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Der Norden Landwirte suchen Alternativen zu Ferkelkastration – „Am liebsten gar nicht mehr kastrieren“
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Landwirte suchen Alternativen zu Ferkelkastration

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18:09 05.02.2020
Ferkelkastration ist ab 2020 in Deutschland verboten. In Cloppenburg werden Alternativen präsentiert und diskutiert. Quelle: AP
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Cloppenburg

Mit Beginn des nächsten Jahres ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln in Deutschland endgültig verboten - die Branche bereitet sich derzeit auf Alternativen vor. „Über 80 Prozent der Landwirte wollen am liebsten gar nicht mehr kastrieren“, sagte am Mittwoch der Marktexperte der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, Matthias Quaing, bei einer Fachmesse zur Schweinehaltung in Cloppenburg.

Die Alternative zur Kastration ist zum Beispiel die Immunokastration, bei der die Schweine gegen den strengen Ebergeruch geimpft werden. Nach wie vor sei aber die Vermarktung dieses Fleisches relativ schwer, sagte Quaing.

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Neue Geräte zur Ferkel-Betäubung vorgeführt

Auf der Cloppenburger Fachmesse konnten sich die Besucher auch Geräte zur Betäubung von Ferkeln anschauen. Bei dem Verfahren werden die Schweinebabys mit einer Atemmaske kurzzeitig betäubt, um sie dann zu kastrieren. Die Geräte seien aber noch nicht zertifiziert, sagte Quaing. Daher gebe es auch noch keine Schulungen für diese Geräte.

Ab dem 1. Januar 2021 ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln in Deutschland verboten. Unter großem Protest von Tierschützern war die Frist Ende 2018 von der Bundesregierung um zwei Jahre verlängert worden, weil die Branche sich noch nicht in der Lage war, Alternativen umzusetzen.

Von RND/lni