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15:05 28.10.2019

So stehen Hannovers Bundestagsabgeordnete zum Thema Organspende

Caren Marks, SPD-Bundestagsabgeordnete: „Ich halte es für sehr wichtig, die Organspendebereitschaft durch bessere Aufklärung, mehr Transparenz und bessere Organisation deutlich zu erhöhen. Deswegen werde ich für den Gesetzentwurf zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende stimmen. Den Gesetzentwurf zur sogenannten doppelten Widerspruchslösung lehne ich ab: Ich halte ihn für verfassungsrechtlich bedenklich. Das Selbstbestimmungsrecht darf nicht bei der Organspende ausgehebelt, Schweigen darf nicht als Zustimmung gewertet werden. Die Widerspruchslösung setzt auf die Trägheit oder Entscheidungsunfähigkeit der Menschen und führt das Wort ,Spende’ ad absurdum. Die Transplantationsmedizin lebt vom Vertrauen der Menschen. Dies gilt es zu stärken, um so mehr Menschen zu helfen, die dringend ein neues Organ brauchen."

Quelle: Bundesregierung,Horst-Dieter Kämpfer

Yasmin Fahimi, SPD-Bundestagsabgeordnete: „Schweigen ist keine Zustimmung. Aber wenn Schweigen über Leben oder Tod entscheidet, gibt es eine Verpflichtung zur minimalen Beteiligung. Die doppelte Widerspruchslösung ist für alle zumutbar, auch wenn es nie schön ist, sich mit dem eigenen Tod zu befassen. Wenn man sich unsicher ist, braucht man nur Nein sagen. In den vergangenen Wochen habe ich mit vielen Betroffenen gesprochen und zuletzt auch Prof. Haverich und Prof. Manns in unserem Transplantationszentrum an der MHH besucht. Ich empfinde es jetzt als geradezu meine Pflicht, endlich die Voraussetzungen zu verbessern, um Leben zu retten. Wir sind derzeit sogar Nutznießer von Regelungen im EU-Ausland, obwohl wir selber keine Widerspruchslösung haben. Diese Trittbrettfahrerei müssen wir beenden.“

Quelle: Michael Thomas

Grigorios Aggelidis , FDP. Bundestagsabgeordneter: „Organspende muss eine freie Entscheidung bleiben. Aus Schweigen darf keine Verpflichtung werden. Deshalb stimme ich gegen die Widerspruchslösung. Gerade weil die Schwierigkeiten bei Organtransplantationen nicht an der Spendebereitschaft der Bürger, sondern oft in den Strukturen der Kliniken liegen. Es muss sichergestellt sein, dass genügend Personal zur Verfügung steht, um eine Organentnahme durchzuführen und, dass die Kosten für diesen wichtigen ersten Schritt einer Transplantation übernommen werden. Der Staat muss hier endlich seine Hausaufgaben erfüllen.“

Quelle: Samantha Franson