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Der Norden Landkreis Nienburg überschreitet 200er-Grenzwert – folgen härtere Maßnahmen?
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Corona: Landkreis Nienburg überschreitet 200er-Grenzwert

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16:57 23.01.2021
Der Landkreis Nienburg hat den kritischen Corona-Grenzwert von 200 überschritten (Symbolbild)
Der Landkreis Nienburg hat den kritischen Corona-Grenzwert von 200 überschritten (Symbolbild) Quelle: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/
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Nienburg

Der Landkreis Nienburg hat den kritischen Sieben-Tages-Wert von 200 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner überschritten. Die Inzidenz lag am Samstag bei 210,9. Die Zahl der Infektionen stieg um 46 auf 1827, hieß es im Lagebericht des Landes. 50 bis 60 Prozent des Infektionsgeschehens spielen sich nach Angaben eines Landkreissprechers derzeit in Pflegeheimen und bei Helios ab. Im Helios Klinikum Nienburg gab es einen Corona-Ausbruch bei Patienten und Beschäftigten.

Von den 28 Pflegeheimen im Landkreis seien am Donnerstagabend zehn von Corona-Ausbrüchen betroffen gewesen. Über mögliche Einschränkungen aufgrund der hohen Zahl an Neuinfektionen werde der Landkreis in den kommenden Tagen entscheiden, sagte der Sprecher. Zur Unterstützung der Pflegeheime und des Krankenhauses wurde Unterstützung der Bundeswehr sowie der Hilfsorganisationen angefordert.

Zahl der Corona-Toten in Niedersachsen steigt

Trotz hoher Hygienestandards sind derzeit mehrere Krankenhäuser in Niedersachsen von Corona-Ausbrüchen betroffen. So wurden im Helios Klinikum Nienburg inzwischen über 40 Beschäftigte und Patienten positiv auf das Coronavirus getestet. Die Klinik sieht darin einen Spiegel der Entwicklung im Landkreis Nienburg und hat nach eigenen Angaben ihre Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft.

In der Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont) gilt seit Donnerstag ein vorübergehender Aufnahmestopp. 21 der insgesamt rund 140 Mitarbeiter sowie 13 Patienten waren bis dahin positiv getestet worden. Die gestiegenen Infektionszahlen im Landkreis seien unter anderem auf den Ausbruch in der Klinik zurückzuführen, sagte eine Behördensprecherin in Hameln. Allerdings gebe es auch Ausbrüche bei ambulanten Pflegediensten sowie in Großfamilien.

Krankenhausgesellschaft: Situation weiter angespannt

Anders als bei den Pflegeheimen hat das Gesundheitsministerium in Hannover keine gesonderte Statistik über Corona-Ausbrüche in Krankenhäusern. Auch der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft liegt keine solche Übersicht vor. Helios betreibt landesweit 13 Kliniken. „An sieben unserer niedersächsischen Kliniken mussten wir Corona-Ausbrüche verzeichnen, die sich aber immer auf eine bis maximal drei Stationen beschränkt haben“, sagte eine Unternehmenssprecherin.

In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 1385 mit dem Coronavirus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt, 289 von ihnen auf Intensivstationen. Dort müssen 186 Erwachsene und zwei Kinder beatmet werden. Die Situation ist laut Krankenhausgesellschaft aber weiterhin angespannt.

Die nachgewiesenen Infektionen stiegen landesweit um 1207 auf 135 140. Der Sieben-Tages-Wert der Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner betrug für Niedersachsen 91,8. Als kritisch für die Nachverfolgung der Kontakte der Infizierten gilt ein Wert über 50. Die Zahl der an einem Tag erfassten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus wurde mit 40 angegeben, insgesamt seien 2944 Menschen gestorben.

Von RND/lni