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Der Norden Elektro-Autos bringen neue Herausforderung für die Feuerwehr
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Elektro-Autos stellen Feuerwehr vor neue Herausforderungen

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00:16 16.05.2019
Ein Mini mit Hybridantrieb war auf dem Parkplatz Moorkaten an der A 7 in Brand geraten. Die Feuerwehr löschte das Feuer, musste den Wagen dann aber noch im Wasser versenken. Quelle: Privat/hfr
Kaltenkirchen/Kiel

Wie gefährlich ist ein Feuer bei einem Elektro-Auto? Immer wieder sorgen die umweltfreundlichen Fahrzeuge für Schlagzeilen. Jetzt auch in Schleswig-Holstein. In dieser Woche wurde die Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen erstmals mit einem solchen Fall konfrontiert. An der Autobahn 7 hatte ein Mini mit Hybridantrieb Feuer gefangen. Auch in Niedersachsen stellen E-Autos die Feuerwehr immer wieder vor neue Herausforderungen

Einsatzleiter Claas Hendrik Heß ließ die Kollegen nur mit großem Sicherheitsabstand an den Wagen heran. „Es gibt über E-Autos momentan noch zu wenig Erfahrungswerte“, erklärte er. Um das Feuer zu löschen, wurde der Hybrid-Mini schließlich in einem mit Wasser gefluteten Container versenkt. 25 Leute waren vier Stunden lang im Einsatz.

Mehr zu E-Autos: E-Auto gegen Verbrennungsmotor: So groß ist der Klimavorteil

Batterien können noch nach Tagen in Flammen aufgehen

Das Problem: Die Batterien von Elektrofahrzeugen können auch nach Stunden oder Tagen noch erneut in Flammen aufgehen. „Man weiß, dass die Lithium-Ionen-Akkus schwer zu löschen sind und hoch giftige Dämpfe und Säuren freisetzen“, sagt Thomas Schwedas, Wehrführer in Kaltenkirchen. „Die Technologie ist neu, und wir müssen lernen, damit umzugehen“, meint Einsatzleiter Heß. Seiner Meinung nach ist ein anderes Denken erforderlich: Brennende Elektro-Autos seien eher wie Gefahrgut zu behandeln. Er plädiert für eine klare Kennzeichnung von E-Autos. Schwedas: „Wir müssen das jetzt thematisieren.“ Schließlich werde die Zahl der Elektro-Autos in den kommenden Jahren zunehmen.

11 000 Liter Wasser nötig

Geraten die Batterien von Elektrofahrzeugen in Brand, besteht die Gefahr, dass in einer Kettenreaktion Kurzschlüsse erfolgen, die das Feuer ständig aufs Neue entfachen können. Laut Hersteller Tesla sind etwa 11.000 Liter Wasser nötig, um einen brennenden Wagen zu löschen. Nach Auskunft des Bundesverbandes eMobilität (BEM) brennen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor allerdings 45mal häufiger als Elektroautos.

Mit der Autoindustrie gemeinsam an Lösungen arbeiten

„Die Feuerwehr hängt der modernen Technik leider hinterher“, sagt Volker Arp, Landesgeschäftsführer des Feuerwehrverbandes. Schon als die Autos mit Karbon verstärkt wurden, hätten herkömmliche Rettungsgeräte nicht mehr ausgereicht, um beispielsweise Menschen zu befreien. Ein ähnliche Situation gebe es jetzt mit alternativen Antrieben. „Die Autoindustrie muss zusammen mit uns an Lösungen arbeiten“, fordert Arp. Die Unternehmen, die solche umweltfreundlichen Autos entwickelten, müssten sich auch um die Sicherheit kümmern. Auch der Gesetzgeber sei gefordert, da zu steuern und zu kontrollieren.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Meldungen von brennenden E-Autos gegeben. Für Schlagzeilen sorgten vor allem Modelle des US-Elektrobauers Tesla. Auch zwei sogenannte Streetscooter der Post waren ohne erkennbare Ursache in Flammen aufgegangen.

Schulungen für den Umgang mit Elektrofahrzeugen

Das Innenministerium in Kiel versichert, dass der Umgang mit Hybrid- und Elektrofahrzeugen bei der Ausbildung freiwilliger wie auch beruflicher Feuerwehrkräfte berücksichtigt wird. Dabei seien zwei Punkte besonders wichtig, betont Ressortsprecher Dirk Hundertmark. Zum einen müssten entsprechende Sicherheitsabstände eingehalten werden, da bis zu 1000 Volt Spannung vorhanden sind. Wichtig sei zudem das Nachkühlen des Fahrzeuges, weil es bei den Batterien zu nachfolgenden chemischen Reaktionen kommen könne.

Auch die Pannenhelfer des ADAC bekommen besondere Schulungen zur Pannenhilfe bei Elektro-Autos. „Das sind neue Herausforderungen, aber deswegen darf man die neue Technik nicht verteufeln“, meint Ulf Evert, Sprecher des Automobilclubs in Schleswig-Holstein.

Laut Bundesumweltministerium sollen bis 2020 rund eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen rollen. Bis 2030 sollen es sechs Millionen sein.

Julia Paulat/Lübecker Nachrichten

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