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Grüner Daumen Warum faulen die Äpfel?
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18:00 24.10.2017
Sven Wachtmann hat Gartenbau studiert und leitet seit 2002 seine Garten- und Landschaftsbau-Firma GrünConcept. Quelle: Privat
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Ich habe drei Sauerkirschbäume. Sie stehen in meinem Reihenhausgarten nah beieinander und tragen seit etwa 25 Jahren sehr gut. Seit einem Jahr haben die Blätter eine Krankheit und sind voller kleiner Löcher. Die Kirschen sind daher beschädigt. Wie kann ich die Bäume noch retten? Ein Baum hat am Stammende mehrere Risse in der Rinde, es sieht nicht gut aus, die Rinde scheint krank zu sein. Die kranken Blätter und Äste habe ich immer in der Biotonne entsorgtRudolf Petersen

Bei den vielen kleinen Löchern an den Blättern Ihres Baumes handelt es sich sehr wahrscheinlich um die sogenannte Schrotschusskrankheit. Das ist eine Pilzerkrankung hauptsächlich der Blätter. Der Pilz bewirkt auf dem Blatt, dass sich einige Stellen des Blattes abkapseln und abgestoßen werden. Wie in Ihrem Fall können aber auch die Früchte befallen werden. Diese Pilzerkrankung kann mit einem geeigneten zugelassenem Fungizid (Pilzbekämpfungsmittel) bekämpft werden. Befallene, entfernte Pflanzenteile können auch in der Biotonne entsorgt oder unter einer 10 Zentimeter dicken Erdschicht kompostiert werden. Eine geringe Rissbildung am Stamm ist vernachlässigbar.

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Unser Apfelbaum trägt seit Jahren Äpfel, die sich sehr gut lagern lassen. Seit etwa drei bis vier Jahren fällt die Ernte sehr mager aus, da der Baum mit einem Schädling befallen ist. Viele Äpfel sind verkrüppelt, werden noch am Baum faul und fallen kurz vor der Ernte herab. Die Äpfel, die geerntet werden, faulen dann in der Regel während der Lagerzeit. Ich habe einige Äpfel, auch im aufgeschnittenen Zustand, fotografiert (siehe Bild) und bitte Sie, mir den möglichen Schädling und die Gegenmaßnahmen zu nennen. Gern würde ich den Baum, wenn der Schädling besiegt ist, am Leben erhalten. Gustel Brusch

Bei Ihren Äpfeln handelt es sich um klassischen Madenbefall. Dieser kann durch das Aufhängen von Apfelmadenfallen gut eingedämmt oder bekämpft werden. Durch einen sogenannten Pheromon-Lockstoff in der Falle werden die männlichen Falter angelockt und bleiben in der Falle kleben. Somit werden viel weniger Weibchen begattet und es werden weniger Eier auf den Äpfeln abgelegt, aus denen dann die Maden schlüpfen und die Äpfel schädigen würden. Ratsam ist auch ein Anlegen eines Obstmadenfanggürtels von Ende Juni bis Ende Oktober um den Stamm herum.

An diesen Äpfeln ist ein Madenbefall zu erkennen. Quelle: Brusch

Unsere Hängesalweide erfreut uns schon seit vielen Jahren. Jetzt haben sich Ameisen dort hartnäckig eingenistet. Vor mehreren Wochen habe ich den Stamm mit einem Ameisen-Leimring versehen. Danach hat zwar der sichtbare Verkehr der Ameisen aufgehört, doch jetzt haben wir wieder neu entstandenes Sägemehl unten auf der Erde direkt am Stamm entdeckt. Wir befürchten daher, dass unsere Hängesalweide eingehen könnte, weil durch ein noch vorhandenes Ameisennest im Stamm dieser von innen ausgehöhlt und sehr stark beschädigt wird. Haben Sie einen Rat, wie wir vorgehen können? S. Scheel

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Ameisen den Baum aushöhlen und schädigen. Sehr gut möglich ist, dass ein sogenannter Weidenbohrer den Baum schädigt. Erkennbar ist das am entstehenden Sägemehl unmittelbar am Stammbereich. Dieser Schädling kann nicht bekämpft werden. In Ihrem Fall können Sie aber zumindest die Ameisen mithilfe eines Ameisenmittels bekämpfen. Am besten sind Streu- und Gießmittel am Fuße des Baumes anzuwenden.

Sie haben auch Fragen an unsere Experten? Bitte schreiben Sie uns per E-Mail an imgruenen@lvz.de. Fragen zu Schädlingen und Krankheiten können unsere Fachleute noch besser beantworten, wenn Sie ein Foto an die Mail anhängen. Weil der Andrang sehr groß ist, können wir nur ausgewählte Fragen berücksichtigen.

Grüner Daumen Leser fragen – Experten antworten - Hilfe gegen Sauerklee
18.04.2015
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