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Die Mittelstufe Gesamtschulen im Blickpunkt
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14:01 25.01.2010
Madeleine, 12, Lynn, 11, und Charlotta, 11, gehen in die Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim. Quelle: Martin Steiner

Weil die sechs bestehenden Integrierten Gesamtschulen in der Stadt nur 25 Prozent eines Jahrgangs aufnehmen können, will die Stadt drei neue Gesamtschulen gründen. Die Gründung von neuen Gesamtschulen oder die Erweiterung von bestehenden fordern zahlreiche Initiativen, die sich in vielen Kommunen im Land gebildet haben. Zum Teil mit Erfolg: Das Kultusministerium hat der Einrichtung von drei Integrierten Gesamtschulen in Obernkirchen, Helpsen und Rodenberg im Kreis Schaumburg zum August 2009 zugestimmt.

Ursache für den Zulauf an Gesamtschulen ist der an Gymnasien durch die Verkürzung der Abiturzeit auf zwölf Jahre angewachsene Leistungsdruck. Viele Eltern wollen ihren Kindern das enorme Stundenpensum ersparen. Auf der IGS steht das Abitur wie bisher nach 13 Jahren an.

Ein weiterer Grund für die Zunahme der Anmeldungen sind die Schullaufbahnempfehlungen nach der 4. Klasse. Nicht wenige Eltern, deren Kind eine Hauptschul- oder Realschulempfehlung hat, melden ihr Kind lieber an einer Gesamtschule statt an der empfohlenen Schulform an. Sie glauben, die Zukunftschancen ihres Kindes so besser wahren zu können.

Voraussichtlich 4600 Gesamtschulplätze werden im nächsten Schuljahr in Niedersachsen fehlen – doppelt so viele wie 2007. Im Schnitt sei jeder zweite Bewerber abgewiesen worden, sagt Gerd Hildebrandt, Vorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule, die eine Erhebung zur landesweiten Nachfrage nach Gesamtschulplätzen vorgestellt hat.

In Hannover mussten laut Heike Rudolph, Fachbereichsleiterin für Schulplanung, im vergangenen Schuljahr 300 Fünftklässler, die eine Gesamtschule besuchen wollten, abgelehnt werden. Insgesamt bietet die Stadt 6750 IGS-Plätze. Rund 150 kamen im August durch die Erweiterung der IGS Kronsberg dazu.

„Die Nachfrage nach Gesamtschulen ist enorm“, sagt Wilfried Kretschmer, Schulleiter der Robert-Bosch-Gesamtschule. Allein in Hildesheim gäbe es sieben Initiativen, die mehr Gesamtschulplätze fordern. „Die Stimmung, auch die politische, verändert sich zugunsten der Gesamtschule“, sagt Kretschmer: „Selbst konservative Kräfte stehen der Schulform plötzlich recht aufgeschlossen gegenüber.“

Julia Pennigsdorf

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