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Kinderschutz: Niedersachsen will Rauchen in Autos verbieten

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19:34 10.09.2019
Rauchen im Auto gefährdet mitfahrende Kinder, Jugendliche und Schwangere. Quelle: Franziska Gabbert/dpa
Hannover

Die rot-schwarze Landesregierung fordert ein Rauchverbot in Autos, wenn Minderjährige oder Schwangere mitfahren. Niedersachsen will gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche eine entsprechende Initiative in den Bundesrat einbringen. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, das Nichtraucherschutzgesetz des Bundes zu ändern.

Reimann: Eine Million Kinder betroffen

Passivrauchen ist für Kinder und Jugendliche besonders schädlich“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann am Dienstag in Hannover. Rund eine Million Kinder seien in Deutschland dem Tabakrauch im Auto ausgesetzt.„Im Auto kann niemand weg.“ Nach Reimanns Plänen soll die Polizei das Rauchverbot überwachen. Für Verstöße ist eine Geldbuße zwischen 500 und 3000 Euro vorgesehen. Betroffen sind alle Fahrzeuge außer Cabrios. „Aber ein offenes Fenster ist kein Cabrio“, betonte Reimann.

Die Ministerin geht davon aus, dass sich noch andere Bundesländer der Initiative anschließen. Zuvor hatte bereits die Gesundheitsministerkonferenz der Länder ein Rauchverbot in Autos mit Kindern und Schwangeren gefordert – das war allerdings bereits im Herbst vergangenen Jahres, und seitdem ist nichts passiert.

Massive Gesundheitsschäden bei Minderjährigen

Dabei sind die Gefahren des Passivrauchens für Kinder unumstritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind in verbranntem Tabak rund 90 nachgewiesene toxische oder krebserregende Substanzen enthalten. Die Konzentration dieser Giftstoffe sei dabei im abgegebenen Rauch sogar höher als im aktiv inhalierten. Passivrauchen ist folglich noch gesundheitsschädlicher als aktives Rauchen durch den Filter“, heißt es.

Nach Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums erleiden Minderjährige, die wiederholt Tabakrauch ausgesetzt sind, massive Gesundheitsschäden: Sie erkranken unter anderem häufiger an Lungenunterfunktion, Mittelohrentzündungen sowie akuten und chronischen Atemwegserkrankungen. Außerdem erhöhe Passivrauchen das Krebsrisiko. Weltweit sterben danach jährlich 166.000 Kinder an den Folgen des Passivrauchens. Die Schadstoffkonzentration sei für Minderjährige in einem verrauchten Auto fünf Mal so hoch wie in einer durchschnittlich verrauchten Bar.

Rauchverbot im Auto: Das gilt in anderen Ländern

Wer am Steuer raucht, muss zahlen: Worüber in Deutschland noch diskutiert wird, ist in anderen Ländern längst Normalität.

In Großbritannien darf nicht geraucht werden, wenn Jugendliche unter 18 Jahren mitfahren. Ansonsten droht laut ADAC ein Bußgeld von 50 bis 100 Pfund (55 bis 110 Euro).

In Frankreich gilt ebenfalls ein Rauchverbot, wenn Minderjährige an Bord sind, andernfalls werden 68 Euro Strafe fällig.

In Italien darf nicht geraucht werden, wenn Kinder oder Schwangere im Auto sitzen. Wer trotzdem qualmt und erwischt wird, zahlt 500 bis 5000 Euro, wenn Kinder bis zwölf Jahre mitfahren. Bei Jugendlichen bis zu 17 Jahre werden 250 bis 2500 Euro fällig.

In Österreich zahlen Raucher bis zu 100 Euro, wenn sie Minderjährige im Auto haben, im Wiederholungsfall bis zu 1000 Euro.

In Griechenland liegt das Bußgeld bei bis zu 1500 Euro fürs Rauchen, wenn Kinder bis zwölf Jahre mitfahren.

Auch in den USA gibt es Rauchverbote für Autofahrer mit Kindern an Bord – dort sind die Gesetze aber je nach Bundesland unterschiedlich. Ähnlich sieht es in Kanada aus.

Neben den gesundheitlichen Aspekt sehen Experten auch für ein generelles Rauchverbot gute Gründe: Fahrer würden nicht mehr durch das Hantieren mit Zigaretten während der Fahrt abgelenkt; die Umwelt würde geschont – denn viele rauchende Autofahrer werfen ihre Kippen noch aus dem Fenster, wodurch bei großer Trockenheit auch die Brandgefahr steigt.

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Von Marco Seng

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