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Der Norden Nach Vorwurf sexualisierter Gewalt: Eichsfelder Geistlicher war auch in Hannover tätig
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Nach Vorwurf sexualisierter Gewalt: Bistum beurlaubt Eichfelder Geistlichen

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15:31 15.12.2019
Die Kirche St. Cyriakus Duderstadt - im Gottesdienst wurden der Gemeinde die Vorwürfe gegen den Geistlichen benannt. Quelle: Scharf
Duderstadt/Hildesheim

Ein katholischer Geistlicher des Bistums Hildesheim soll sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben. Das Bistum hatte am Freitag bekannt gegeben, dass der Beschuldigte beurlaubt worden sei. Am Sonnabend machte die Kirche selbst öffentlich, dass es sich um einen Eichsfelder handele.

Im Festgottesdienst am Sonnabendvormittag zur Feier des 150-jährigen Bestehens der Duderstädter Kolpingfamilie verlas Kaplan Matthias Rejnowski, Dekanatsjugendseelsorger in Duderstadt, eine von Martin Wilk, dem Generalvikar des Bistums Hildesheim, verfasste Mitteilung. Einem Eichsfelder Geistlichen werde sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Beschuldigte habe Bischof Heiner Wilmer nach Bekanntwerden der Anschuldigungen um Beurlaubung gebeten. Der Bischof habe dem Antrag zugestimmt.

Beschuldigter war auch in Hannover tätig

Nach Informationen der HAZ war der Beschuldigte auch lange in Hannover tätig. Unter anderem arbeitete er hier in den Achtzigerjahren als Schulseelsorger und war bis vor einigen Jahren als Priester in einer Gemeinde eingesetzt.

Der Sprecher des Bischofs, Volker Bauerfeld, erklärte auf Nachfrage des Tageblatts, aus welchem Grund die Vorwürfe publik gemacht würden, obgleich die Untersuchen noch liefen: Die Gemeinde habe ein berechtigtes Interesse, über die Vorwürfe gegen ihren Geistlichen aufgeklärt zu werden. „Wir versuchen damit professionell umzugehen und können deshalb der betroffenen Gemeinde die Informationen nicht vorenthalten“, sagte Bauerfeld. „Was darüber hinaus passiert, können wir nicht beeinflussen.“

Lesen Sie auch: Vorwurf sexueller Gewalt: Bistum suspendiert Priester

Das ist der Vorwurf

Dem Eichsfelder Geistlichen wird vorgeworfen, Anfang der Achtzigerjahre im Landkreis Hildesheim einer Jugendlichen sexuelle Gewalt angetan zu haben. Das Bistum hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim erstattet. Die betroffene Frau, die zwischen ihrem 15. und 18. Lebensjahr Opfer des Geistlichen gewesen sein soll, hatte den Fall im November beim Bistum gemeldet.

Der Vorwurf ging dem Bistum zufolge in der ersten Novemberwoche dieses Jahres bei einer der Ansprechpersonen für Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs ein. Nach einem persönlichen Gespräch mit dem mutmaßlichen Opfer empfahl der Bischöfliche Beraterstab in Fragen sexualisierter Gewalt, den Vorwürfen nachzugehen. Mit der Voruntersuchung will das Bistum feststellen, ob zusätzlich zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen auch ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet werden muss.

Das weitere Vorgehen

Am Donnerstag sei die Staatsanwaltschaft in Hildesheim über den Verdacht informiert worden, bestätigte deren Sprecherin Christina Pannek. Nun müsse zweierlei geprüft werden: Zum einen, ob die Vorwürfe strafrechtlich relevant sind. Zum anderen, ob diese noch verfolgt werden könnten oder schon verjährt seien. Mögliche Straftatbestände seien der sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen oder Ausübung sexueller Gewalt. Die Staatsanwaltschaft hat die Polizei mit den Ermittlungen beauftragt. Zunächst solle das mutmaßliche Opfer befragt werden. Wenn sich daraus ein Anfangsverdacht ergibt, soll Pannek zufolge auch der Beschuldigte vernommen werden.

Die Diözese hat einen pensionierten Berufsrichter, der von der Kirche unabhängig ist, mit einer kirchenrechtlichen Voruntersuchung beauftragt. Der Jurist soll den Geistlichen in Kürze zu den Vorwürfen befragen. Für die Dauer dieser Voruntersuchung bleibe der Priester beurlaubt.

Von Claudia Bartels, Nadine Eckermann, Markus Scharf, Vera Wölk, Tarek Abu Ajamieh, Christian Wolters und Simon Benne

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