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Restauranttests So schmeckt die japanische Suppe in der Kenibo Ramen-Bar
Mehr Essen & Trinken in Hannover Restauranttests So schmeckt die japanische Suppe in der Kenibo Ramen-Bar
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20:27 21.09.2018
Kenibo Ramen-Bar, Kramerstraße, Mitarbeiterin Ha Nguyen (34)
Kenibo Ramen-Bar, Kramerstraße, Mitarbeiterin Ha Nguyen (34) Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Bei Suppen und Eintöpfen geht uns ja das Herz auf. Ob aus Frankreich, Italien oder Deutschland, ob aus Osteuropa oder Asien, ob Pot au feu, Cassoulet oder Bouillabaisse, Minestrone oder Brotsuppe mit Parmesan, ob saure Mehlsuppe, Borschtsch, Pho Bo, Khao Tom Gai oder Gaisburger Marsch: Suppen auf Brühenbasis oder Eintöpfe könnten wir jeden Tag essen. Das liegt sicher auch am Variantenreichtum durch die vielen Einlagen von Nudeln und Kartoffeln über Gemüse, Kräuter und Hülsenfrüchte bis hin zu Fleisch, Fisch, Ei und Tofu. Was die Gerichte aber auch auszeichnet: Meist sind sie kräftigend und sättigend, ohne zu schwer im Magen zu liegen, was auch vor allem am Hauptbestandteil, der vielen herzhaften Flüssigkeit, liegt.

Insofern reiben wir uns in Vorfreude die Hände, als wir in die Altstadt aufbrechen, wo vor einigen Monaten die Kenibo Ramen-Bar eröffnet hat. Was für den Amerikaner der Burger, ist für den Japaner der Ramen: eine Nudelsuppe, die quer durch Japan in zahlreichen regionalen Ausprägungen zu erhalten ist. 80 000 Ramen-Läden soll es im Land der aufgehenden Sonne geben, manch einer spricht von 200 000. Uns genügt einer, sofern die Suppen so herausragend gemacht sind wie der BBQ Pork Ramen (9,50 Euro) in der hannoverschen Altstadt. Die dünnen Eiernudeln aus Weizenmehl (die ebenfalls Ramen heißen) sind hausgemacht und haben schönen Biss. Die hausgemachte Brühe ist würzig. Das Fleisch ist köstlich. Frische bringen Sprossen, Lauchzwiebeln und Pak Choi. Großartig.

Die japanische Suppenküche an der Kramerstraße punktet mit frischen Produkten – gut zubereitet und abgeschmeckt.

Bei unserem zweiten Besuch bestellen wir Tonkotsu Ramen (9,50 Euro) mit wachsweich gegartem Ei, etwas Schweinerollbraten sowie zwei Scheiben Narutomaki, eine Art Strudel aus gekochtem Fischfleisch, das mit ziemlicher Sicherheit als Fertigprodukt erworben wurde. Die Brühe hat bei diesem Ramen klassischerweise eine weißlich-trübe Verfärbung, was bei stundenlangem Auskochen von Schweineknochen passiert. Schmeckt gut, dennoch schlürfen wir unsere zweite Suppenschüssel etwas weniger schwelgerisch als die erste, weil es der Flüssigkeit etwas an Salz mangelt. Dafür haben wir für die beiden hausgemachten Getränke nur Lob übrig: eine große Zitronenlimonade (3,90 Euro) und ein großer Mango-Rhabarber-Eistee, die beide mit Sorgfalt zubereitet wurden.

15 Suppen zur Auswahl

Neben 15 Suppentöpfen stehen in der Kenibo Ramen-Bar aber auch noch andere Gerichte zur Auswahl. Sehr gut schmeckt das dünne, saftige Schweineschnitzel (8,50 Euro), das in Pankomehl (einem Paniermehl aus der Brotkrume) goldbraun ausgebacken wurde, dazu gibt es eine feinsäuerliche Soße auf Tamarindenbasis. Exzellent ist der dazu gereichte Weißkrautsalat in Sesamdressing – eine Kombination, die dem Kohlgewächs ausgesprochen gut steht. Serviert wird die Beilage auch zu dem feurigen, knusprigen Hühnerfleisch mit Erdnüssen (9,50 Euro), das in einer kleisterartigen Soße an den Tisch kommt, mit der man seine Rippchen beim nächsten Grillevent marinieren möchte: Die tief-herzhafte Glasur lässt auf den Einsatz von Sesam und Knoblauch, aber auch von Chili, Honig und Sojasoße schließen.

Zum Abschluss probieren wir noch zweierlei japanische Reiskuchen. Wir bestellen die sogenannten Mochis einmal mit Kokosnusseis (4,90 Euro) und einmal mit süßlichem roten Bohnenpüree (3,90 Euro) gefüllt. Leider ist es Fertigware, die uns aufgetischt wird. Zumindest lässt das profillose Aroma auf nichts anderes schließen. Aber wegen der Süßspeisen sind wir schließlich auch nicht in die Altstadt gekommen. Und wir kommen wieder, so viel ist sicher. Es kommen kalte Wintertage, an denen wir in dieser schicken Ramen-Bar in unseren Suppentopf pusten und dabei eine Weile den Alltag vergessen. Vielleicht ist das auch ein weiterer Grund, warum wir so gerne Suppen und Eintöpfe essen: beschäftigt mit Schlürfen und Löffeln, lässt sich herrlich der Alltag ausblenden.

Das Fazit

Eine Suppenküche wie wir sie uns wünschen: Viele frische Waren, gut zubereitet und abgeschmeckt.

Kontakt

Kenibo Ramen-Bar

Kramerstraße 10

30159 Hannover

Telefon: (0511) 37438737

E-Mail: info@kenibo-ramen.de

Internet: www.kenibo-ramen.de

Öffnungszeiten: Mo. bis Sbd. 12 bis 22 Uhr, So. 13 bis 21 Uhr

Barrierefreiheit: ja

Von Hannes Finkbeiner