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Der Norden Fledermäuse verzögern den Ausbau der Autobahn 7
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Fledermäuse verzögern den Ausbau der Autobahn 7

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20:06 14.01.2020
Die Autobahn 7 bei Düderode: Hier sollen in den nächsten Monaten sieben Brücken abgerissen und neu gebaut werden. Quelle: Heidi Niemann
Seesen/Northeim

Eigentlich sollte die Autobahn 7 zwischen Göttingen und Hannover nach den damaligen Wünschen der niedersächsischen Landespolitik bereits zur Expo 2000 in Hannover sechsspurig ausgebaut sein. Dies hat bekanntlich nicht geklappt. 20 Jahre später laufen die Bauarbeiten immer noch – und werden sich um ein weiteres Jahr verlängern. Das hat der Geschäftsführer des Baukonsortiums Via Niedersachsen, Philippe Rossignol, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Seesen mitgeteilt. Ursprünglich sollte der noch ausstehende 30 Kilometer lange Abschnitt zwischen Göttingen und Bockenem Ende 2021 fertig sein. Bei den Bauarbeiten gab es jedoch einige unvorhersehbare Überraschungen, und die haben dazu geführt, dass sich die Arbeiten voraussichtlich bis Ende 2022 hinziehen werden. Grund für die Verzögerung sind unter anderem eine geschützte Tierart und archäologische Funde aus der Jungsteinzeit.

Eine Wasserfledermaus Quelle: Nabu/Dietmar Nill

Ersatzquartier für geschützte Tiere

Für den sechsspurigen Ausbau müssen insgesamt 37 Brücken abgerissen und neu gebaut werden. Im Zuge dieser Arbeiten stellte sich heraus, dass eine der Autobahnbrücken im Bereich der Northeimer Seenplatte von Wasserfledermäusen als Sommerquartier genutzt wurde. Da Wasserfledermäuse streng geschützt sind, konnte die Brücke zunächst nicht abgerissen werden. Um ihnen ein Ersatzquartier zu bieten, habe man drei Häuschen an den Northeimer Kiesseen errichtet, teilte Rossignol mit. Die Neuansiedlung habe allerdings nicht auf Anhieb geklappt: Statt in die eigens für sie gebauten Häuschen umzuziehen, hätten sich die Fledermäuse zunächst in anderen Brücken eingenistet, wodurch sich die Arbeiten noch einmal verzögert hätten. Inzwischen habe man aber anhand von Kotspuren festgestellt, dass sich Fledermäuse in den Ersatzquartieren aufgehalten haben.

Brückenbauarbeiten an der A7 bei Echte: Hier hatten die Bauarbeiter mit schwierigen Bodenverhältnissen zu kämpfen Quelle: Heidi Niemann

Funde aus der Jungsteinzeit

Neben dem Artenschutz brachten auch Funde aus der Jungsteinzeit den Zeitplan durcheinander. In der Nähe von Eboldshausen (Kreis Northeim) seien zahlreiche archäologisch wertvolle und gut erhaltene Scherben und andere Zeugnisse bandkeramischer Siedlungsbauten entdeckt worden, erläuterte Rossignol. Die Bergung und Konservierung der mehr als 1000 Fundstücke habe mehr als 80 Wochen gedauert. Auch in der Nähe des römischen Schlachtfeldes am Harzhorn wurden die Archäologen fündig. Unter anderem hätten sie einige Speerspitzen gefunden, sagte Via-Niedersachsen-Sprecher Steffen Schütz. Daneben habe es auch bautechnische Probleme gegeben. Insbesondere im Bereich Echte hätten schwierige Bodenverhältnisse den Brückenbau verkompliziert.

Ein bisschen Spaß muss sein: Das dachten sich offenbar die Bauarbeiter, die an der Autobahn 7 bei Düderode einen Smiley in den Hang eingebaut haben. Quelle: Heidi Niemann

Sieben Brücken werden abgerissen

Allein die Arten- und Denkmalschutzmaßnahmen hätten eine zwei Jahre längere Bauzeit erforderlich gemacht, sagte Geschäftsführer Rossignol. Im Einvernehmen mit dem Bund habe man die Bauabschnitte und Ablaufpläne jedoch so umgestellt, dass sich die Fertigstellung nur um ein Jahr verzögere. Bis Ende 2021 sollen immerhin zwei Teilabschnitte für den sechsspurigen Verkehr freigegeben werden, Diese befinden sich am Anfang und Ende der 30 Kilometer langen Baustelle, also nördlich von Nörten-Hardenberg und südlich von Seesen.

In den kommenden Monaten sind insbesondere in dem Abschnitt nördlich von Echte umfangreiche Bauarbeiten geplant. Im Bereich der Ortschaften Düderode, Oldenrode und Oldershausen sollen sieben Brücken abgerissen und neu gebaut werden.

Von Heidi Niemann

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