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Der Norden Immer mehr Masern-Fälle in Hildesheim – Ärzte fordern Impfpflicht
Nachrichten Der Norden Immer mehr Masern-Fälle in Hildesheim – Ärzte fordern Impfpflicht
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18:08 11.03.2019
Eine Masernimpfung schütze vor den schweren Folgen der Erkrankung. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Berlin

Nach dem Masernausbruch an einer Hildesheimer Schule und einer Häufung von Krankheitsfällen in Niedersachsen hat die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) eine Impfpflicht gefordert. Masernerkrankungen seien extrem ansteckend und potenziell tödlich, erklärte die Medizingesellschaft am Montag in Berlin. Unterdessen ist die Zahl erfasster Krankheitsfälle im Landkreis Hildesheim auf 24 gestiegen.

In Hildesheim dürfen nur noch geimpfte Schüler die Oskar-Schindler-Gesamtschule bis zum Ende der kommendem Woche besuchen. Wie viele Kinder von dem befristeten Ausschluss betroffen sind, sollte erst am Dienstag feststehen. Zahlreiche Schüler hätten sich am Montag beim Gesundheitsamt gemeldet, um ihre Immunität gegen die Krankheit nachzuweisen, teilte der Landkreis mit.

Bei einer Kontrolle am Freitag hatten bereits 510 Schüler, Lehrer und andere Schulbeschäftigte einen Impfpass mit dem entsprechenden Nachweis vorlegen können. Die übrigen 190 Schüler und Beschäftigten erhielten bis Montagnachmittag Zeit, sich beim Gesundheitsamt zu melden. Überprüft wurden zudem auch die Impfpässe von 70 Kindern einer nahe gelegenen Grundschule, die im möglichen Infektionszeitraum die Mensa der Gesamtschule besucht hatten.

Bundesweit schon 132 Fälle von Masern registriert

Infolge einer Masernerkrankung könne es teils erst Jahre später zu einer Gehirnentzündung kommen, für die es keine Behandlung gebe und an der betroffene Patienten sterben, teilte die DGKJ mit. „Es ist mir nicht verständlich, warum trotz dieser Datenlage Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen“, sagte der DGKJ-Generalsekretär Burkhard Rodeck.

Eine aktuelle Studie aus Dänemark an 657.000 Kindern habe erneut die noch immer kursierende Fehlannahme einer möglichen Entstehung von Autismus nach einer Masernimpfung widerlegt, betonte Rodeck. Je mehr Kinder geimpft seien, desto sicherer sei das Leben gerade für Kleinkinder.

Seit Jahresbeginn sind in Niedersachsen bereits 26 Masernfälle aufgetreten, mehr als im gesamten Vorjahr. Auch bundesweit mehren sich die Masernfälle: In den ersten sieben Wochen des Jahres wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin zufolge bereits 132 Fälle registriert – nach 46 Fällen im Vorjahreszeitraum. Eine Häufung gibt es dabei auch in Nordrhein-Westfalen, wie aus den Daten hervorgeht.

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Von RND/dpa