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Kampfhunde: Behörden in Hamburg müssen Behörden müssen Haltern in drei Monaten 47 gefährliche Hunde wegnehmen

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00:20 23.05.2019
Darf in Hamburg nur unter Auflagen gehalten werden: Eine Staffordshire-Bullterrier-Hündin. Quelle: Peter Endig/dpa (Symbolbild)
Hamburg

47 Kampfhunde haben die Behörden in Hamburg allein in den ersten drei Monaten des Jahres sichergestellt, weil Halter nicht die erforderlichen Auflagen erfüllten. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervor. Laut Hundegesetz gelten American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie Mischlinge mit diesen Rassen als gefährlich. Im Jahr 2018 waren 75 solcher Hunde sichergestellt worden, 2017 waren es 48 und 2016 insgesamt 44 gewesen. Ordnungswidrig ist etwa das Halten gefährlicher Hunde ohne Erlaubnis oder Gassigehen ohne Leine und Maulkorb.

American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier stehen auf Rasseliste

In Hamburg gelten laut Hundegesetz auch folgende elf Rassen als gefährlich, solange die Halter nicht nachgewiesen haben, dass von den Hunden keine „gesteigerte Aggressivität gegenüber Menschen oder Tieren“ ausgeht: Bullmastiff, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Kangal, Kaukasischer Owtscharka, Mastiff, Mastin Español, Mastino Napoletano, Rottweiler, Tosa Inu.

Fall Chico: Staffordshire-Terrier-Mischling biss Besitzer tot

Eine deutschlandweite Regelung zur Haltung von Kampfhunden gibt es nicht. Welche Rassen als gefährlich gelten, listen die einzelnen Bundesländer auf. In Niedersachsen, wo 2018 die tödliche Beißattacke von Staffordshire-Terrier-Mischling Chico Schlagzeilen gemacht hatte, gibt es keine derartige Rasseliste.

Staffordshire-Terrier-Mischling Chico wurde 2018 eingeschläfert, nachdem er seine beiden Besitzer getötet hatte. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Hamburger CDU zeigt sich besorgt über die steigende Anzahl von gefährlichen Hunden, die in der Hansestadt sichergestellt werden. Der Anstieg sei „ein Alarmzeichen“, erklärte Dennis Gladiator, innenpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. „In einer beengten Großstadt müssen die Halter gefährlicher Hunde ausreichend kontrolliert werden.“

68 Menschen wurden 2018 in Hamburg von Hunden angefallen

Obwohl immer mehr Hunde in der Hansestadt leben, ging die Zahl registrierter Beißvorfälle in den vergangenen Jahren unterdessen zurück. Im Jahr 2018 waren 68 Fälle gemeldet worden, in denen Hunde Menschen gebissen haben, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. 2017 waren demnach 75 Menschen angefallen worden, 2016 waren es noch 93 gewesen. Im selben Zeitraum ging auch die Anzahl der Beißvorfälle zurück - wo auch Fälle miteingerechnet werden, in denen Hunde andere Hunde angriffen. Am häufigsten bissen im vergangenen Jahr Mischlinge und Labrador Retriever zu, unter den Bezirken hatte Wandsbek die meisten Vorfälle zu verzeichnen.

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Von Hannah Wagner