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Schwanger in den Urlaub: Was werdende Mütter beachten sollten

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14:03 28.06.2019
Reisen mit Babybauch: Schwangere müssen ein paar Dinge berücksichtigen, bevor sie in den Urlaub fahren. Quelle: dpa-tmn
München

Noch ein wenig Kraft tanken, das Babyglück ausgelassen feiern oder niedliche Babybauch-Fotos am Strand machen: Für viele Schwangere ist ein erholsamer Urlaub vor der Geburt erstrebenswert. Doch auch bei einer unkomplizierten Schwangerschaft gibt es für die Reise einiges zu beachten. Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), gibt Tipps.

Reisen: Zwischen der 13. und 30. Schwangerschaftswoche

„Grundsätzlich sollte für eine schwangere Frau auf der Fahrt und am Urlaubsziel immer medizinische Hilfe erreichbar sein – und sie sollte für alle Fälle wissen, wo die nächste Geburtsklinik liegt“, empfiehlt Albring. Seiner Erfahrung nach ist das Reisen im zweiten Trimester am wenigsten belastend, also etwa zwischen der 13. und 30. Woche. „In den ersten drei Monaten haben viele Frauen mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Auch ist am Anfang der Schwangerschaft immer damit zu rechnen, dass Blutungen auftreten, die bei Ruhe meist spontan zum Stillstand kommen. Es ist besser, dann nicht gerade im Urlaub zu sein“, erläutert der Frauenarzt. „Und in den letzten Wochen der Schwangerschaft fallen alle körperlichen Anstrengungen, ebenso auch langes Stehen und langes unbewegliches Sitzen auf der Fahrt oder im Flugzeug immer schwerer.“

Schwanger auf Reisen: Thrombosen vermeiden

Bei Reisen, die über zwei Stunden dauern, sollte die Schwangere daran denken, immer wieder die Beine zu bewegen, aufzustehen und herumzulaufen, um Thrombosen zu verhindern. „Außerdem sollte sie immer genug Flüssigkeit zu sich nehmen und gegebenenfalls auch leichte Stützstrümpfe tragen“, empfiehlt Albring. „Wenn die Frau bereits früher eine Thrombose hatte, sollte sie das Risiko mit ihrem Arzt besprechen und würde eventuell für eine dringend notwendige Reise einen Gerinnungshemmer bekommen.“

Schwanger in den Bergen: Weniger Sauerstoffgehalt in der Luft

Bei Urlaub in den Bergen muss berücksichtigt werden, dass mit zunehmender Höhe der Sauerstoffgehalt der Luft abnimmt. „Die Schwangere wird dann kurzatmig und ist sehr schnell erschöpft. Bei der Anreise und auch am Urlaubsort selbst gilt deshalb die Regel, dass pro Tag der Höhenunterschied nicht mehr als 500 Meter betragen sollte. Eine Höhe von über 2500 Metern sollte eine Schwangere auch bei Tagesausflügen nicht erreichen“, so der Frauenarzt. „Ausnahmen können nur dann gemacht werden, wenn die Frau ohnehin im Bergland wohnt oder erfahrene und trainierte Bergsportlerin ist.“

Schwanger in extremer Hitze: Kreislauf macht eher schlapp

Ähnlich verhält es sich mit Hitze. Eine Außentemperatur von 30 Grad und darüber ist nicht von vornherein ungesund, meint Albring. Doch der Kreislauf mache schneller schlapp: Schwangere würden schneller ermüden.„Auf jeden Fall sollte die heiße Tageszeit möglichst im Schatten verbracht werden.“ Darüber hinaus gilt: Viel trinken, am besten Wasser, Kräutertee oder stark verdünnte Obstsäfte. Anstrengend könne es außerdem werden, wenn man wegen der Hitze nachts nicht schlafen kann.

