Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aktuelles Kartellamt rügt Mängel bei Online-Vergleichsportalen
Mehr Finanzen Aktuelles Kartellamt rügt Mängel bei Online-Vergleichsportalen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:25 11.04.2019
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Laut Kartellamt entsprechen Online-Vergleichsportale oft nicht dem Idealbild einer neutralen Plattform. Quelle: Henning Kaiser/dpa
Bonn

Online-Vergleichsportale bieten aus Sicht des Bundeskartellamts nicht immer das, was sie versprechen. Bei einer Untersuchung sind die Wettbewerbskontrolleure auf eine Reihe von Mängeln gestoßen. Verbraucher könnten mit Hilfe der Portale zwar bessere und günstigere Leistungen finden.

"Wir haben aber auch verbraucherunfreundliche Tricks mancher Portale aufgezeigt", kritisierte Kartellamtspräsident Andreas Mundt bei der Vorstellung der Ergebnisse. Einige Verhaltensweisen der Vergleichsportale entsprächen "nicht dem Idealbild einer neutralen Plattform", heißt es im Abschlussbericht der Behörde.

Die Wettbewerbsbehörde hatte 36 Vergleichsportale für die Branchen Reisen, Energie, Versicherungen, Telekommunikation und Finanzen genauer unter die Lupe genommen. Bei Versicherungen und Hotels würden teilweise wichtige Anbieter nicht in den Vergleich einbezogen, stellte das Kartellamt dabei fest. Das machten aber nur einige Portale hinreichend transparent. Beim Vergleich von Energie- und Telekommunikationstarifen stellten viele Portale einzelne Angebote vor das eigentliche Ranking ("Position 0"). Dafür erhielten die Portale teilweise Zahlungen von den Anbietern, ohne den Verbraucher darüber zu informieren, dass es sich um Werbung beziehungsweise eine Anzeige handele.

Die beiden großen Vergleichsportale Check24 und Verivox sehen sich durch die Untersuchung des Kartellamts gestärkt. Der Bericht bestätige, "dass die Rankings bei Check24 rein nach objektiven Kriterien erfolgen", sagte Geschäftsführer Christoph Röttele. Verivox-Geschäftsführer Joern Taubert betonte, das Bundeskartellamt habe eindeutig klargestellt, "dass Provisionszahlungen mit Ausnahme des Reisebereichs keinen Einfluss auf die Reihenfolge der Vergleichsergebnisse haben". Position-0-Angebote würden bei Verivox deutlich sichtbar als Anzeige ausgewiesen, fügte ein Sprecher hinzu.

Check 24 und

Verivox dominieren laut Kartellamt bei den Vergleichsportalen die Bereiche Energie und Telekommunikation, bei Versicherungen sei Check 24 das führende Portal. Im Reisebereich sei die Konzentration dagegen geringer. Die Portale finanzieren sich laut Kartellamt überwiegend über Vermittlungsprovisionen. Verivox gibt auf seiner Internetseite an, für die Vermittlung eines Strom- oder Gasvertrag durchschnittlich 40 bis 60 Euro zu erhalten.

Mundt riet den Verbrauchern, zu kontrollieren, wie ein Ranking zustande gekommen sei und ob möglichst viele Angebote eingeflossen seien. Auch sollten sie sich nicht "unter Druck setzen lassen von angeblichen Knappheiten oder Exklusivangeboten, die vielleicht gar keine sind". Das Kartellamt hat dazu im Internet ein Video mit konkreten Tipps veröffentlicht.

Um bei Verstößen gegen Verbraucherrechte einschreiten zu können, wünscht sich Mundt mehr Kompetenzen. Das Kartellamt müsse die Portale verpflichten können, festgestellte Mängel abzustellen, forderte der Behördenchef. Speziell für Vergleichsportale geltende gesetzliche Transparenzvorgaben seien dagegen nicht sinnvoll.

dpa

Zinsen gibt es derzeit kaum. Doch mit Dividenden können Anleger ein Plus machen. Allerdings kommt es nicht allein auf eine hohe Ausschüttung an. Worauf Anleger achten sollten.

Deutsche Presse-Agentur dpa 11.04.2019

In der Politik werden sie seit Monaten diskutiert: Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger, die Termine verpassen oder Jobs ablehnen. In diesen Fällen müssen Jobcenter Leistungen kürzen. Vor allem Jüngere trifft es härter.

Deutsche Presse-Agentur dpa 10.04.2019

Wer erbt, kann auch Schulden erben. Davor haben viele Menschen Angst und schlagen die Erbschaft aus, wenn sie eine Verschuldung des Verstorbenen vermuten. Aber kann dieser Schritt auch rückgängig gemacht werden?

Deutsche Presse-Agentur dpa 10.04.2019