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Hannoversche Volksbank Investieren in Zeiten von Corona
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Investieren in Zeiten von Corona

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10:19 20.05.2020
Das Finanzhaus der Hannoverschen Volksbank zeigt die verschiedenen Anlageformen als Säulen, auf denen eine durchdachte Vermögensstruktur aufgebaut ist.
Verschieben sich im Finanzhaus, dem Beratungsansatz der Volksbank zur Vermögensstruktur, die einzelnen Bausteine mit Blick auf die Corona-Krise?

Scholz: Grundsätzlich ist das Finanzhaus dazu da, gemeinsam mit dem Kunden einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont zu klären und seine Vermögenswerte entsprechend breit zu streuen. Wir unterscheiden dort fünf Anlageklassen der Geldanlage sowie die individuelle Risikostufe des Kunden von konservativ bis extrem chancenorientiert. Wenn sich zum Beispiel herausstellt, dass ein Kunde chancenorientiert anlegen möchte und bereit ist, Schwankungen zu akzeptieren, dann liegt sein Aktienanteil beispielsweise bei 40 Prozent. Aufgrund der aktuellen Rückgänge am Aktienmarkt läge der Aktienanteil jetzt vielleicht nur noch bei 30 Prozent. Dann würde ich dazu raten, den Aktienanteil wieder auf 40 Prozent aufzustocken, was praktisch bedeutet: Aktien zu kaufen, um im Zuge einer Neugewichtung die ursprünglich geplante Struktur wiederherzustellen. Im vergangenen Jahr dagegen sind einige Werte um 40 oder gar 50 Prozent gestiegen. Um dann das Vermögenshaus im Gleichgewicht zu halten, war es sinnvoll, sich von Aktienanteilen zu trennen. Kurz gesagt: Wer sein Vermögen nach dem Prinzip des Finanzhauses strukturiert, verfolgt eine mittel- und langfristige Strategie. Die hat sich übrigens schon in anderen Finanzkrisen bewährt. Da verschiebt sich also nichts.

Das heißt: Die aktuellen Entwicklungen am Kapitalmarkt sind kein Grund zur Panik?

Im Zuge des Prinzips der laufenden Neugewichtung der einzelnen Anlageklassen kann man sagen: Augen zu und durch. Meine Empfehlung wäre sogar: Wer jetzt etwas Geld hat, das er anlegen möchte, dem würde ich einen gut gemanagten Aktienfonds zum Beispiel mit Schwerpunkt in den Bereichen Gesundheit, Pharma oder Versicherungen empfehlen. Oder man nimmt sich einen Fonds, steigt mit einem Drittel der Anlagesumme sofort ein und spart die verbleibenden zwei Drittel ein Jahr lang als Monatsraten an.

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Warum sollte es kein ETF sein?

Wenn man einen ETF auf den MSCI World nimmt, der den Weltaktienindex abbildet, hat man automatisch auch die Werte mit im Boot, die zurzeit durch die Krise extrem schwächeln. Da ist ein aktiv gemanagter Fonds besser, weil der sich zwar auch am Weltaktienmarkt orientiert, aber eben immer nur die 50 aussichtsreichsten Anlageideen im Fonds enthalten sind.

Viele Anleger stürzen sich bei schwankenden Kapitalmärkten auf Gold. Das ist doch immer eine sichere Bank, oder?

Anleger meinen, dass Gold vor allem immer dann sicher ist, wenn es keinen sicheren Zins gibt. Gold steht von alters her für Wertbeständigkeit und Inflationsschutz. Dennoch haben wir im vergangenen Jahr sehr extreme Kursverläufe beobachtet, weil der Goldpreis in US-Dollar angegeben wird. Jetzt aus Panik Unmengen an Gold zu kaufen ist nicht richtig. Wenn wir auf unser Finanzhaus schauen, dann gehört Gold in den Bereich der alternativen Investments und passt zu einer Beimischung von 5 bis maximal 10 Prozent in die Anlagestrategie. Denn man darf nicht vergessen, dass der Goldpreis kurzfristig belastet werden könnte: Einerseits ist die private Nachfrage hoch, andererseits geben die Staaten zurzeit Konjunkturhilfen und finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe. Den größten Goldanteil besitzen die Staaten selbst. Und wenn sie kurzfristig Geld benötigen und Gold in großen Mengen verkaufen, schlägt sich das auf den Goldpreis nieder.

