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Restauranttests Alle Farben Asiens
Mehr Essen & Trinken in Hannover Restauranttests Alle Farben Asiens
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06:15 14.06.2012
Von Sonja Fröhlich
Herr Thang mit frischem Sushi im Restaurant in der Limmerstraße. Quelle: Martin Steiner
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Linden-Nord

Die Einrichtung aus einigen einfachen Holztischen und zwei Esstheken sowie allerlei Schnickschnack ist vor allem eines: bunt. Die Augen wandern von einem Poster mit Robinson-Insel zu der Silhouette einer nackten Dame in erotischer Pose und bleiben an einem Plakat mit Sushi-Beschreibungen hängen, folgen dann kurz einer asiatischen Soap, die über einen Flachbildschirm an der Wand flimmert (gut, dass der Ton aus ist) - und dann zu den vielen Schildern mit Speiseangeboten. Teriyaki-Story, Exotic Garden oder Viet Curry heißen die Rubriken, dazu gibt es Erdnuss-, Mango- oder Kokosspezialitäten und wechselnde Tagesgerichte.

Eine ähnlich wilde Mischung aus japanischen, vietnamesischen und thailändischen Einflüssen würzt auch die Suppen, die mein Begleiter und ich ausgewählt haben. Die Udon-Nudelsuppe (5 Euro) hat mit ihrem puristischen Vorbild aus Japan wenig gemeinsam, sie ist vielmehr ein Geschmackserlebnis aus den typischen fast fingerdicken Nudeln, Asia-Gemüse und Kräutern. Ähnliches gilt für die Mr. Thang Special Soup (6,90 Euro) die, abgeschmeckt mit Kokosmilch, auch noch Fischstücke und Garnelen enthält. Beide Suppen schmecken frisch, lecker und sind so reichlich, dass sie auch als Hauptgericht taugen.

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Aus Neugier teilen wir uns dennoch als Hauptgang ein gemischtes Sushi-Probierset (11,50 Euro) - das allerdings ist eine Enttäuschung. Von der Frische, die für die Qualität von Sushi ausschlaggebend ist, kann weder bei den Lachs- noch bei den Garnelenhappen die Rede sein; dem Thunfisch sieht man gar schon an seiner trübbraunen Färbung an, dass er schon länger auf dem Trockenen sitzt.

Vielleicht handelt es sich um eine Ausnahme, denn bei unserem nächsten Besuch besteht das gleiche Set - das dieses Mal als Vorspeise fungiert - aus frischerem Fisch und weniger wässrigem Reis. Auch die Hauptspeisen überzeugen, allerdings würzen wir mit Sojasoße und einer sehr scharfen roten Paste nach, die auf den Tischen steht. Die Gemüse-Tofu-Variation (5,50 Euro) mit Ingwer-Orangen-Soße schmeckt exotisch, aber auch recht süß. Das Rindfleisch mit Teriyaki-Gemüse (5,50 Euro) erinnert dagegen eher an die gradlinige japanische Küche.

Viele Gerichte gibt es wahlweise mit Fleisch, Meeresfrüchten oder auch mit Tofu; mitnichten bietet Mr. Thang aber den Einheitsbrei wie man ihn von manch anderen Allround-Asiaten kennt. Vielmehr richtet sich der Familienbetrieb an ein gesundheitsbewusstes Publikum. „0% Gluten, 0% Cholesterin, 100 % Gesundheit“ oder auch „absolut laktosefrei“ steht hinter einigen Gerichten auf der Karte. Und der mit Honig und Minze abgeschmeckte Zitronengrastee (1 Euro) soll sogar „speziell gegen Depression“ wirken.