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Die Mittelstufe Neuanfang in der 5. Klasse
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15:07 24.06.2014
Von Bärbel Hilbig
Alles neu, alles lauter: Gymnasiastin Dorothea Kirch an der Wilhelm-Raabe-Schule Quelle: Martin Steiner

Für Dorothea Kirch stand ohne Zweifel fest, dass sie zum Gymnasium gehen wollte. Sie hatte sich an ihrer Grundschule zwar wohlgefühlt, aber oft auch sehr gelangweilt. „Ich habe mir Bücher mitgebracht und gelesen, weil ich als Erste mit den Aufgaben fertig war. Wenn das so weitergehen würde, fände ich es nicht so toll.“

Dennoch war der Start an der Wilhelm-Raabe-Schule auch ein Sprung ins kalte Wasser für die sehr wache und aufmerksame Zehnjährige. „Ich kannte keinen Schüler in der neuen Klasse. Die sind aber alle ganz nett.“ Für den Schulweg von Badenstedt bis in die hannoversche Südstadt braucht sie mit Bus und Straßenbahn jetzt fast eine Stunde. Dorothea kennt inzwischen Mitschüler aus der Nachbarschaft, mit denen sie sich für die Fahrt verabredet. „Wir quatschen dann oder machen Hausaufgaben.“

Die neue Schule hält dem kritischen Blick der Fünftklässlerin im Großen und Ganzen stand. Das lichte Gebäude in der Birkenstraße, in dem die unteren Klassen des Gymnasiums lernen, findet Dorothea schön. Ihr Urteil über den Schulhof fällt allerdings vernichtend aus. „Da sind nicht mal Bänke, wo wir Mädchen uns gemütlich hinsetzen und was essen können.“
Die ersten Tage am Gymnasium hatten zunächst gemächlich begonnen. Die Kinder lernten sich gegenseitig kennen und stellten Regeln für ihre Klasse auf. Danach nahmen die „Paten“ aus der siebten Klasse die Neuen mit ins Hauptgebäude und bewirteten sie mit Pfannkuchen und Suppe. Nach der ersten Woche ging es dann richtig mit dem Unterricht los: Dorotheas Klasse hat 27 Schulstunden pro Woche und alle zwei Wochen 29 Schulstunden. Ab dem 1. November könnten es sogar mehr werden, weil dann neue Lehrer anfangen.

Als neues Fach, das es in der Grundschule noch nicht gab, hat Dorothea bisher nur Biologie bekommen. Doch wirklich überrascht haben sie dessen Inhalte im Unterricht nicht. „Das ist nicht sehr anders als Sachkunde. Da haben wir das Gleiche gemacht“, sagt die Fünftkläss-lerin. Aber im nächsten Halbjahr sollen noch Physik und Erdkunde dazukommen.

Dorothea gehört zu denen, die sich häufig im Unterricht melden. Sie knobelt gerne über kniffligen Aufgaben und legt sich auch im Englischunterricht bei Klassenlehrerin Stephanie Baltes-Kathmann ins Zeug. Der Radau in der Klasse ist allerdings oft beträchtlich. In der Pause – und mitunter auch in der Stunde –˚hallt das Stimmengewirr von 34 Kindern durch den Raum. In Dorotheas Grundschulklasse gab es nur 21 Schüler. „Da war es nicht so laut“, erinnert sie sich, „wir konnten einen Sitzkreis machen. Das geht jetzt nicht mehr.“ Die Unruhe in der vollen Klasse geht nicht nur Dorothea auf die Nerven. Ein Mitschüler brüllt plötzlich mitten in der Stunde: „Leise!“ Ein anderer fährt seinen Sitznachbarn an, der auf dem Tisch trommelt: „Das macht man nicht!“

Doch Dorothea gefällt es insgesamt gut auf ihrer neuen Schule. Sie hat schon erste Freundschaften geknüpft und findet es gut, dass die Lehrer die Fächer in Doppelstunden unterrichten. „So bekommen wir nicht so viele Hausaufgaben pro Tag.“

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