Menü
Anmelden
Mehr Bilder So entscheiden sich die Abgeordneten beim Thema Organspende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:08 30.10.2019

So entscheiden sich die Abgeordneten beim Thema Organspende

Jörn König, AfD-Bundestagsabgeordneter: „Ich werde gegen die Widerspruchslösung stimmen, denn wenn Organe des Körpers eines Bürgers verwendet werden sollen, muss dieser Bürger vorher explizit zustimmen. Alles andere ist aus meiner Sicht eine Verletzung der Grundrechte. Zusätzlich habe ich zum Gesundheitssystem nur begrenztes Vertrauen. Es gibt gute und nachvollziehbare Gründe für die Widerspruchslösung, aber in der Gesamtabwägung bin ich zu dem obigen Schluss gekommen.“

Quelle: Moritz Frankenberg

Maria Flachsbarth, CDU-Bundestagsabgeordnete: „Ich unterstütze Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende und wende mich entschieden gegen die Widerspruchslösung. Aus meiner eigenen Familie kenne ich die Not von Menschen, die dringend auf ein Organ zur Transplantation warten. Deshalb brauchen wir in Deutschland dringend Verbesserungen bei der Organspende. Erste wichtige Verbesserungen hat der Bundestag mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes - Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende vom 22. März 2019 auf den Weg gebracht. Eine Widerspruchsregelung aber, die davon ausgeht, dass einem hirntoten Menschen Organe entnommen werden dürfen, wenn er nicht ausdrücklich widersprochen hat, führt allerdings in die falsche Richtung. Diese Regelung würde eher Ängste erzeugen und möglicherweise die Spendenbereitschaft senken. Ziel des von mir unterstützten Gesetzentwurfs ist es daher, eine stets widerrufbare Entscheidung klar zu registrieren, verbindliche Information und bessere Aufklärung zu gewährleisten und die regelmäßige Auseinandersetzung mit der Thematik zu fördern. So soll die bislang bestehende Differenz zwischen der in Befragungen geäußerten grundsätzlich positiven Einstellung der Menschen zur Organ- und Gewebespende und dem dokumentierten Willen zur Organ- und Gewebespende (Spendeausweise und Organentnahmen) verringert werden. Die Freiheit zu einer Entscheidung über diese zutiefst persönliche Frage, ein Teil von mir zu geben, um das Leben eines anderen zu retten, muss jedoch ohne Zwang erhalten bleiben.“

Quelle: Voigtmann

Kerstin Tack, SPD-Bundestagsabgeordnete: „Ich werde für die Widerspruchslösung stimmen. Diese sieht vor, dass alle Menschen Organspender sind, wenn sie nicht widersprechen. Obwohl rund 84 Prozent der Menschen einer Organ- und Gewebespende eher positiv gegenüberstehen, liegt der Anteil mit Organspenderausweis nur bei 36 Prozent. Aus diesem Grund warten deutlich mehr Menschen auf eine Organspende, als es Spender gibt. Neben denjenigen, die ein Organ erhalten und damit einen größtmöglichen Akt der Solidarität erfahren, würde diese Regelung auch den Angehörigen potenzieller Organspender helfen. Aktuell sind sie kurz nach Tod einer von ihnen geliebten Person mit der Frage konfrontiert, ob es im Sinne des Verstorbenen ist, dass die Organe gespendet werden. Diese Last würde ihnen mit dem Gesetz weitgehend genommen."

Quelle: Katrin Kutter