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Kindesmissbrauch: Lügde: Neue Vorwürfe gegen Hamelner Jugendamt

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00:20 08.05.2019
Auf dem Campingplatz in Lügde wurden jahrelang massenhaft Kinder missbraucht. Quelle: Guido Kirchner/dpa
Lügde

Im Missbrauchsskandal auf einem Campingplatz bei Lügde in Nordrhein-Westfalen gibt es neue Vorwürfe gegen das Jugendamt in Hameln. Es steht bereits in der Kritik, ein damals ­sechsjähriges Mädchen trotz mehrfacher Hinweise auf Pädophilie in die Obhut eines arbeitslosen Dauercampers gegeben zu haben. Gegen den Mann laufen Ermittlungen wegen des Verdachts des tausendfachen sexuellen Kindesmissbrauchs.

Jetzt äußert sich erstmals der leibliche Vater des Mädchens. Er sagte dem NDR-Magazin „Hallo Niedersachsen, er habe von dem mutmaßlichen Missbrauch seiner Tochter aus der Presse erfahren. Vom Jugendamt habe er sich allein gelassen gefühlt. „Da kam telefonisch nichts, es kam per Post nichts, es kam per E-Mail nichts. Ich wurde auch nicht dazu befragt, wie es weitergeht.“ Der 25-Jährige hat die Vaterschaft anerkannt, das Sorgerecht lag allein bei der Mutter.

„Wie kann das sein?“

2016 gab das Jugendamt das Kind auf Wunsch der Mutter bei dem Camper in Pflege. Der Vater erfuhr zufällig davon und beteuert, er habe das Jugendamt danach mehrfach angerufen und seinen Protest auf dem Anrufbeantworter hinterlassen: „Ich sagte, wie kann es sein, dass ein Kind auf einem Campingplatz abgegeben wird? Ob die sich da mal umgeschaut haben, wie verwahrlost das ist?“ Doch einen Rückruf habe er nie bekommen.

Das Jugendamt in Hameln erklärte, alle Entscheidungen würden unter Würdigung der Willensäußerung der sorgeberechtigten Person gefällt. Der Pflegschaftsforscher Klaus Wolf von der Universität Siegen nennt das einen „gravierenden fachlichen Fehler“: „Wenn man zu dem Vater sagt: Du bist unterhaltsverpflichtet, weil du die Vaterschaft anerkennst, aber ansonsten informieren wir dich nicht darüber, wie dein Kind lebt – dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn er das Gefühl eines unfairen Umgangs hat.“

Von nied

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