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Der Norden Kommentar: Plötzlich zeigt die CDU Mut
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Kommentar der HAZ zu Windrädern in Wäldern: Plötzlich zeigt die CDU Mut

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21:07 04.02.2020
Windräder mit einer Höhe von bis zu 200 Metern drehen sich in einem Windpark. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild
Hannover

Fast nichts geht mehr voran bei der Energiewende in Deutschland. Vor allem die Windkraft steckt in der Flaute. Im vergangenen Jahr wurden so wenig neue Anlagen gebaut wie in Zeiten, als der Ausstieg aus Atomkraft und Kohleverstromung noch kein Thema war. Der Branche droht jetzt möglicherweise das gleiche Schicksal wie der Solarenergie, die bereits vor einigen Jahren eingebrochen ist. Auch die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung scheinen die Windenergie nicht zu beflügeln. Darunter leidet vor allem Niedersachsen, wo es auch um Tausende Arbeitsplätze geht.

Entscheidung wird für Wirbel sorgen

Jetzt will ausgerechnet die CDU, die bisher nicht unbedingt an der Spitze der Bewegung stand, die Windkraft wieder voranbringen. Und die Christdemokraten in Niedersachsen sind dafür sogar zu unpopulären Entscheidungen bereit. Dass der Bau von Windparks im Wald oder an Waldrändern für großen Wirbel sorgen wird, davon dürfen Fraktionschef Dirk Toepffer und sein Vorstand ausgehen. Schon in den eigenen Reihen ist das Vorhaben nicht unumstritten. Man kann durchaus von einer mutigen Entscheidung sprechen.

Ziel der CDU ist es, die Akzeptanz für die Windkraft in der Bevölkerung wieder zu steigern. Mehr Abstand zur Wohnbebauung könnte ein erster Schritt dazu sein. Um die 1000-Meter-Regelung wird ja vor allem deshalb so heftig gestritten, weil es schon jetzt kaum noch konfliktfreie Gebiete für Windparks gibt. Der Vorschlag Wald zeugt allerdings auch von einer gewissen Ratlosigkeit. Wie soll man die völlig verkorkste Energiewende noch retten? Fast zehn Jahre nach dem Einstieg in den Ausstieg aus Atom und Kohle wäre es Zeit für einen guten Plan: in Berlin und Hannover.

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