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Garten Ein Stück Prärie pflanzen
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20:00 06.01.2017
Der Sonnenhut der Sorte Echinacea pallida kann Hobbygärtnern lange Zeit Freude bereiten – solange nicht jede Neuzüchtung unkritisch ins Beet gepflanzt wird. Quelle: Fotolia
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Blüten tanzen über Grashalmen – so weit das Auge reicht. Diese poetischen Landschaften gibt es wirklich: Es sind die ausgedehnten Wiesen im mittleren Westen Nordamerikas. Die natürlichen Vorbilder eines Präriegartens werden zwar von Gräsern geprägt, sind aber zugleich Lebensraum vieler Blütenpflanzen. Trockenheit ist übrigens nicht zwangsläufig typisch für eine Prärie: Zwar sollte den Pflanzen ein sonniger Standort mit durchlässigem Boden geboten werden, doch der darf durchaus humos und frisch sein.

Pflegeleichte Prärie

Wer die Pflanzen sorgfältig wählt und kombiniert, wird viel Freude und wenig Arbeit mit den Beeten haben. Präriepflanzen gelten als robust, denn ihr natürlicher Lebensraum verlangt ihnen einiges ab: Sie müssen Hitze ebenso wie Frost aushalten und vorübergehende Trockenheit überstehen. Die meisten von ihnen bilden deshalb tiefe Wurzeln, was im Garten von Vorteil ist und den regelmäßigen Griff zur Gießkanne erspart. Wenn sich die Pflanzen nach rund zwei Jahren gut etabliert haben, wird nur selten, rund ein- bis zweimal pro Saison, Unkraut gejätet. Auch der Zufall gehört zum Präriegarten: Es ist durchaus erwünscht, dass sich die Pflanzen selbst aussäen. Die Samen können gut reifen, Stauden und Gräser werden im Präriegarten erst im Frühjahr zurückgeschnitten, und der gleichzeitige Rückschnitt aller Pflanzen vereinfacht die Pflege. Außerdem sehen die Beete auch im Winter, wenn der Raureif Stängel und Halme überzieht, noch gut aus.

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Die Hauptdarsteller

Pflanzen im Präriebeet müssen nicht neu oder selten sein. Ein Stück Prärie wächst schon heute in nahezu jedem Garten, denn viele altbekannte Stauden stammen ursprünglich aus Nordamerika: Flammenblume (Phlox), Prachtkerze (Gaura lindheimeri) oder Astern (Aster) haben auch im Präriegarten einen festen Platz. Doch die Kombination dieser bewährten Stauden mit Gräsern lässt neue Gartenbilder entstehen. Manchmal scheinen die Blütenköpfe der Stauden über den Halmen zu schweben. Diese so natürlich wirkenden und scheinbar mit leichter Hand komponierten Bilder entwickeln sich auch in der nächsten Saison wieder, wenn die Zutaten sorgfältig gewählt wurden und keine einzelne Art die anderen verdrängt. Gräser wie Rutenhirse (Panicum), Federgras (Stipa), Diamantgras (Calamagrostis), Indianergras (Sorghastrum) oder das Tautropfengras (Sporobolus) begleiten die Stauden und lassen die Blüten von Indianernessel (Monarda fistulosa), Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum virgincum) oder Glatter Aster (Aster laevis) leuchten.

Typische Pflanzen für den Präriestil: Rutenhirse und Prärielilie. Quelle: Fotolia

Ist das wirklich so einfach?

Eigentlich schon, vorausgesetzt, man hat genug Platz im Garten. Denn ein Präriebeet besticht durch seine Fernwirkung und dadurch, dass man viele Exemplare der einzelnen Arten einsetzt. Je größer, desto besser, lautet die Devise – auch wenn es keine offiziellen Mindestgrößen gibt. Rund drei Meter breite Beete sind für eine Pflanzung im Präriestil aber nicht zu üppig bemessen.

Anders als klassische Rabatten im englischen Stil, die meist im Mai und Juni ihren Höhepunkt erreichen, entwickeln Präriebeete ihre volle Schönheit erst ab dem Hochsommer. Die Wartezeit auf die Pracht lässt sich ganz einfach verkürzen. Nach dem Frühjahrsrückschnitt schlägt die große Stunde der Zwiebelblumen, die zwischen den gestutzten Gräsern und Stauden genug Licht zum Wachsen bekommen. Ein noch viel zu selten gepflanzter Zwiebelblüher ist die Prärielilie (Camassia), die in Blautönen oder Weiß für einen Blütenhöhepunkt im Spätfrühling sorgt.

Die bekannteste Präriepflanze

Um Enttäuschungen zu vermeiden, empfehlen Gartenprofis bewährte Sorten und pflanzen nicht jede spektakuläre Neuzüchtung ins Beet. Denn viele Newcomer enttäuschen in der Praxis. Jüngstes Beispiel ist die wohl bekannteste Charakterpflanze der Präriegärten: Vom Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) sind mittlerweile viele neue Sorten erhältlich. Nicht alle davon haben sich aber auch in der Praxis bewährt. Deshalb passt die bekannte Sorte ,Magnus’ oder die Sonnenhut-Art Echinacea pallida mitunter besser in den Garten als eine raffinierte Neuheit, die nur einen Sommer lang blüht. Denn ein Präriebeet soll schließlich viele Jahre Freude machen.

Von Stefanie Syren

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