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Studium & Beruf Berufsbilder im Hotel sind vielfältig
Mehr Studium & Beruf Berufsbilder im Hotel sind vielfältig
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09:30 03.06.2013
Die Möglichkeiten im Hotelgewerbe zu arbeiten sind zahlreich: Sie reichen vom Concierge, wie hier im Novotel Krakau, bis zur Fachkraft in der Buchhaltung. Quelle: Académie Accor
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München

Arbeiten im Hotel: Das klingt nach großer weiter Welt, Abenteuer und exotischen Orten. Doch Jobs im Hospitality Management, wie diese Branche weltweit heißt, sind anstrengend. Wer sich für die Branche entscheidet, arbeitet auch am Abend und an Wochenenden. Dazu müssen Angestellte Gästen gegenüber immer freundlich und zuvorkommend sein. Lange stehen und viel laufen: Auch das gehört zum Job. Egal, ob Säle eingedeckt, Tische verschoben oder Koffer getragen werden müssen - junge Leute, die im Hotel arbeiten wollen, sollten auch körperliche Kraft mitbringen.

Die Berufsbilder sind ausgesprochen vielfältig: Da sind die Liftboys und der Concierge, der Gästen mit Rat und Tat zur Seite steht. In der Küche arbeiten Köche und Konditoren. Es gibt Berufe im Sport- und Wellnessbereich - vom Fitnesstrainer bis zum Ernährungsberater. Es braucht Jobs in der Buchhaltung, Abteilungsleiter und den Hoteldirektor.

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In Zeiten des Fachkräftemangels ist talentierter Nachwuchs rar

Lange Zeit habe das Thema Ausbildung in der Branche nur eine untergeordnete Rolle gespielt, sagt Guido Zeitler von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Berlin. Auszubildende galten oft als billige Arbeitskräfte. Doch die Zeiten sind vorbei. In vielen Betrieben werde inzwischen fundiert ausgebildet. Denn in Zeiten des Fachkräftemangels ist talentierter Nachwuchs rar gesät.

Zu den Berufen, die mit Haupt- oder Realschulabschluss zu erreichen sind, gehören Hotelfachleute, Hotelkaufleute, Fachkräfte für Systemgastronomie, Köche, Restaurantfachleute und Veranstaltungskaufleute. Schulabgänger lernen in einem Betrieb und einer Berufsschule.

Ein anderer Weg, direkt in den oberen Etagen eines Hotels zu beginnen, ist das Studium an einer Fachhochschule oder Universität. Die Studiengänge heißen Hospitality Management, Business Management Hotel, Tourismusmanagement und Hotelmanagement. Allerdings sei die Zahl von Akademikern in der Hotellerie sehr gering, gibt Zeitler zu bedenken. Die meisten Angestellten hätten eine der Disziplinen im Gastgewerbe gelernt.

Grundvoraussetzung ist eine positive Ausstrahlung

Doch egal ob Ausbildung oder Studium, über eine Eigenschaft sollten Schulabgänger auf jeden Fall verfügen: „Wir brauchen Personen mit Ausstrahlung, die jeden Gast freundlich behandeln“, sagt Reto Wittwer, Vorstand der Kempinski-Gruppe, zu der mehr als 100 Luxushotels in Europa, Asien und Afrika gehören. „Ein junger Mensch braucht eine gute Einstellung zum Service und dazu, wie man den Gästen den Aufenthalt in einem Hotel so angenehm wie möglich macht.“

Gefragt sind Sprachtalent und interkulturelle Kompetenz. „Man muss die Leute verstehen und wissen, wie sie ticken“, sagt Wittwer, der selbst acht Sprachen spricht. Eine Hotelkarriere verlange viel Flexibilität. „Man muss bereit sein, das Hotel in regelmäßigen Abständen zu wechseln, um vorwärtszukommen“, ergänzt Michel Gehrig von der Abteilung Talent Management bei Kempinski.

Um guten Nachwuchs an sich zu binden, besitzt die Hotelgruppe Accor, zur der etwa die Hotelkette Ibis gehört, mit der Académie Accor ein unternehmenseigenes Fort- und Weiterbildungsprogramm, in dem eine Vielzahl von Trainings angeboten wird. Auch die Steigenberger-Gruppe hat eine Akademie, in der verschiedenste Aus- und Weiterbildungen auf dem Programm stehen.

Bis zum Luxushotel schafft es nicht jeder

Abu Dhabi, Singapur, Sankt Moritz - die Welt der Kempinski-Hotels ist sicher eine spezielle. Bis zum Luxushotel schafft es nicht jeder, der sich um eine Stelle bewirbt. Doch das sollten Schulabgänger nicht tragisch nehmen: „Es ist nicht gesagt, dass man grundsätzlich in einem Fünf-Sterne-Hotel mehr lernt“, sagt NGG-Fachmann Zeitler. „Es gibt auch eine Reihe von kleinen Hotels, die sehr gut ausbilden.“

Die Branche hat allerdings keinen allzu guten Ruf, beschreibt etwa der DGB-Ausbildungsreport. Schwere Arbeit, wenig Geld, viele Überstunden und befristete Verträge gehören immer noch zur Tagesordnung. Betriebsräte und Tarifverträge gibt es dagegen kaum. Dennoch: Die Branche ist krisenfest, meint Reto Wittwer - und sie expandiert, vor allem im Luxusbereich. „Das ist eine wachsende und vor allem sehr personalintensive Industrie“, sagt er. „Da werden gute Leute immer gebraucht.“

Verena Wolff