Am leichtesten kämen meistens Frauen mit Hitze zurecht, die über die Schwangerschaft hinweg nicht zu viel Gewicht zugelegt haben und sportlich geblieben sind. Doch auch in diesem Fall sollte eine Frau berücksichtigen, dass ihre körperliche Fitness von Woche zu Woche abnimmt. „Umgekehrt gilt, dass Frauen, die ohnehin mit ihrer Schwangerschaft schon zu kämpfen haben und sich nicht mehr fit fühlen, Reisen in heiße Regionen vermeiden sollten.“

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Reisen in heiße Länder: Infektionsrisiko oft höher

Bei Reisen in heiße Länder könne nicht nur die Hitze problematisch werden, sondern noch eher das Infektionsrisiko, erklärt Albring. Magen-Darm-Infektionen durch keimbelastete Nahrungsmittel seien in südlichen Ländern häufig – und der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust durch Durchfall und Erbrechen könnten gerade in der Schwangerschaft schnell zum Kreislaufzusammenbruch führen.

Schwanger reisen: Auf ausreichenden Impfschutz achten

Auch Hepatitis A kann durch kontaminierte Lebensmittel übertragen werden: Eine Impfung schützt vor dem Ausbruch der Infektion. „Diese Impfung ist für Schwangere bei einem entsprechenden Reiseziel sehr wichtig, denn bei Hepatitis A in der Schwangerschaft steigt das Risiko für Fehl- und Totgeburten“, so der Frauenarzt. Auch alle Standardimpfungen und Nachimpfungen sollten vor der Schwangerschaft vollständig sein. „Denn Masern sind weltweit verbreitet, ebenso Keuchhusten, Diphtherie, Windpocken, Röteln, regional auch FSME. Es sollte gegen alle diese Infektionskrankheiten ein ausreichender Impfschutz bestehen. Impfungen, die keine lebenden Viren enthalten, sind bei Bedarf auch in der Schwangerschaft möglich.“ Ist eine Reise mit freiem Campen geplant, bei der ein Kontakt mit Wildtieren möglich ist, sollte je nach Reiseland auch gegen Tollwut geimpft werden. „Deutschland und Mitteleuropa gelten als tollwutfrei“, so Albring. Weltweit ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts die Tollwut jedoch immer noch weit verbreitet. Außerdem sollten Schwangere Tropenreisen meiden. Dort können schwere Infektionen, zum Beispiel Cholera, Malaria oder Typhus, auftreten.

Schwanger im Urlaub: Gute Medikamenten-Planung

Viele Schwangere gehen davon aus, dass sie an ihrem Urlaubsort Medikamente nachkaufen können, wenn sie nicht beim Packen an alles gedacht haben. „Das ist ein Irrtum“, sagt Albring. Für rezeptpflichtige Arzneimittel brauche es auch im Ausland ein Arztrezept. Außerdem hätten Medikamente im Ausland meistens andere Namen als in Deutschland: Das könne kompliziert werden. Besser sei es auf jeden Fall, sich rechtzeitig alles Nötige in Deutschland zu besorgen, auch Mückenschutz und Desinfektionsmittel, und mit einer gut ausgestatteten Apotheke loszufahren.

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Nicht zu vergessen: Der Mutterpass

Auch der Mutterpass sollte nicht zu Hause liegenbleiben. „Falls eine ärztliche Behandlung notwendig wird, können sich die Ärzte vor Ort wichtige Befunde aus diesem Dokument holen“, erklärt Albring. Grundsätzlich sollte die Frauenärztin oder der Frauenarzt kurz vor Reiseantritt informiert und gefragt werden, ob die geplante Reise kein Risiko darstellt. „Das ist meistens der Fall. Falls sich aber der Muttermund schon leicht geöffnet hat oder andere Risiken für eine Frühgeburt bestehen, dann würde man gut überlegen müssen, ob eine Reise noch möglich ist.“ Dann sei es hilfreich, wenn man bei Buchung eine Reiserücktrittskostenversicherung abgeschlossen hat.

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Von RND

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