Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden GEW-Chefin Laura Pooth mit 95 Prozent wiedergewählt
Nachrichten Der Norden

Bildungsgewerkschaft: Laura Pooth mit 95 Prozent als GEW-Chefin wiedergewählt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 28.10.2019
Laura Pooth, niedersächsische Landesvorsitzende der GEW, ist beim Landesdelegiertentag in Celle mit 95 Prozent wiedergewählt worden. Quelle: Sina Schuldt/dpa
Hannover/Celle

Laura Pooth bleibt Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Beim Landesdelegiertentag in Celle ist die 41-Jährige mit 95 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Damit schnitt die Mutter eines elfjährigen Sohnes noch ein bisschen besser ab als 2017, als sie den langjährigen Vorsitzenden Eberhard Brandt ablöste. Damals hatte sie 94 Prozent erreicht. Mit knapp 30.000 Mitgliedern ist die GEW die größte Bildungsgewerkschaft im Land, der Philologenverband kommt auf rund 8000 Mitglieder.

„Bildungsetat muss deutlich wachsen“

Einstimmig verabschiedeten die 235 Delegierten eine Resolution, in der mehr Geld für Bildung gefordert wird. „Endlich klotzen, nicht kleckern“ sei die Devise, sagt Pooth. Es könne nicht sein, dass berechtigte Forderungen etwa die Höherstufung der Grund-, Haupt- und Realschullehrkräfte auf A13 mit dem Totschlagargument abgebügelt werden, es sei kein Geld da. „Damit wollen wir uns nicht abfinden, der Bildungsetat muss deutlich wachsen“, fordert Pooth. Politik sei in der Pflicht, die entsprechende Finanzierung bereitzustellen. Schließlich hätten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts für Bildung ausgegeben werden sollen. Niedersachsen und der Bund verfehlten dies Ziel aber.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verwies darauf, dass im nächsten Jahr 7,2 Milliarden Euro für Schulen und Kitas ausgegeben werden sollen. Das sei ein Rekord, drei Viertel machten die Personalkosten aus, zum einen für Lehrer, aber auch für Sozialarbeiter. Niedersachsen investiere ein Fünftel seines Haushaltes in Bildung.

Für Laura Pooth reicht das aber nicht. Die Schuldenbremse und die schwarze Null, die die Große Koalition erreichen will, sei ein fataler Fehler. Dringend notwendigen Bildungsinvestitionen würden dadurch Fesseln angelegt, sagt sie.

„Weniger Pflichtstunden für Lehrer“

Anstatt Geld in teure Imagekampagnen zu stecken, um den Lehrerberuf für den Nachwuchs attraktiver zu machen, sollte Tonne lieber die Arbeitsbedingungen an den Schulen endlich verbessern. Dann würden sich viel mehr Menschen für den Beruf entscheiden. Die GEW tritt für eine Senkung der Pflichtstundenzahl vor allem für Lehrkräfte an Grundschulen ein, die mit 28 Wochenstunden die höchste Unterrichtsverpflichtung haben. Zudem müssten Pädagogen, die Sonderaufgaben übernähmen, stärker entlastet werden.

„Lehrer länger gesund im Job halten“

Es sei ein Alarmsignal, dass rund 80 Prozent der Lehrkräfte nicht das gesetzliche Pensionsalter erreichten, sondern vorzeitig aus dem Dienst schieden, sagt die GEW-Vorsitzende, die auch lange an Haupt- und Oberschulen unterrichtet hat. Um sie länger gesund im Job zu halten, tritt Pooth für eine Altersermäßigung für Lehrer ab 55 Jahren ein. Bislang dürfen die über 60-Jährigen eine Stunde weniger unterrichten.

Lesen Sie auch:

Mehr aktuelle Berichte aus Hannovers Schulen

Aktuelle Infos für Lehrer, Eltern und Schüler in Hannover: Die HAZ berichtet laufend über Themen rund um die Schulen der Stadt.Auf dieser Seite finden Sie alle Artikel auf einen Blick.

Von Saskia Döhner

Bei einer Anhörung im Landtag forderten Vertreter von Krankenhäuser mehr Geld vom Land und den Abbau von Bürokratie. Viele Kliniken würden gerne Notfallversorgung sowie ambulante und stationäre Versorgung enger verzahnen – auf dem Land drohen Lücken.

28.10.2019

Der Bauernverband Landvolk Niedersachsen hat genau nachgezählt: 77 Wölfe sind demnach seit 2003 in Niedersachsen ums Leben gekommen. Allerdings wurde nur einer davon mit behördlicher Erlaubnis getötet.

28.10.2019

Ein kleines Schwein hat für einen kuriosen Einsatz der Polizei in Seesen am Harz gesorgt. Es wollte sich einfach nicht einfangen lassen.

28.10.2019