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Der Norden Nach Kritik an Spargel: Politiker lädt Feministin Stokowski nach Burgdorf ein
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Debatte um Spargelkult: FDP-Politiker lädt Feministin Stokowski nach Kritik nach Burgdorf ein

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00:20 08.05.2019
Einladung zum Spargelstechen: FDP-Mann Dirk Schwerdtfeger würde Margarete Stokowski gerne in der Spargelstadt Burgdorf begrüßen. Quelle: dpa/Bismark (RND-Collage)
Hannover

Eine ungewöhnliche Einladung hat jetzt Dirk Schwerdtfeger, FDP-Bürgermeisterkandidat für Burgdorf, ausgesprochen. In einem offenen Brief bietet er Feministin Margarete Stokowski einen Besuch auf den heimischen Spargelfeldern an – nachdem die Erfolgsautorin den Kult um das Edelgemüse in ihrer viel beachteten Online-Kolumne kritisiert hatte.

Margarete Stokowski kritisiert „parareligiöse“ Verehrung von Spargel – trotz Schattenseiten

Stokowski, die in der Rubrik „Oben und unten“ auf Spiegel-Online scharfzüngig über alltäglichen Sexismus, Unterdrückung und Ungerechtigkeit schreibt, hatte den Deutschen eine „parareligiöse“ Verehrung von weißen Spargelstangen vorgeworfen, die etwa die harte Arbeit der meist ausländischen Spargelstecher ebenso ausblende wie die Verschandelung der Landschaft durch Plastikfolien. „Der Spargelkult muss enden“, so Stokowskis Forderung. Im Internet sei das Posten von Spargelgerichten das „Dickpic der Saison“. „Im Grunde“, so Feministin Stokowski, „will niemand wirklich ungefragt den Spargel anderer Leute sehen (“schön einfach mit Butter“), aber gefragt wird nicht.“

Christian Lindner greift Text auf – ganz unironisch

Die – freilich nicht ganz ironiefreie – Spargel-Suada löste eine erregte Debatte auf Twitter aus, die sogar den Parteitag der Liberalen erreichte. „Wenn wir den Spargel nicht anbauen, dann werden es andere tun“, dozierte FDP-Chef Christian Lindner, nachdem er den Delegierten vorgetragen hatte, dass der Spargel als „alter weißer Mann der Kulinarik“ geschmäht worden sei.

Einladung zu Spargelspaziergang

Auch Bürgermeisterkandidat Schwerdtfeger, wollte das nicht unwidersprochen lassen. „Ich bekenne, dass ich zu den Abermillionen gehöre, die dem „germanisch-heidnischen Spargelgott“ huldigen“, schrieb der FDP-Mann aus Burgdorf der Kolumnistin in einem offenen Brief. „In der parareligiösen Praxis des Spargelkultes stellt die ,Spargelstadt’ den Ort der höchsten Anbetung dar“, heißt es in dem süffisanen Schreiben, mit der er Stokowski zu Spargelspaziergang samt Spargelessen einlud. „Auch bei der Ernte dürfen Sie testweise mitwirken, wenn Sie mögen: Sie werden sehen, dass die Arbeit mit den Stangen weniger anstrengend ist, als vielmehr Handgeschick erfordert.“ Höhepunkt solle eine Podiumsdiskussion zum Thema „Spargel ohne Kult: Wie soll das eigentlich gehen?“ sein.

Absage via Twitter

Via Twitter bedankte sich Stokowski nun für die Einladung, die sie aus Zeitgründen leider nicht annehmen könne, weil sie vollständig verplant sei. „Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich mit Spargelanbau äußerst vertraut bin“, ergänzte sie – und fügte einen Schnappschuss von grünem Spargel bei, der im heimischen Garten wächst.

Schwerdtfeger bedauerte die Absage. Eine Podiumsdiskussion werde es jetzt nicht geben, erklärte er auf HAZ-Anfrage. „Ohne Frau Stokowski ist das ja witzlos.“

Hoffnung, dass der Termin doch noch zustande kommt, hat offenbar noch die Satirepartei „Die Partei“. Deren Burgdorfer Bürgermeisterkandidat Marc Müller lädt Margarete Stokowski nun ein, nach dem Spargelessen mit Dirk Schwerdtfeger ein Bier mit ihm trinken zu gehen, damit sie sich nicht „von unbedeutenden Spaßparteien für deren Wahlkampf instrumentalisieren“ lassen müsse, kommuniziert die Partei via Twitter.

Von Karsten Röhrbein

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