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Der Norden Niedersachsen will Tausende Schlachthof-Mitarbeiter auf Corona testen
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Corona: Schlachthöfe in Niedersachsen sollen getestet werden

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15:38 11.05.2020
Immer mehr Schlachthöfe haben Mitarbeiter, die sich mit Corona infiziert haben. Quelle: dpa
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Hannover

Auch in Niedersachsen gibt es inzwischen Corona-Infektionen in Schlachthöfen. Der Landkreis Emsland habe drei Infizierte gemeldet, sagte Claudia Schröder vom Krisenstab der Landesregierung am Montagnachmittag bei der regelmäßigen Pressekonferenz. Sie kündigte an, so schnell wie möglich Mitarbeiter in der Fleischindustrie auf Corona zu testen. „Das werden mehrere Tausend Tests sein“, sagte Schröder.

„Wir werden eine ganz klare Teststrategie fahren.“ Denn bekannt sei, dass auch Mitarbeiter aus niedersächsischen Betrieben in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein eingesetzt waren. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir in hoher Zahl Kontaktpersonen haben.“ Getestet werden sollen alle, die Krankheitssymptone zeigen und die Kontakt hatten zu Mitarbeitern betroffener Schlachthöfe. „Wir müssen alles tun, um die Leute zu separieren.“ Mindestens in den Unterkünften müsse man dafür Sorge tragen.

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Im April war die Krankheit bereits in einem Fleischwarenwerk in Birkenfeld in Baden-Württemberg ausgebrochen. Zuletzt waren Belegschaften in Coesfeld und Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) sowie Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein betroffen. Nun kommt ein Betrieb im Emsland dazu.

Reproduktionsfaktor steigt auch in Niedersachsen

Ansonsten näherte sich das Leben in Niedersachsen am Montag ein weiteres Stück der Normalität an – einige im Zuge der Corona-Krise verhängten Einschränkungen werden gelockert. Dazu gehören Erleichterungen in der Gastronomie, bei Fahrschulen und Dienstleistungen. „Für alles gilt: Abstand und Hygiene“, mahnte Schröder. „Davon ist keine Öffnung ausgenommen.“

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Tatsächlich ist der sogenannte Reproduktionsfaktor auch in Niedersachsen geringfügig angestiegen, wie Schröder sagte. Er liege jetzt bei 1,13. Das heißt, dass jeder Infizierte statistisch im Durchschnitt 1,13 andere Menschen ansteckt. „Das liegt in einem Bereich, den wir so auch erwartet haben. Das ist sicher eine Folge der Lockerungen“, sagte Schröder. „Wir schauen da hin.“ Es gebe aber auch andere wichtige Werte, wie die Zahl der Infektionen und der Patienten im Krankenhaus.

In Niedersachsen waren am Montagmittag 10.915 Infizierte registriert, 43 mehr als am Sonntag. Gestorben sind bisher 510 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Als genesen gelten 8871 Menschen. In den niedersächsischen Kliniken werden derzeit 514 Infizierte behandelt, davon 123 Erwachsene und ein Kind intensivmedizinisch.

Wann die angekündigten Stufen vier und fünf des niedersächsischen Lockerungsplans in Kraft treten bleibt zunächst offen. Das werde davon abhängen, „wie diszipliniert wir uns verhalten. Je besser wir das schaffen, desto früher können Stufe vier und fünf kommen.“

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Von rah/sen

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