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Brackets oder Aligner?

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Zwei Möglichkeiten: Bei Erwachsenen fällt die Wahl in der Regel auf fest sitzende Spangen. Aligner sind zwar herausnehmbar, dennoch sollte man die Schienen fast den ganzen Tag tragen. Quelle: Peter Vogt/ProDente/dpa-mag, Andrea Warnecke/dpa-mag
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Eine Zahnspange betrachten viele vor allem als Jugendphänomen. Dabei kommt sie auch bei Erwachsenen zum Einsatz, etwa wenn die Zähne zu schief oder zu eng stehen. Das hat nicht nur ästhetischen Nutzen, sondern kann auch ganz praktische Vorzüge bieten. So seien eng stehende Zähne schlechter zu putzen, erklärt der Kieferorthopäde Hans-Jürgen Köning, Bundesvorsitzender des Berufsverbands der Deutschen Kieferorthopäden. Das bedeute ein erhöhtes Risiko für Zahnfleischentzündungen.
Aus welchen Gründen man sich auch für eine Spange entscheidet: Ein Kieferorthopäde muss beurteilen, ob der Kieferknochen eine Korrektur zulässt. „Wer beispielsweise starker Raucher ist, hat ein Risiko für Knochenabbau, da müsste man vorsichtig sein“, erläutert Dirk Kropp, Geschäftsführer der Initiative ProDente.
Klar ist: Eine Korrektur durch eine Spange ist schwieriger und man muss mehr Geduld haben als noch zu Jugendzeiten. „Die Umbauvorgänge im Knochen sind an sich gleich“, erklärt Kieferorthopäde Köning. Aber bei Erwachsenen dauere es etwas länger, bis das wieder in die Gänge komme. Bei Schwangeren dagegen gehe es etwas schneller.

Die Wahl zwischen  Brackets und Alignern
Bei der Behandlung falle die Wahl in der Regel auf fest sitzende Apparaturen, sagt Köning. „So lassen sich gezielter bestimmte Zähne oder Zahngruppen bewegen.“ Zudem muss man sich nicht disziplinieren und regelmäßig daran denken, die Spange einzulegen. Allerdings sei die Hygiene extrem wichtig. „Es gibt deutlich mehr Nischen, in denen sich Essensreste festsetzen können, deshalb müssen Brackets mit speziellen Hilfsmitteln gereinigt werden“, so Köning. In dieser Hinsicht besser sind Brackets, die auf der Innenseite platziert werden. Die sind jedoch nicht ganz so komfortabel und können Probleme bei der Aussprache machen.
Eine Alternative sind herausnehmbare Kunststoffschienen, Aligner genannt. Aber die sind laut Köning nicht bei allen Fehlstellungen geeignet. Erwachsene wählen diese Variante gern, weil sie unsichtbar und zeitweise herausnehmbar ist. Wobei: Jeden Tag „22 Stunden muss man sie aber schon tragen“, schränkt der Kiefer­ortho­päde ein.

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Kassen zahlen nur in Ausnahmefällen
Wer sich als Erwachsener die Zähne korrigieren lassen möchte, muss die Behandlung in aller Regel selbst bezahlen. Ausnahmen sind lediglich schwere Kieferanomalien, die nach Angaben der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung eine kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlung erfordern.

dpa/tmn