Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Gesundheit Forscher finden heraus, warum wir im Alter schneller dick werden
Mehr Gesundheit

Forscher finden heraus, warum wir im Alter schneller dick werden

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:06 15.09.2019
Ältere Menschen können gespeichertes Fett schlechter abbauen. Quelle: imago images / Westend61
Stockholm

Das berichten Forscher aus Schweden im Fachmagazin "Nature Medicine". Dies könnte ein Grund dafür sein, dass viele Menschen im Alter zunehmen, obwohl sie nicht mehr essen oder weniger Sport treiben. Deutsche Experten sehen die Studie allerdings mit Vorbehalt.

Fett wird im Körper in Fettzellen gespeichert, den sogenannten Adipocyten. Sie machen etwa 90 Prozent des weißen Fettgewebes aus. Fortwährend wird in den Zellen gespeichertes Fett abgebaut und neues eingelagert. Um zu prüfen, wie sich dieser Stoffwechsel im Laufe des Lebens verändert, hatte das Team um Peter Arner vom Karolinska University Hospital in Stockholm (Schweden) 54 Personen untersucht. Von diesen hatten sie zweimal im Verlauf von durchschnittlich 13 Jahren eine Probe des Fettgewebes entnommen.

Probanden legten 20 Prozent zu

Die Wissenschaftler untersuchten das Alter der Triglyceride - Fettmoleküle, die in den Adipocyten eingelagert sind. Sie nutzten dazu die sogenannte C14-Methode, die das Alter zweier Kohlenstoff-Varianten misst: C14 zu C12. Bei überirdischen Atomversuche während des Kalten Krieges (1955-1963) erhöhte sich die Menge des radioaktiven Kohlenstoff-Isotops C14 in der Atmosphäre vorrübergehend stark. Über die Nahrung gelangt C14 in den Körper der Menschen und lässt sich auch im Fettgewebe finden. Anhand des Verhältnis von C14 zu C12 können Wissenschaftler daher bestimmen, wie alt die Fettmoleküle sind.

Lesen Sie auch: Wieso Menschen seit 40 Jahren immer dicker werden

Es zeigte sich, dass sich mit zunehmendem Alter der Fettabbau verlangsamte. Und zwar unabhängig davon, ob die Person zugenommen hatte, ihr Gewicht hielt oder über die Jahre abnahm. Probanden, die ihre Kalorienaufnahme nicht reduziert hatten, legten über den Untersuchungszeitraum etwa 20 Prozent Körpergewicht zu.

Neue Möglichkeiten für Behandlung von Übergewicht

In einem zweiten Studienteil hatten die Wissenschaftler 41 stark übergewichtige Menschen untersucht, die sich den Magen verkleinern lassen hatten. Die Forscher fanden, dass nur die Personen, die vor der Operation eine niedrige Fettabbaurate hatten, nach der Operation langfristig ihr Gewicht halten konnten. Sie vermuten, dass diese Menschen wahrscheinlich mehr Spielraum hatten, ihre Fettstoffwechselrate noch zu erhöhen.

"Die Ergebnisse legen erstmals nahe, dass es Prozesse in unserem Fettgewebe gibt, welche unabhängig von anderen Faktoren, das Körpergewicht im Alter beeinflussen. Daraus könnten sich neue Möglichkeiten zur Behandlung von Übergewicht ergeben", sagte Arner laut einer Pressemitteilung des Karolinska Instituts.

In der Altenpflege kaum ein Thema

Helmut Frohnhofen, Abteilungsarzt für Altersmedizin am Alfried Krupp Krankenhaus in Essen, betont, dass die Studie nur eine Hypothese liefern kann, keine verlässlichen Aussagen: "Die Ergebnisse der Studie sind ein interessanter Hinweis, aber es geht hier um recht wenige Probanden", so der Mediziner. Grundsätzlich sei Übergewicht nicht rein biologisch bedingt: "Da spielen viele Faktoren eine Rolle, das ist zum Teil genetisch, zum Teil verhaltensabhängig. Wenn im Alter sportliche Aktivitäten eingeschränkt sind, lässt sich das Gewicht am besten über die Ernährung beeinflussen", so Frohnhofen.

Lesen Sie auch: Millionen Menschen retten: Das muss sich laut WHO an unserer Ernährung ändern

Für Helmut Wallrafen von der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie ist Übergewicht zumindest in der Altenpflege kaum Thema: "Wenn Menschen im Alter etwas Gewicht zunehmen, ist das eher für sie ein subjektiv empfundenes, ästhetisches Problem, als ein medizinisches. Als Praktiker und Pflegefachkraft ist mir das Thema Übergewicht nur ganz punktuell untergekommen, wir haben normalerweise eher die Herausforderung, dass Menschen im Alter an Unterernährung leiden".

Lesen Sie auch: Wie Sie bei Bluthochdruck frühzeitig gegensteuern

RND/dpa

Millionen Menschen kommen jedes Jahr durch fehlerhafte medizinische Behandlung ums Leben, so die WHO. Manche Patienten bekämen eine falsche Diagnose oder falsche Medikamente oder infizierten sich während der Behandlung. Auch Amputationen falscher Gliedmaßen oder Hirnoperationen auf der falschen Seite des Kopfes kämen vor.

15.09.2019

Das Umweltbundesamt und das Robert-Koch-Institut haben Urinproben von 2.500 Kindern zwischen drei und 17 Jahren ausgewertet. Fast alle trugen Rückstände von Plastikinhaltsstoffen im Körper. Eine mögliche Quelle haben die Forscher auch schon ausgemacht.

14.09.2019

Intensiv wird in der Medizin nach Proteinen gesucht, die ein neues Ziel für Krebstherapien sein könnten. Die Eiweiße, ohne die Krebszellen vermeintlich nicht überleben können, schienen im Rahmen etlicher Studien längst gefunden. Doch viele der bisherigen Ansätze stellten sich als falsch heraus, warnen Forscher.

14.09.2019