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Studium & Beruf Im Schüler-Studium die Uni entdecken
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00:00 15.12.2012
Schon mal reinschauen: Die TU Dresden gibt Jugendlichen ab der neunten Klasse die Möglichkeit, am Uni-Alltag teilzunehmen. Quelle: dpa/tmn
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Dresden

Immer mehr Hochschulen geben Schülern die Möglichkeit, Vorlesungen zu besuchen. Die TU Dresden will Schüler ab der neunten Klasse ansprechen.

„Deutschlandweit bieten etwa 50 Hochschulen das Frühstudium an“, sagt Andrea Servaty von der Deutschen Telekom Stiftung, die viele dieser Projekte unterstützt. Das Angebot richte sich dabei nicht nur an Hochbegabte. Es komme vielmehr für alle Jugendlichen infrage, die besonders leistungsbereit seien.

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„Für das Frühstudium habe ich mich vor allem interessiert, weil ich mich in der Schule nicht ausreichend gefördert fühlte“, erzählt Britta Horstmann. In dem Studium habe sie eine neue Herausforderung gesucht. Außerdem habe sie auf diese Weise erste Erfahrungen mit einer Welt machen wollen, mit der sie später sowieso konfrontiert werde.

An der Ruhr-Universität Bochum gibt es das Schülerstudium bereits seit zehn Jahren. „Wir wollen den Schülern die Möglichkeit geben, neben dem regulären Unterricht auch Hochschulluft zu schnuppern“, sagt Tiziana Gillmann, Koordinatorin des Hochschulangebots. Das Schülerstudium ermögliche, Studienwünsche unter realen Bedingungen zu testen und Leistungsnachweise zu erbringen. Beim Studienbeginn hätten die Schüler dann eine verlässlichere Orientierung.

Die Angebote aller Universitäten eint, dass die im Schülerstudium erworbenen Scheine an der jeweiligen Uni später anerkannt werden. Zum Teil akzeptieren auch andere Hochschulen die Leistungsnachweise. „Wir sind zum Beispiel mit den Unis in Köln, Aachen und Bonn im Gespräch“, erläutert Gillmann. Die Schüler müssen sich nicht auf ein Fach festlegen, sondern können in einem Semester Biologie und im nächsten Mathematik studieren. Auch ein Abbruch ist jederzeit möglich. „Wenn zum Beispiel die schulischen Leistungen schlechter werden, sollte ein Schülerstudium vorzeitig beendet werden“, sagt Gillmann.

An vielen Unis finden Seminare für Juniorstudenten während des normalen Uni-Alltags statt - zwischen frühmorgens und nachmittags. So auch an der TU Berlin. „Die Nachwuchsstudenten sind für die Gestaltung ihres Stundenplans selbst verantwortlich“, sagt Claudia Cefire von der Allgemeinen Studienberatung der TU Berlin. So könnten sie sicherstellen, dass die Vorlesungen und Seminare nicht mit dem regulären Schulunterricht kollidieren. Doch vorher muss die Schule das Studium genehmigen.

Das Probestudium biete Schülern die Möglichkeit, soweit es ihr Zeitplan erlaubt, am ganz normalen Uni-Alltag teilzunehmen. „Gegebenenfalls kann die Schulleitung die Juniorstudenten von den Unterrichtsstunden beurlauben“, erklärt Cefire. Der versäumte Schulstoff müsse natürlich in Eigenverantwortung nachgearbeitet werden. Wie groß der zeitliche Aufwand pro Woche ist, hänge dabei von jedem selbst ab. Den Kontakt zwischen Schüler und Universität vermitteln in der Regel die Schulen. „Die Schüler werden von ihren Lehrern angesprochen und empfohlen“, sagt Gillmann.

Andererseits würden viele über Medien und durch Freunde darauf aufmerksam gemacht und ergreifen selbst die Initiative. Auch bieten Universitäten Beratungsgespräche an. Robin Rölke, der während der zehnten Klasse an der TU Dresden „Grundlagen der Genetik“ studiert hat, wurde von seinen Lehrern angesprochen. „Das Studium hat sich für mich gelohnt, da es mir nicht nur in der Schule im Fach Biologie Vorteile gebracht hat“, erzählt der Abiturient. Er habe auch eine bessere Vorstellung vom Studentenleben bekommen. „Jetzt kann ich einschätzen, ob ich einem Studium gewachsen bin und welche Richtung mich interessiert.“

Wer sich für ein Schülerstudium bewerben will, kann das an Universitäten wie der Ruhr-Universität Bochum online tun. „Wir stellen als Hochschule keine besonderen Vorgaben, also gibt es keine besonderen Bewerbungs- oder Auswahlverfahren“, sagt Tiziana Gillmann von der Ruhr-Universität Bochum. Der Bewerbung sollte aber neben einem tabellarischen Lebenslauf und dem letzten Zeugnis eine Empfehlung des Fachlehrers, die Zustimmung der Schule und bei Minderjährigen das Einverständnis der Eltern beiliegen.

Manja Greß