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Ausbildung in Corona-Zeiten

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Mehr Stellen als Bewerber: Auch in der Corona-Zeit werden in vielen Betrieben noch Azubis gesucht. Quelle: iStockphoto.com/ Halfpoint
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Die Corona-Pandemie sorgt für Verunsicherung bei jungen Menschen, die eine Ausbildung beginnen möchten. Kurzarbeit oder drohende Insolvenzen von Ausbildungsbetrieben können Auswirkungen auf das Ausbildungsverhältnis haben. Aber: Es gibt noch sehr viele freie Ausbildungsplätze. Das bestätigt Holger Habenicht von der Agentur für Arbeit ebenso wie Prof. Dr. Günter Hirth von der Industrie- und Handelskammer Hannover. „Uns fehlen Bewerber, Ausbildungsplätze gibt es genug“, betont Habenicht. Die Berufsberater konnten wegen der Corona-Krise im März nicht in die Schulen gehen, um Schüler zu beraten. Mit Plakaten, Flyern, E-Mails, telefonischen Kontakten und Unterstützung der Schulen habe die Agentur für Arbeit versucht, die Schüler zu erreichen.

Mit persönlichem Kontakt zum Erfolg
Auszubildende im Handwerk und in der Fertigung oder in der Produktion – besonders Bau- und Baunebenberufe – werden noch gesucht. Aber auch Bewerber für kaufmännische Berufe und Berufe in der Verwaltung sowie Berufe im Verkehr und in der Logistik sind gefragt. „Die wichtigste Botschaft an Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, ist: Bewerben lohnt sich auch in den nächsten Wochen und Monaten“, sagt Hirth. Niemand sollte resigniert auf das nächste Ausbildungsjahr warten. Sein Tipp: Gerade bei mittelständischen Unternehmen lohne es sich, initiativ anzurufen oder eine E-Mail zu schreiben. Der persönliche Kontakt führe oft zum Erfolg.
Wegen rückläufiger Absolventenzahlen und coronabedingten Schließungen planen die Unternehmen gut ein Fünftel weniger Ausbildungsplätze ein als im Vorjahr. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen. „Es fehlen im Bewerbungsprozess aber einfach etliche Wochen. Wir hoffen, dass die Verzögerungen bis zum Herbst aufgeholt werden können“, sagt Volker Linde, Sprecher Berufliche Bildung der IHK Niedersachsen. Die Chancen dafür seien gut, es gebe nach wie vor viele freie Plätze.
Unterstützung bei der Bewältigung der Corona-Pandemie bietet das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“: Kleinere und mittlere Unternehmen profitieren von insgesamt 500 Millionen Euro bis 2021. Besonders von der Pandemie betroffene Betriebe erhalten eine Prämie, wenn sie ihre Ausbildungsplätze halten. Für jeden jetzt abgeschlossenen Azubi-Vertrag werden 2000 Euro gezahlt. Unternehmen, die mehr Ausbildungsplätze als zuvor anbieten, erhalten sogar eine Prämie von 3000 Euro für jeden über dem bisherigen Niveau zusätzlich abgeschlossenen Vertrag.
Auch Unternehmen, die Azubis  aus anderen Betrieben übernehmen, die ihre Ausbildung dort aufgrund der Pandemie übergangsweise nicht fortsetzen können, werden gefördert.

Von Martina Steffen