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Der Norden Endlich: Der Molli macht Dampf auf Borkum
Nachrichten Der Norden

Auf Borkum im Einsatz: Die Dampflok Molli fährt auf der Nordseeinsel Borkum

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16:55 15.09.2019
Der Molli ist am Samstag zu seiner ersten offiziellen Fahrt über die Nordseeinsel Borkum gestartet. Quelle: Molli GmbH
Borkum

Nach vielen Vorbereitungen hat der Molli am Samstag auf Borkum regulär Fahrt aufgenommen. Dadurch gab es auf der Insel seit mehr als 50 Jahren wieder die Möglichkeit, mit der Lok 99331 unter Dampf durch Kohlebefeuerung Fahrten wir zu Omas Zeiten zu unternehmen. Die Dampflok „Borkum“ der Borkumer Kleinbahn und Dampfschiffahrt GmbH wird heute mit Leichtöl befeuert.

Kleinbahn-Geschäftsführer Bernhard Brons betont, dass bis 1968 mit kohlebetriebenen Dampf gefahren wurde. „Wir haben hier eine echte historische Bahn – mit entweder original für Borkum angeschafften Fahrzeugen oder mindestens seit 60 Jahren hier im Betrieb. Eben nichts Zusammengesuchtes.“ Die zuvor in Dienst befindlichen Lokomotiven wurden nicht mehr gebraucht, da eine Umstellung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße stattfand. „Früher wurde mit den Dampflokomotiven noch die Kohle bis vor die Hotels gefahren“, verrät Brons.

Landrat Constien lobt Zusammenarbeit

Heute könne man wieder in alten Zeiten schwelgen und dies nicht nur optische wahrnehmen, sondern auch durch die Nase, denn die Kohlebefeuerung habe einen eigenen Geruch. „Wir freuen uns sehr, dass unser Molli als Botschafter der Region Rostock auf der Insel Borkum so außerordentlich großes Interesse weckt. Wir schaffen damit Aufmerksamkeit für zwei traditionsreiche Unternehmen, die ganz zeitgemäßen Schienenverkehr in besonders beliebten Urlaubsregionen anbieten. Borkum und der Landkreis Rostock werden davon profitieren. Die hervorragende Zusammenarbeit mit der beiden Bahnunternehmen zeigt: Was wir Norddeutschen uns vornehmen, das ziehen wir auch durch“, sagt Sebastian Constien, Landrat des Landkreises Rostock, des größten Gesellschafters der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli GmbH.

Umfangreiche Vorbereitungen

Bis es soweit war, gab es aber einiges zu tun, denn der Molli fährt zwar auf der gleichen 900 Millimeter Spurbreite, verfügt aber über ein anderes Puffersystem. „Die Borkumer Kleinbahn hat extra einen Wagen auf unser Puffersystem umgebaut, so dass wir diesen als Puffer zu deren Fahrzeugen nutzen können“, erklärt Michael Mißlitz, Geschäftsführer und Eisenbahnbetriebsleiter des Molli. „Unsere Lokführer bestätigen die spezielle Anforderung der Kleinbahn“, sagt er weiter. Wer eine Fahrt unternimmt, muss sich bei einem Halt gut festhalten, denn da geht schon mal ein Ruck durch den Zug – aber das ist normal. Der Molli hat eigens vier Lokführer mitgebracht, die sich am Donnerstag und Freitag nur mit der technischen Abnahme beschäftigten und am Freitag auf Probefahrt gingen. „Unsere Leute sind mit Herzblut dabei; die müssen schaufeln, rangieren, aufpassen und fahren – es macht denen einfach Spaß“, sagt Michael Mißlitz. Theodor Robbers, Geschäftsführer und Eisenbahnbetriebsleiter der Borkumer Kleinbahn meint dazu: „Der Molli hat uns personell verstärkt.“ Aber der Geschäftsführer der Mecklenburgischen Bäderbahn GmbH will davon nichts wissen: „Die nehmen wir auch wieder mit“, sagt er.

Der Molli fährt nun auch auf Borkum. Die Mecklenburgische Bäderbahn hat am Samstag auf der Insel offiziell Fahrt aufgenommen.

Das Gastspiel des Molli wird nicht nur für die Gäste gemacht, sondern auch für die Mitarbeiter, denn die verschiedenen Fahrzeuge und der Austausch erhöhen die Attraktivität des Unternehmens. „Wir haben eine Erlebnis-Eisenbahn“, sagt Bernhard Robbers, darum bräuchte sich die Kleinbahn auch keine Sorgen über Personal machen.

Gegenbesuch aus Borkum ist geplant

Bei der Borkumer Kleinbahn verfügen alle Mitarbeiter über eine handwerkliche Ausbildung. Es gibt Schlosser, Maler, Tischler, und natürlich Kaufleute. Im täglichen Betrieb haben die Mitarbeiter dann mehrere Aufgaben, denn der Zugleiter kann auch der Streckenkolonne angehören oder der Schaffner auch Wattführer sein. Im Winter geht es dann in der Werkstatt um die Instandhaltung. Und auch beim Molli ist das so: „Morgens Heizer und nachmittags in der Gastronomie“, sagt Michael Mißlitz.

Nach rund zweieinhalb Jahren Vorbereitungszeit ist der Molli nun bis zum 22. September auf Borkum zu Gast. Gemeinsam mit der Kleinbahn bietet er sowohl Regelzugfahrten als auch Sonderfahrten an. Auf die Frage warum, der Molli nur so kurz bleibe, sagte der Molli-Geschäftsführer: „Auch wir haben Hochsaison und alle Mitarbeiter werden gebraucht.“ Eine Wiederholung soll es auf jeden Fall geben, sozusagen den Gegenbesuch. Die Details stehen noch aus.

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Von OZ

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