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Der Norden Jede dritte Gemeinde im Land hat keine Grundschule mehr
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Bildungspolitik: Jede dritte Gemeinde in Niedersachsen hat keine Grundschule mehr

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20:33 15.09.2019
Hannover

Die Zahl der Grundschulen in Niedersachsen ist in den vergangenen 15 Jahren stark gesunken. Nach Angaben des Landesamts für Statistik (LSN) gab es Ende 2018 zwischen Harz und Nordsee genau 1699 Grundschulen. Im Jahr 2004 waren es noch 162 mehr gewesen – das entspricht 9 Prozent. Derzeit haben nach einem Bericht des LSN 310 der 945 Gemeinden in Niedersachsen keine Grundschule mit Hauptstandort. Die Zahl der Gemeinden ohne Grundschule beträgt damit knapp 33 Prozent.

Nach Einschätzung des Landesamts für Statistik spielt das Vorhandensein einer Grundschule eine große Rolle bei der Frage, ob eine Gemeinde wächst oder schrumpft. Gemeinden, die keine Bildungseinrichtungen mehr haben, seien für Familien mit Kindern oft weniger attraktiv und könnten deshalb von den Folgen des demografischen Wandels stärker betroffen sein als andere Orte.

Einwohnerzahl steigt – aber nicht überall

Insgesamt steigt die Einwohnerzahl Niedersachsens seit einigen Jahren – allerdings nicht überall. Nach Erkenntnissen der Statistiker hat sich in den vergangenen 15 Jahren die Zahl der Kinder im Grundschulalter in Orten ohne Grundschule jedenfalls deutlich schlechter entwickelt als in Gemeinden mit Grundschulen. Insgesamt ist die Zahl der Grundschüler zwischen 2004 und 2018 um fast 20 Prozent von 346 000 auf 279 000 gesunken. Die durchschnittliche Klassengröße ging von 21,2 auf 18,8 Schülerinnen und Schüler zurück.

Seit diesem Schuljahr aber steigt die Schülerzahl erstmals wieder an. Im Sommer 2019 wurden landesweit rund 73 000 Schülerinnen und Schüler eingeschult – gegenüber 70 000 im Vorjahr. Auch für die kommenden Jahre erwarten die Demografen steigende Schülerzahlen. Grund sind die geburtenstarken Jahrgänge ab 2013.

Analog zum Land entwickelt sich auch die Zahl der Schüler in der Region Hannover: Sie ging zwischen 2009 und 2019 um 2,3 Prozent zurück – bis 2029 indes soll sie Prognosen zufolge um 5,6 Prozent steigen. In der Stadt Hannover soll der Zuwachs sogar bei 16 Prozent liegen. Grund sei der starke Zuzug in die Landeshauptstadt, hatten die Statistiker der Region Hannover kürzlich mitgeteilt. Die steigende Zahl von Schülern wird nach Ansicht von Experten die Schulpolitik in Hannover in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen.

Es mangelt weiter an Schulleitern

Unter den derzeit landesweit 1699 Grundschulen befinden sich nach Angaben des Statistikamtes 59 sogenannte Kleinstschulen mit weniger als vier Klassen, die nicht jede Jahrgangsstufe mit einer separaten Klasse abdecken. Außer den Kleinstschulen gibt es noch 264 sogenannte Kleine Schulen mit genau vier Klassen – eine pro Jahrgangsstufe.

Unabhängig von der schrumpfenden Zahl der Grundschulen ist die Zahl der Einrichtungen ohne Leiterin oder Leiter nicht kleiner geworden. Zum letzten Stichtag Ende Februar waren nach Angaben des Kultusministeriums 114 Leitungsstellen unbesetzt.

Von Matthias Brunnert

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