Was ist mit Menschen, die für ihre Rente auf ein gut gefülltes Depot angewiesen sind?

Gehen wir erst mal davon aus, dass jede Form der langfristigen Geldanlage für die eigene Altersvorsorge gedacht ist. Dann ist es nur ausgesprochen selten nötig, die Anlagen alle auf einen Schlag zu verkaufen. Das kann zwar in Einzelfällen nötig sein, wenn eine größere Summe plötzlich für eine Immobilie oder eine spontane Weltreise ausgegeben werden soll. Aber wenn wir über eine klassische Altersvorsorge reden, dann wären wir mit unseren Kunden immer im Gespräch und würden einige Jahre vorher damit beginnen, die Geldanlagen von risikoreichen in risikoärmere Anlagen umzuschichten. Man kann auch in besonders risikoreichen Aktienwerten sogenannte Trailing Stops einbauen. Die laufen in der Aufwärtsphase mit nach oben und puffern Verluste schon mal ab.

Thomas Scholz Quelle: EUROMEDIAHOUSE FOTOCENTRUM Thomas Braeunig
Müssen sich die Menschen Sorgen um ihre fondsbasierten Rürup- oder Riester-Verträge machen?

Bei den Rürup-Modellen kommt es ganz darauf an, welche Anlagen der Kunde ausgewählt hat. Hier raten wir in jedem Fall dazu, mit dem Berater in regelmäßigen Abständen das Gespräch zu suchen, um den Vertrag individuell anzupassen. Bei den Riester-Modellen ist es so, dass junge Menschen, die noch viel Zeit bis zur Rente haben, eine sehr viel höhere Aktienquote in ihrer Anlage haben als Menschen, die kurz davor sind, ihr Renteneintrittsalter zu erreichen. Die Idee dahinter ist, dass für junge Menschen Kursschwankungen, wie wir sie zurzeit am Kapitalmarkt erleben, eine Chance auf günstige Einstiegskurse bieten, während Menschen, die 55 Jahre und älter sind, deutlich mehr Sicherheit benötigen, weil sie ihre Ersparnisse bald brauchen. Durchschnittlich liegt die Aktienbeimischung bei Riester-Modellen bei 53 Prozent, bei einem Menschen, der 55 Jahre und älter ist, sinkt der Aktienanteil auf 10 Prozent.

Haben sogenannte Robo Advisor gerade jetzt bei den heftigen Schwankungen am Markt Vorteile gegenüber menschlichen Wertpapierspezialisten?

Robo Advisor agieren im Grunde völlig emotionslos und nur anhand von Kursentwicklungen, die momentan sehr turbulent sind. Dennoch muss man sagen: Die Wertpapierspezialisten der Hannoverschen Volksbank haben alle jahrelange Erfahrungen und selbst schon mehrere Krisen erlebt. Langfristige Ratschläge zu Investitionen, wie ich sie eingangs geschildert habe, würde ein Robo Advisor niemals geben können.

Kann man es in diesen unruhigen Zeiten überhaupt wagen, einen Blick in die Zukunft zu werfen?

Klar wissen wir nicht, wohin die Reise geht. Sollte es zu einem weiteren Lockdown kommen, führt das unweigerlich dazu, dass der Dax nachgeben wird. Ein richtiges Timing für Finanzentscheidungen zu finden fällt momentan schwer. Aber natürlich informieren sich unsere Anlageberater stetig über die aktuelle Lage am Finanzmarkt. Unsere Prognosen gehen davon aus, dass der Dax zum Jahresende wieder bei 11.200 Punkten angekommen sein wird, auch wenn wir weiter mit hohen Schwankungen rechnen müssen. Mit vorsichtigem Optimismus würde ich aber sagen, dass wir die Tiefstkurse in dieser Krise bereits gesehen haben.

Weitere Informationen zum Thema Investment finden Sie hier. Oder vereinbaren Sie einen persönlichen Termin bei der Hannoverschen Volksbank.

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Telefon: (05 11) 12 21 - 32 50
E-Mail: WP-Betreuung@Hannoversche-Volksbank.de

Internet: http://www.hannoversche-volksbank.de