem Modell aufrüsten will, kann mit einem Zuschuss von 30 Prozent der förderfähigen Kosten durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) rechnen. Mit ebenso hohen Fördermitteln werden Hausbesitzer belohnt, die ihre neue Gasbrennwertheizung mit Solarthermie kombinieren. Erfolgt der Wechsel von einer alten Ölheizung, erhöht sich der Zuschuss auf insgesamt 40 Prozent. Bis maximal 50 Prozent Förderung winken sogar, wenn die Solarthermie mit einer weiteren regenerativen Wärmequelle wie einer Wärmepumpe kombiniert wird. Die Region Hannover honoriert jedes Bauvorhaben von Solarwärme-Anlagen mit weiteren 1000 Euro – zusätzlich zum BAFA-Förderbetrag. www.bafa.de und www.hannover.de

Energiesparduo: Dachdämmung und Solaranlagen
Die Region Hannover fördert die hochwertige Dachdämmung bei gleichzeitiger Errichtung einer Solaranlage auf Ein- und Mehrfamilienhäusern. Mit der Dach-Solar-Richtlinie sollen Eigentümer motiviert werden, ihr Dach energetisch zu modernisieren. Ob Solarstrom- oder Solarwärme – die Dämmung wird auch dann gefördert, wenn die Solaranlage selbst wiederum über KfW-Förderung oder andere Bundesprogramme gefördert wird. Je Qua- dratmeter gedämmter Dachfläche gibt’s 50 Euro, pro Gebäude maximal 50 000 Euro. www.kfw.de und www.hannover.de

Geld für Gründächer
Auch 2021 können Fördermittel für begrünte Dächer und Fassaden beantragt werden. Sie verbessern das Kleinklima und helfen, Regenwasser zu sparen. Profitieren können neben Kommunen auch Privatpersonen und Firmen, die Neubaudächer begrünen oder vorhandene Dächer mit Begrünung nachrüsten wollen. Insgesamt 200 000 Euro stehen im laufenden Jahr zur Verfügung. Die Nachhaltigkeit muss für fünf Jahre gewährleistet sein, deshalb werden ausschließlich professionell durchgeführte Dachbegrünungen mit bis zu 10 000 Euro gefördert. Anträge können beim Fachbereich Umwelt der Region Hannover gestellt werden. www.hannover.de

Von Tanja Piepho