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Der Norden Weiterer Betrieb in Niedersachsen ruht nach Listerien-Fund
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Listerien in Niedersachsen: Weiterer Betrieb ruht  

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12:04 06.11.2019
Elektronenmikroskopische Aufnahmen von Listerien: Gefährlich ist die Infektion für abwehrgeschwächte Menschen und Schwangere. Quelle: Manfred Rohde/Helmholtz-Zentrum/dpa
Hannover/Oldenburg

Bei Untersuchungen nach einem Listerien-Verdachtsfall in einer Fleischfirma im Oldenburger Münsterland ist ein weiterer Betrieb vorläufig stillgelegt worden. Nach einer Kontrolle des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in der Firmenzentrale in Essen (Kreis Cloppenburg) habe die Behörde auch hier das Ruhen der Betriebszulassung angeordnet, sagte eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums am Mittwoch in Hannover.

Ministerium und Landesamt prüften gemeinsam den Entzug der Betriebszulassung, weil die Zuverlässigkeit des Unternehmers in Frage gestellt werde. Der Unternehmer habe nicht belegen können, dass er bei Eigenkontrollen festgestellte Listerien-Funde der amtlichen Lebensmittelkontrolle gemeldet hatte. Dazu war er nach Verstößen gegen Hygienevorschriften verpflichtet worden.

Bislang keine Listeriose-Fälle in Niedersachsen

Ob weitere belastete Produkte in den Handel gekommen sind, wird nach Angaben des Ministeriums noch geprüft. Nach wie vor seien für Niedersachsen keine Listeriose-Fälle im Zusammenhang mit der Firma Fleisch-Krone Feinkost aus dem Oldenburger Land bekannt.

Unter Druck der Behörden hatte das Unternehmen am vergangenen Freitag den Rückruf von Fertigfrikadellen wegen Verunreinigungen mit Listerien veranlasst. Die Betriebserlaubnis für die Produktionsstätte in Goldenstedt (Kreis Vechta) war deswegen vorübergehend ausgesetzt worden. Inzwischen hat das Landesamt gegen Verantwortliche der Firma bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige eingelegt.

Darum sind Listerien gefährlich

Listerien (Listeria monocytogenes) sind in der Natur vorkommende Bakterien. Nur wenige Menschen erkranken an der sogenannten Listeriose. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektionskrankheit meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen. Gefährlich ist die Infektion für abwehrgeschwächte Menschen und Schwangere. Die Zahl der Fälle an invasiver Listeriose schwankt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts und lag zwischen 2005 und 2014 bei mehreren Hundert Fällen jährlich. Im Durchschnitt enden sieben Prozent der Erkrankungen tödlich.

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