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Der Norden Mittsommer in Bückeburg: Der Schlossherr bittet zum Fest
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"Landpartie" auf Schloss Bückeburg: Alexander zu Schaumburg-Lippe bittet zum Fest

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15:16 14.06.2019
Fürstenhaus erhalten: Alexander zu Schaumburg-Lippe und seine Lebensgefährtin Mahkameh Navabi. Quelle: Tim Schaarschmidt
Bückeburg

Um die Jahrhundertwende war das Fürstentum Schaumburg-Lippe eines der reichsten Fürstenhäuser Deutschlands. Das Vermögen habe sich auf 800 Millionen Goldmark belaufen, erzählt Alexander zu Schaumburg-Lippe, der Chef des Hauses. „Das wären heute 16 Milliarden Euro“, sagt er. „Ich wäre glücklich, wenn was davon übriggeblieben wäre.“

Reich? Er? Er lacht fast.

Wohin das Geld verschwunden ist, darüber schweigt sich der 60-Jährige aus. Es fallen nur ein paar Stichworte, aus denen die Namen von Vorfahren und der Ort Monte Carlo und die Vokabel „verspielt“ rausragen. Also, sagt Alexander zu Schaumburg-Lippe, müsse er klarkommen mit dem, was er habe. Reich? Er? Er lacht fast. Dann erzählt er, dass er sich von dem Geld, das er für die Erhaltung des Bückeberger Schlosses aufwenden müsse, ein Einfamilienhaus kaufen könne. Pro Jahr.

Er mag sich nicht zu den Welfen und ihrer Marienburg äußern, aber es wird deutlich, dass er nicht in der Haut von Ernst-August dem Jüngeren stecken möchte, der die Immobilie nicht mehr finanzieren kann. „Ich hoffe, bei uns geht es noch etliche Jahre weiter“, sagt er.

Er nennt sich selbst „Fürst“, was er rechtlich nicht mehr sein kann

Alexander zu Schaumburg-Lippe nennt sich selbst „Fürst“, was er rechtlich nicht mehr sein kann seit Abschaffung des Adels. Im Personalausweis steht deswegen „Prinz“. Aber „Fürst“ sei eben die Bezeichnung für den Chef eines fürstlichen Hauses, hat er mal in einem Interview gesagt, deswegen verwende er sie.

Damit das Fürstenhaus (das Haus im Sinne des Wortes, also: das Schloss Bückeburg) weiter bewundert werden kann, muss Alexander zu Schaumburg-Lippe Geld verdienen. Das tut er mit den ausgedehnten Wäldern des Hauses, es sind 3900 Hektar, und er kann recht sauer werden auf Leute, die ihm aus ökologischen Gründen die Nutzungsmöglichkeiten einschränken möchten und sagen, er wolle nur in seine Taschen wirtschaften: „Der Erhalt des Schlosses ist die Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe!“ Er verdient aber auch Geld mit zwei Projekten, die sich bei Menschen aus nah und fern deutlicher Beliebtheit erfreuen: dem „Weihnachtszauber“ im Winter und der „Landpartie“ im Sommer.

Kultur und Kommerz

Bei beiden Veranstaltungen gibt es einen Mix aus Kultur und Kommerz. Händler bieten Kulinarisches und Kunst und (durchaus adelsangemessene) Kleidung an, die Hofreitschule präsentiert sich, Konzerte werden gegeben. In diesem Sommer geht die Landpartie ins 20. Jahr. Der Hausherr hat sich zum Jubiläum das Motto „Mittsommer“ ausgesucht. Es spielt die Abba-Coverband „Akka“.

Und vielleicht, sagt Alexander zu Schaumburg-Lippe und schaut zur Seite, wo Mahkameh Navabi sitzt, Konzertpianistin, gebürtige Iranerin, 23 Jahre jünger als er und inzwischen seinen Lebensgefährtin, vielleicht werde auch Mahkameh spielen.

Sie lächelt. Sie nickt. Sie erfüllt ihre öffentliche Aufgabe gern.

Die „Landpartie“ auf Schloss Bückeburg wird am 20. Juni um 10 Uhr eröffnet. Das Spektakel dauert bis zum 23. Juni. Geöffnet ist jeweils bis 19 Uhr, am Mittsommerabend, dem 21. Juni, bis 21 Uhr. Das Tagesticket kostet 17,50 Euro.

Von Bert Strebe

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