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Der Norden Geldsegen für 19 Kliniken: Land investiert 120 Millionen Euro in Krankenhäuser
Nachrichten Der Norden

Modernisierung von Krankenhäusern: Land Niedersachsen verteilt 120 Millionen an 19 Kliniken

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00:18 16.06.2019
Viele Krankenhäuser in Niedersachsen haben Modernisierungsbedarf: Das Land will in diesem Jahr an 19 Klinikstandorten 120 Millionen Euro investieren. Quelle: Philipp Schulze/dpa
Hannover

Delmenhorst kann sich für 150 Millionen Euro eine neue Klinik bauen. Das ist eine der Entscheidungen des Krankenhausplanungsausschusses, den Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag vorgestellt hat. Das Land wird 2019 etwa 120 Millionen Euro in die Erneuerung von 19 der 172 Kliniken in Niedersachsen investieren. Erstmals gibt es auch Zuschüsse, wenn Baupreissteigerungen die ursprüngliche Kalkulation durchkreuzt haben.

Aus zwei Kliniken in Delmenhorst wird eine gemacht

Das Josef-Hospital in Delmenhorst ist das spektakulärste Projekt im neuen Krankenhausplan. Die neue Klinik soll neben dem fast 100 Jahre alten Bau des Architekten Fritz Höger entstehen, der in Hannover auch das Anzeiger-Hochhaus erbaute. Für den Neubau wurden bereits 70 Millionen Euro als Bundes- und Landeszuschuss verbucht, weitere 80 Millionen sollen in den Folgejahren fließen. „In Delmenhorst wird aus zwei Krankenhausstandorten einer gemacht, das ist ein guter Plan“, meinte Sozialministerin Reimann. Der Neubau stehe am Ende einer Kette von schweren Rückschlägen für das Josef-Hospital. Zuerst war dessen ehemalige Besitzerin, die Stiftung St. Josef, insolvent geworden, dann vernichtete ein Brand Teile des Dachstuhles der Klinik.

Ministerin Reimann: Es gibt keine Überversorgung mit Kliniken

Reimann betonte, dass Niedersachsen keine Kliniküberversorgung habe. Im Gegenteil: „Wenn man sich die Bettendichte anschaut, stehen wir im bundesweiten Vergleich vor Baden-Württemberg am Ende der Skala.“ In Niedersachsen kämen 528 Betten auf 100.000 Einwohner, in Baden-Württemberg sind es 508. In Sachsen gibt es 634 Betten pro 100.000 Einwohner, in Nordrhein-Westfalen sogar 662. „Auch ich höre oft den Ruf nach weiterer Zentralisierung“, sagte Reimann, „aber da gibt es in einem Flächenland wie Niedersachsen klare Grenzen.“ Die Krankenhäuser müssten erreichbar sein. Deshalb investiere das Land jedes Jahr gezielt Millionensummen in die Modernisierung der Krankenhauslandschaft.

Intensivstation in Lüneburg wird teurer

Mit rund 16 Millionen Euro springt das Land dieses Jahr erstmals bei Baupreissteigerungen in die Bresche. So erhält beispielsweise das Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge 3,2 Millionen Euro für die Neukonzeption der Pflege, das Städtische Klinikum Lüneburg bekommt weitere 5 Millionen Euro für den Neubau einer Intensivstation.

Eltern-Kind-Zentrum in Hildesheim

Einer der größten neuen Posten ist der 58-Millionen-Euro-Neubau eines Eltern-Kind-Zentrums am Bernward-Krankenhaus in Hildesheim, für den das Land in diesem Jahr 16,1 Millionen Euro ausgibt. Mit finanzieller Unterstützung können auch das Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig rechnen (6 Millionen), das Duderstädter St.-Martini-Krankenhaus (7 Millionen) sowie das AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter (3,4 Millionen). Auch die Förderanträge des Kreiskrankenhauses in Osterholz-Scharmbeck und der Seepark-Klinik in Bad Bodenteich wurden bewilligt, genau wie die von zwei Krankenhäusern in Oldenburg und einem in Wildeshausen.

Unabhängig von dieser Förderung, über die Jahr für Jahr erneut entschieden wird, werden zwei der ehrgeizigsten Klinikprojekte vorangetrieben – die Erneuerung der Universitätsklinik in Göttingen sowie der Neubau der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Von Michael B. Berger

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