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Die Mittelstufe Schulalltag in der Mittelstufe
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13:55 25.01.2010
Von Saskia Döhner
Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule - der Schulwechsel bereitet den Schülern und ihren Eltern häufig Kopfzerbrechen. Quelle: Martin Steiner

Denn die überwiegende Mehrheit der Schüler, die ohne entsprechende Empfehlung Gymnasium oder Realschule besuchen, sei dort durchaus erfolgreich.

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Ina Korter, verweist auf die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Demnach mussten nur zehn Prozent der Schüler, die im Schuljahr 2004/2005 ohne entsprechende Empfehlung auf das Gymnasium gegangen sind, nach der 6. Klasse auf eine Realschule wechseln.

Auch SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt sieht sich in der Ansicht bestätigt, dass „das Aussieben nach der vierten Klasse viel zu früh kommt“. Es sei falsch, Zehnjährige nach unterschiedlichen Begabungen aufzuteilen. Sinnvoller als eine Schullaufbahnempfehlung sei eine durchgehende individuelle Lernbegleitung, meinen Grüne und SPD. So seien sozial schwächere Familien auch weniger belastet: Denn ärmere Eltern richteten sich eher nach dem Lehrerrat – während Akademiker sich häufiger darüber hinwegsetzten und ihr Kind auf die höhere Schulform schickten.

„Die Schullaufbahnempfehlung ist eine professionelle Einschätzung, die den Eltern eine wichtige Orientierung gibt und mit einer entsprechenden Beratung einhergeht“, heißt es hingegen im Kultusministerium. Nichtsdestotrotz gelte aber der freie Elternwille.

Nie wieder sind die meisten Kinder so lange zusammen in einem Klassenverbund wie in der Mittelstufe. Schon allein deshalb sei diese Zeit prägend, meint FDP-Bildungssprecher Björn Försterling. Es ist nicht nur die Zeit der Pubertät: In diesen Jahren bilden sich Interessen heraus, die für die spätere Jobwahl entscheidend sein können. Deshalb nimmt die praktische Berufsorientierung in den Lehrplänen der Haupt- und Realschulen, vor allem in den späteren Klassen, einen immer stärkeren Raum ein.

Galt die Grundschulzeit dem Erlernen der Grundfertigkeiten in Rechnen, Lesen und Schreiben, so lernen Schüler in der Mittelstufe „in die Tiefe“, wie es Frauke Heiligenstadt nennt. Und das Lernen fürs Leben in der „Schul-Zeit“ trifft für die Klassen 5 bis 10 besonders zu.

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