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Der Norden Prozess um den Dreifachmord von Hille beginnt
Nachrichten Der Norden Prozess um den Dreifachmord von Hille beginnt
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12:16 02.09.2018
Auf diesem Hof in Hille wurden im Frühjahr drei Leichen entdeckt. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Hille/Stadthagen

Der Fund dreier Leichen hat vor knapp einem halben Jahr das Örtchen Hille in Ostwestfalen erschüttert. Alle drei Opfer kamen gewaltsam ums Leben. Für die brutalen Taten müssen sich ab Montag zwei Männer vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Sie sollen sich an ihren Opfern bereichert haben, in einem Fall sogar monatelang die Rente eines Toten kassiert haben. Dreifacher Mord aus Habgier lautet daher die Anklage gegen den 51-Jährigen Fremdenlegionär Jörg W. und den 24-Jährigen Zeitsoldaten Kevin R., der mit im Haus des ersten Angeklagten gelebt hatte.

Rückblick: Am Anfang der Ermittlungen in Hille stehen mehrere Vermisstenfälle. Insbesondere die Suche nach einem 30-Jährigen Mann aus dem niedersächsischen Stadthagen (Landkreis Schaumburg) führt die Polizei schließlich nach Ostwestfalen. In einer Scheune in Hille finden die Ermittler erst das Auto des Vermissten, wenig später auf einem angrenzenden Hof auch die Leiche des 30-Jährigen.

Ins Visier rückt schnell der zunächst abgetauchte Angeklagte Jörg W. Er wird tags darauf im bayerischen Reit im Winkl festgenommen und gesteht, den 30-Jährigen mit einem Hammer erschlagen zu haben. Laut Anklage sollen die beiden Geschäftspartner gewesen sein und um 5000 Euro gestritten haben.

Ging es um die monatliche Rente des Opfers?

In der Zwischenzeit hat die Polizei in Hille sowohl das Gehöft der beiden deutschen Angeklagten als auch den Nachbarhof gründlich untersucht: Sie findet zwei weitere Leichen und ist schon bald überzeugt, mit Jörg W. einen mutmaßlichen Dreifachmörder gefasst zu haben. Verdächtige SMS-Nachrichten an Kevin R. bringen die Ermittler schließlich zur Überzeugung, dass auch er an den Taten beteiligt ist. Er sitzt seit Mitte April ebenfalls in Untersuchungshaft.

Das erste Opfer der beiden soll laut Anklage im August 2017 der 72-Jährige Nachbar gewesen sein, auf dessen Grundstück später der 30-Jährige tot aufgefunden wird. Sie sollen den Senior eine Kellertreppe hinab gestoßen und ihn mit einem Ziegelstein und Fußtritten traktiert sowie gewürgt haben. Jörg W., der über eine Kontovollmacht des Nachbarn verfügte, soll es dabei auf die monatliche Rente seines Opfers von 1300 Euro abgesehen haben. Kevin R. habe den Nachbarhof nutzen wollen.

3200 Euro vom zweiten Opfer eingesteckt

Wenig später sollen die beiden einen 64-jährigen Hilfsarbeiter, der auf dem Hof wohnte, getötet haben. Laut Staatsanwaltschaft gingen sie erneut sehr brutal vor: Von hinten sollen sie dem Mann einen Pflasterstein auf den Kopf geschlagen, ihn verprügelt und auf ihn eingetreten haben. Zudem wurde dem 64-Jährigen viermal mit einem Kampfmesser in den Rücken gestochen. Das Motiv sei auch dieses Mal Habgier gewesen, heißt es: Das Opfer hatte 3200 Euro Bargeld in seinem Zimmer - von dem sich Jörg W. einen Großteil, Kevin R. einen kleineren Teil eingesteckt haben soll.

Wer von den beiden Angeklagten bei den Gewaltakten welche Rolle spielte, wird genauso Gegenstand des Prozesses sein wie die Motive der beiden Angeklagten. Der erste Verhandlungstag könnte am Montag nach der Verlesung der Anklage schnell zu Ende gehen. Zeugen sind zum Start nicht geladen, auch die psychiatrischen Sachverständigen steigen erst am zweiten Prozesstag am 20. September ein, wie ein Gerichtssprecher ankündigte.

 

Von lni/RND

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