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16:08 30.10.2019

So entscheiden sich die Abgeordneten beim Thema Organspende

Yasmin Fahimi, SPD-Bundestagsabgeordnete: „Schweigen ist keine Zustimmung. Aber wenn Schweigen über Leben oder Tod entscheidet, gibt es eine Verpflichtung zur minimalen Beteiligung. Die doppelte Widerspruchslösung ist für alle zumutbar, auch wenn es nie schön ist, sich mit dem eigenen Tod zu befassen. Wenn man sich unsicher ist, braucht man nur Nein sagen. In den vergangenen Wochen habe ich mit vielen Betroffenen gesprochen und zuletzt auch Prof. Haverich und Prof. Manns in unserem Transplantationszentrum an der MHH besucht. Ich empfinde es jetzt als geradezu meine Pflicht, endlich die Voraussetzungen zu verbessern, um Leben zu retten. Wir sind derzeit sogar Nutznießer von Regelungen im EU-Ausland, obwohl wir selber keine Widerspruchslösung haben. Diese Trittbrettfahrerei müssen wir beenden.“

Quelle: Michael Thomas

Grigorios Aggelidis , FDP. Bundestagsabgeordneter: „Organspende muss eine freie Entscheidung bleiben. Aus Schweigen darf keine Verpflichtung werden. Deshalb stimme ich gegen die Widerspruchslösung. Gerade weil die Schwierigkeiten bei Organtransplantationen nicht an der Spendebereitschaft der Bürger, sondern oft in den Strukturen der Kliniken liegen. Es muss sichergestellt sein, dass genügend Personal zur Verfügung steht, um eine Organentnahme durchzuführen und, dass die Kosten für diesen wichtigen ersten Schritt einer Transplantation übernommen werden. Der Staat muss hier endlich seine Hausaufgaben erfüllen.“

Quelle: Samantha Franson

Sven-Christian Kindler, Grünen-Bundestagsabgeordneter: „Wir brauchen in Deutschland dringend mehr Organspenden. Aber Schweigen darf im Gesundheitssystem niemals Zustimmung bedeuten. Ich setze auf regelmäßige Befragungen und mehr Aufklärung für eine freie Entscheidung zur Organspende und eine bessere Organisation und mehr Transparenz in den Krankenhäusern, um das Vertrauen zu stärken."

Quelle: Irving Villegas
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