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Der Norden Fehlende Daten: Metropolregion fordert Register über Ladestellen für E-Autos
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Niedersachsen: Metropolregion Hannover fordert öffentliches Register über Ladesäulen für E-Autos

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08:24 25.01.2020
Gewusst wo: Für E-Auto-Fahrer ist laut Metropolregion nicht ersichtlich, wie viele Ladestellen es tatsächlich gibt. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Laut einer Analyse der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg ist die genaue Anzahl von Ladesäulen für Elektroautos in Deutschland nicht bekannt. Zwar existiere eine Reihe von Verzeichnissen, allerdings alle mit unterschiedlichen Angaben. Auf der offiziellen Seite der Bundesnetzagentur sind demnach deutlich weniger Ladepunkte angegeben als Autofahrern tatsächlich zur Verfügung stehen. In der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg liegen laut Agentur 335 Standorte mit Ladeinfrastruktur für E-Autos. Das bekannte Nutzerportal Goingelectric listet hingegen 741 Standorte mit dreimal mehr Ladepunkten, darunter aber auch solche, die nur von Tesla-Fahrzeugen genutzt werden können.

Der Geschäftsführer der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, Raimund Nowak, und die beauftragten Experten Ralph Twele und Alex Holtzmeyer präsentieren die Ergebnisse ihrer Analyse. Quelle: Sebastian Stein

Die Bundesnetzagentur sieht sich allerdings nicht in der Verantwortung, alle Standorte zu erheben oder zu veröffentlichen. „Wir wissen, dass die Ladesäulenkarte unvollständig ist“, sagt Sprecher Michael Reifenberg auf HAZ-Anfrage. Das Register würde aber nur geführt, um Sicherheit und Betrieb von öffentlich zugänglichen Ladepunkten zu gewährleisten. Zudem erfasst die Agentur nur solche Ladestellen, die nach März 2016 gemeldet wurden und dessen Betreiber der Veröffentlichung zugestimmt haben.

Politik mit fehlenden Zahlen

Problematisch werden die unvollständigen Daten, wenn die Planung und Förderung neuer Säulen auf einer falschen Grundlage beruht. Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium bestätigt auf HAZ-Anfrage, dass bei der Entscheidung über Förderanträge für den ländlichen Raum die Daten der Bundesnetzagentur über öffentlich gemeldete Ladesäulen genutzt würden. Künftig werde die Auswahl aber über eine neue Software des Bundes erfolgen, heißt es aus dem Ministerium.

Im März will die Metropolregion mit Minister Scheuer sprechen

E-Auto-Nutzer wüssten häufig nicht, wo das Laden überall möglich sei, kritisiert Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion. Er fordert deshalb „eine offizielle deutschlandweite und letztlich auch europaweite Kartierung der Ladeinfrastruktur vom Bundesverkehrsministerium“. Mitte März will die Metropolregion ihre Analyse auch dem zuständigen Minister, Andreas Scheuer, in Hannover präsentieren.

Defekte Säulen und gedrosselte Leisung

Die Metropolregion kritisiert neben der fehlenden Transparenz auch die Qualität der Ladesäulen. Bei einer nicht repräsentativen Stichprobe stellten die Tester Dezifite in der Funktion für E-Auto-Fahrer fest – von defekten Säulen über eine gedrosselte Leistung bis hin zu intransparenten Preisen. Störungsmeldungen auf dem Nutzerportal Goingelectric würden diese Annahmen bestätigen. „Eine unabhängige Instanz muss für die Kontrolle der Funktionsfähigkeit sorgen“, meint Nowak von der Metropolregion. Als Vorbild sehen die Verantwortlichen das europaweite Netz an verknüpften Lademöglichkeiten von Tesla. Es gebe einen einheitlichen Preis und das Auto führe einen von Ladepunkt zu Ladepunkt – „da müssen wir für alle Elektrowagen hin“.

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Von Sebastian Stein

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