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Wenn der Bewerber Jogginghose trägt

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23:30 03.09.2019
Heimvorteil nutzen: Der Bewerber muss sich bei der Live-Schaltung in der Regel nur auf eine Person konzentrieren. Quelle: iStockphoto.com/dusanpetkovic

Kennenlernen im Skype-Interview – immer mehr Unternehmen nutzen die Live-Schaltung, um Bewerber unter die Lupe zu nehmen. „Das hat unterschiedliche Gründe“, weiß Holger Habenicht. „Es spart Zeit und Geld“, sagt der Sprecher der Agentur für Arbeit Hannover. „Der Kandidat kann sich zuschalten, wo immer er gerade ist. Außerdem fallen keine Reisekosten an.“ Auch wenn man dem Personalchef nicht direkt gegenübersitzt, müsse man das Gespräch ernst nehmen und gut vorbereitet sein. „Inhaltlich gibt es da zu einer Face-to-Face-Befragung kaum Unterschiede“, sagt Habenicht. „Doch einige Begleitumstände sind anders.“
So wird der Heimvorteil optimal genutzt
Locker bleiben: Bei der Webcam-Variante bleibt der Bewerber in seinen vertrauten vier Wänden, muss sich nicht auf eine neue Umgebung einstellen. Meist fällt dadurch Anspannung ab. Diese Sicherheit gilt es zu nutzen – ohne dass dabei die nötige Ernsthaftigkeit leidet.
Geheime Helfer: Wer seine Schwäche bei der nonverbalen Kommunikation kennt – zum Beispiel ständig nervös mit der Halskette spielt –, kann sich einfach ein Post-it neben den Bildschirm mit der entsprechenden Erinnerung kleben. Das fällt nicht auf. Auch Stichpunkte zu eigene Stärken und Erfahrungen könnten hilfreich sein.
Kleine Runde: In der Regel erscheint auf dem Bildschirm nur der Personalchef oder der Unternehmer. Der Bewerber muss sich nicht auf eine größere Gruppe einstellen.
So wird das Skype-Gespräch kein Reinfall
Profil checken: Der erste Eindruck entsteht nicht mit dem Händedruck oder dem Gang in den Raum, sondern mit dem Profilbild und dem Nickname. Der Spitzname, der vielleicht auf das Lieblingsgetränk hinweist, ist hier fehl am Platz.
Umfeld gestalten: Der potenzielle Chef hat einiges im Blick. Familienbilder und Partyfotos sollten es nicht sein, auch kein Bücherregal, das vom Gespräch ablenken könnte, und kein Glas, das spiegelt. Als Hintergrund empfiehlt sich eine helle Wand.
Passend kleiden: Beim Outfit gilt – wie beim Bewerbungsgespräch vis-à-vis: gepflegte Erscheinung, dezentes Make-up und je nach Branche entsprechende Business- oder Freizeitkleidung tragen – zumindest bis zur Hüfte.
Technik einrichten: Wie ist die Beleuchtung, bin ich ins rechte Licht gerückt? Funktioniert das Mikro, passt die Lautstärke? Wie ist die Kamera platziert, ist sie auf Augenhöhe eingestellt? Wer einen Skype-Termin hat, sollte zu Übungszwecken ein Interview mit einem Partner machen – und danach auswerten.
Blickkontakt üben: Nicht zuletzt sollte auch der Blickkontakt beim Videochat geübt werden. Stellt der Skype-Partner eine Frage, schaut der Bewerber am besten auf seinen Bildschirm. Wenn er aber selbst spricht, solle er in die Kamera schauen.
Für Ruhe sorgen: Alles muss sitzen, nichts darf ablenken – auf Knopfdruck, oder besser gesagt: Mausklick. Sämtliche Geräte wie Handy, Radio sowie Fernseher sollten ausgeschaltet sein, die Familienmitglieder oder Mitbewohner Bescheid wissen.

Von Katrin Schreiter

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