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Der Norden 291 Patienten in Niedersachsen durch Ärzte geschädigt
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Behandlungsfehler: 291 Patienten in Niedersachsen durch Ärzte geschädigt

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16:46 16.05.2019
Checklisten, Markierungen auf den Körpern der Patienten und flache Hierarchien: Operationen könnten damit sicherer werden. Quelle: Georg Wendt/dpa
Hannover

Mediziner machen besonders häufig Fehler in stressigen oder schlecht organisierten Situationen. Das teilte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Niedersachsen am Donnerstag mit. Die Organisation begutachtete im vergangenen Jahr 1254 medizinische Streitfälle im Bundesland. In 291 Fällen wurde festgestellt, dass ein Schaden auf einen ärztlichen Fehler zurückgeht. Die Quote von 23,7 Prozent lag damit etwa so hoch wie im Vorjahr (25,0 Prozent).

Als besonders schwerwiegende Fehler nannte MDK-Sprecher Martin Dutschek in Hannover Seitenverwechslungen bei Operationen. Dabei könnten viele Fehler durch eine bessere Sicherheitskultur vermieden werden. Dutschek zählte dazu Markierungen auf dem Körper von Patienten, Checklisten oder eine flache Hierarchie und die offene Ansprache von Fehlern in OP-Teams. Insgesamt brauche Deutschland eine nationale Strategie für Patientensicherheit.

Wenn Patienten glauben, dass sie durch einen Behandlungsfehler Schaden erlitten haben, können sie dies ihren Versicherungen melden. Diese beauftragen dann ein Gutachten des MDK.

Mit Streit nach Arztfehlern beschäftigen sich auch die Schlichtungsstellen der Ärztekammern. Ihnen wurden im Jahr 2018 in Niedersachsen 1226 Fälle vorgelegt. 485 Fälle wurden abschließend begutachtet, in jedem dritten wurde ein Arztfehler anerkannt. Am häufigsten gingen die Patienten gegen Fehler in der Unfallchirurgie und der Orthopädie vor.

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Von RND/lni