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18:59 26.08.2019
Heute bauen und morgen noch  modern sein: Wer bei der Bauplanung schon eventuelle Entwicklungen in den Blick nimmt, hat eine wertigere Immobilie. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn
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Wer sich den Traum vom Eigenheim verwirklicht, sollte die Zukunft im Blick haben. Viele Entwicklungen lassen sich natürlich noch nicht absehen. Aber schon heute kann ein Bauherr für die nächsten 20 Jahre mitdenken. Das sagt Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau im Interview.

Was sollte ein Bauherr auf jeden Fall gleich einplanen, wenn er künftig noch einen Bau auf der Höhe der Zeit haben möchte?
Man sollte Vorkehrungen treffen, dass man alternative Energiesysteme in sein Gebäude integrieren kann. Dazu zählen die Stromerzeugung etwa über die Sonne, aber auch Heizmöglichkeiten über Nahwärmeversorgungsnetze. Die zukünftige Stromversorgung wird vermutlich auf kleinen dezentralen Energiezentren fußen, die regenerativen Strom erzeugen und ins Netz einspeisen.

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Wie sieht das konkret in  meinem Haus aus?
Wenn man solche Anlagen nicht sowieso jetzt schon einbaut, sollte man auf jeden Fall Leitungen bereithalten, um nachrüsten zu können.

Wie viel kostet es mich, das Heizsystem im Haus so umzubauen, dass regenerative Energien Teil dessen sind?
Alle Vorkehrungen, die dazu führen, dass es eines Tages leichter wird, Systeme zu integrieren, sollte ich während des Neubaus schon treffen. Es ist sinnvoll Leitungen einzuplanen, die jetzt zwar unnütz im Kamin liegen, denn das nachträgliche Einbauen kostet viel Energie, Zeit und Nerven. Aber: So ein Heizsystem heute auf regenerative Energien vorzubereiten, heißt nicht nur, Anschlussmöglichkeiten zu bieten. Es heißt auch, es entsprechend zu konzipieren. Ein Beispiel: Ein Heizkörper arbeitet mit höheren Vorlauftemperaturen. Er ist daher weniger geeignet für regenerative Energien, da sie sich dadurch auszeichnen, dass sie eher geringe Temperaturen aufbringen.

Gilt dies auch für die Elektrotechnik?
Das Haussystem sollte in der Lage sein, den selbst produzierten Strom zu verarbeiten. Die BUS-Technik ist hierfür eine relativ gute Variante, um Regelbarkeit und Steuerungsmöglichkeiten auch nachträglich zu integrieren.

Was braucht man für dieses System der Datenübertragung?
Leerrohre sind bei der Elektrotechnik ein Knackpunkt. Man macht sie zwar gerne rein, aber die Kabel hinterher einzuziehen, ist oft ein Problem. Daher macht es schon Sinn, entsprechende Kabel gleich zu verlegen. Entscheidend ist bei der BUS-Technik, dass Sie Ihr Haus intelligent machen. Die Entwicklung geht hin zu Geräten, die selbst wissen, ob sie Strom jetzt verbrauchen können, weil es zum Beispiel nicht zum Laden des E-Mobils gebraucht wird. Das Stichwort ist Smart Grid. Das steht im Prinzip für ein intelligentes Stromnetz, aber auch die intelligente Vernetzung aller Verbraucher im Haushalt, um  die Energiemengen in die richtigen Kanäle zu leiten.

Wird das Elektroauto Teil der Hausanlage?
Die Speichermöglichkeit, die mir mein Auto bietet, ist schon eine sinnvolle Kombination mit meiner eigenen Photovoltaikanlage. Aber das ist wiederum auch nur möglich, wenn die Hausanlage auch entsprechend vorgerichtet ist und die Regulierungen schafft. Und die Leitung dafür muss auf das Dach und in die Garage gelegt sein.

Lohnt sich schon jetzt eine Ladestelle in der Garage?
Wenn man noch kein E-Mobil hat, macht das jetzt keinen Sinn, denn diese Tankstellen kosten noch 7000, 8000 Euro. Aber das Kabel dazu und der Anschluss dort, wo eines Tages die Zapfstelle hinkommen soll, das ist sehr sinnvoll.

Lohnt sich ein Glasfaseranschluss?
Wenn es die Möglichkeit gibt, zu bezahlbaren Preisen Glasfaseranschluss zu bekommen, sollten Sie das auf jeden Fall machen.

Wie wichtig ist der Blick aufs Alter?
Hier kommt das Thema Barrierefreiheit ins Spiel, die sich später aufgrund der Größe von Baugrundstücken und dadurch dem Bedürfnis, in die Höhe zu bauen, oftmals auch nicht so wirklich realisieren lässt. Aber schon mal daran zu denken, wie komme ich von A nach B, das macht bei der Planung Sinn. Gibt es vielleicht auch die Möglichkeit, später einen Fahrstuhl einzubauen? Hier kommt es natürlich auch darauf an, was man mit dem Gebäude vorhat. Auch der Wiederverkaufswert steigt, wenn Sie so ein Gebäude auch einer älteren Generation verkaufen können.

Wann sind Vorsorgemaßnahmen übertrieben?
Wenn sich der Mehrwert wirtschaftlich nicht rechnet und ich Vorsorgemaßnahmen aus Komfortgedanken heraus mache. Ein Beispiel: Eine über das Netz aus der Ferne steuerbare Heizungsanlage für mehrere Tausend Euro. Wirtschaftlich rechnet sich so etwas nicht wirklich.

Simone A. Mayer

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