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FDP: An Niedersachsens Schulen fehlen 550 Lehrer

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12:55 03.10.2019
Nicht genug Unterricht? Für die FDP fallen in Niedersachsen zu viele Schulstunden aus: 100.000 pro Woche. Quelle: dpa/Archiv
Hannover

Der Unterricht an Niedersachsens Schulen fällt nach Ansicht der FDP auch in diesem Schuljahr zu oft aus. Die Unterrichtsversorgung liegt mit 98,9 Prozent unter dem Wert des letzten Halbjahres, der 99,4 Prozent betragen hatte. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. „Von einer Verbesserung der Situation an den Schulen kann also weiterhin keine Rede sein“, sagte FDP-Bildungsexperte Björn Försterling.

Interaktive Karte: So sieht es an meiner Schule aus

Höhere Schülerzahlen und zahlreiche Zusatzaufgaben für die Lehrer hätten den Bedarf an Lehrerstunden insgesamt deutlich erhöht, sagte Försterling weiter. Das Defizit sei daher trotz Neueinstellungen weiter gestiegen. „Faktisch fehlen aktuell rund 550 Vollzeitlehrerstellen. Zusammen mit den durchschnittlichen Krankheitsfehlzeiten von 6 bis 7 Prozent fallen also nach wie vor rund 100.000 Unterrichtsstunden pro Woche aus. Das ist deutlich zu viel und keinerlei Verbesserung zu den Vorjahren.“ Die FDP hat eine interaktive Landkarte herausgegeben, auf der Eltern und Schüler einsehen können, wie die voraussichtliche Unterrichtsversorgung an ihrer eigenen Schule aussieht.

Gewerkschaft sieht sich bestätigt

Unterstützung bekommen die Liberalen von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Lehrergewerkschaft hatte die Einstellung von 2500 Lehrern zum neuen Schuljahr gefordert. Ausgeschrieben hatte das Ministerium zum 1. August aber nur 1900 Stellen, besetzt werden konnten 1789. „Die Schönfärberei des Kultusministeriums muss nun ein Ende haben, der tatsächliche Lehrkräftebedarf gehört auf den Tisch“, sagte die GEW-Vorsitzende Laura Pooth. „Die stellenweise erschreckend niedrige Unterrichtsversorgung zeigt, dass enormer Handlungsbedarf besteht, mehr auszubilden, mehr einzustellen und besser zu bezahlen.“

An 1197 Schulen in Niedersachsen liegt nach FDP-Angaben die Unterrichtsversorgung weiterhin unter 100 Prozent. Das heißt, diese Schulen haben weniger Lehrer, als sie haben müssten, um den Pflichtunterricht plus sogenannte Zusatzaufgaben wie Förderunterricht oder Ganztagsangebote abzudecken. Die Unterrichtsversorgung berechnet sich aus dem Verhältnis von Lehrer-soll- zu Lehrer-ist-Stunden.

Grüne: Der Minister muss endlich handeln

Grünen-Schulexpertin Julia Willie Hamburg nannte die Lage „durchgehend beklemmend“. Eine Lösung sei kurzfristig nicht in Sicht. Statt die Zahlen schön zu reden müsse Tonne endlich handeln. „Die Schulen brauchen Freiräume, wenn sie den Fachkräftemangel kompensieren und ordentlich arbeiten wollen“, sagte sie. „Wir müssen die multiprofessionellen Teams an Schulen ausbauen, das heißt, die Verantwortung auf mehr Schultern verteilen.“

Statt Modellprojekte anzuschieben, müsse es flächendeckende Lösungen geben. Damit spielt Hamburg auf die rechtlich umstrittene Dorflehrerprämie an, die nach dem Willen Tonnes in zunächst fünf Modellregionen an Lehrer gezahlt werden soll, die in wenig attraktive Gegenden gehen. Der Zuschlag soll bei mindestens 100 Euro pro Monat liegen. Derzeit wird rechtlich geprüft, ob so ein Modell überhaupt zulässig ist.

Mit Blick auf das nächste Schulhalbjahr hatte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) zu Wochenbeginn mitgeteilt, dass das Land rund 500 Lehrer mehr neu einstellen will als in den Ruhestand gehen. Zum 1. Februar 2020 sollen daher 1350 Stellen ausgeschrieben werden.

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Von Saskia Döhner

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